Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German, English, Hebrew
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Afrikas Ihnen zu überreichen wünschten. Ich bin jedoch beauftragt, die herzlichsten Grüsse den Gesandten des jüdischen Volkes zu überbringen. (Beifall.) Wir hatten gehofft, dass wir dem Coligresse diesmal auch Resultate unserer Thätigkeit würden vorlegen können, die weit mehr als freundliche Worte zeugen würden von dem Eifer der Zionisten dieser fernen Gebiete. Unsere Hoffnungen haben sich leider nur in geringem Masse erfüllt infolge jenes entsetzlichen Krieges, der seit mehr als 2 Jahren schon das .Land verwüstet, den Wohlstand der Bürger zerstört und den Fortschritt aller friedlichen Bestrebungen zum Stillstand gebracht ha/L Bei Ausbruch der Feindseligkeiten flüchtete der grösste Theil der Uitlander, d. i. der Ausländer, nach den Küstenstädten, und heute noch warten sie dort sehnsüchtig und vielfach hungernd auf die Möglichkeit der Rückkehr nach Haus und Hof. Unter solchen trostlosen Verhältnissen konnte natürlich nicht viel für die Förderung unserer Ziele geleistet werden. Wir haben jedoch seit Anfang dieses Jahres in Johannesburg wieder regelmässige zionistische Versammlungen abgehalten und die Agitation wieder aufgenommen, so weit es unter Kriegsgesetzen möglich ist. Die Flüchtlinge aber aus den Republiken, welche in der Capcolonie und Natal gelandet sind, wurden dort 211 Aposteln unserer Sache und haben in allen Dörfern und Städten den Zionismus gepredigt und neue Zweigvereine begründet. So entstanden in sieben Orten der Capcolonie sieben neue Vereine mit circa 1200 Mitgliedern, in Durban ein Verein mit ca. 200 Mitgliedern, in B 1 0 e m f 0 111 e i 11 ein solcher mit ca. 108 Mitgliedern und selbst in Buluwayo in Centraiafrika existiert nunmehr ein Verein mit ca. 150 Mitgliedern. (Lebh. Beifall.) So wurden im Laufe dieses Jahres auch ca. 2000 Actien der Colonialbank in Südafrika placiert. Fern sei es mir, solche Leistungen als etwas Ausserordentliches darstellen zu wollen, sie verdienen nur Anerkennung, weil sie in einem Kriegsjahre erfolgten, welches viele schwer geschädigt hat. Die seitens der Bank herausgegebene Statistik zeigt, dass das zionistische Interesse in den Ländern, welche ich hier zu vertreten habe, proportional grösser ist, als irgend anderswo. Die zionistische Bewegung in Südafrika hat sieh fast vollständig unabhängig von der in Europa entwickelt, und ich hege die begründete Hoffnung, dass, wenn erst normale Verhältnisse bei uns herrschen würden, es gelingen dürfte, die grosse Majorität aller in Südafrika lebenden Juden in unserer Organisation zu vereinigen. (Lebh. Beifall.) Damit aber solches gelinge, brauchen wir eine verständnisvolle Mitarbeiterschaft des europäischen Actionscomites. Wir wünschen, über alle Vorschläge und Vorgänge im Hauptquartiere rechtzeitig unterrichtet zu werden, damit auch wir zu wichtigen Fragen Stellung nehmen können. So z. B. erhielt ich kurz vor meiner Abreise die Tagesordnung des Congresses; Punkt VII derselben ist die Organisation, und ich höre, dass ein neues Organisationsstatut vorgelegt werden soll. Punkt VIII ist der ISTationalfoncl. Weder über den einen noch den anderen Punkt sind mir irgendwelche Aufklärungen