Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 191)
- Language
- German, English, Hebrew
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— v.n — Die Hand, die ursprünglich ausgestreckt war, hat die ihr entgegengehaltene Hand lallen lassen, und die volle, ausgestreckte Hand, <lie vielleicht von Zeit zu Zeit Gaben vertheilt hat, hat sich langsam y.ugeschlossen, und wenn jetzt unsere Brüder an die Pforten geklopft haben, wurde die geballte Faust entgegengehalten. (Lebhafte Rufe der Entrüstung.) Ja. meine Damen und Herren, der Todtentanz der rumänischen Emigranten ist vor Europa aufgeführt worden, und unsere Vertreter haben bloss gesagt: Zurück in den Sarg, tief in die Gruft! Gebt uns Ruhe, und wenn es die Ruhe des Friedhofes wäre! Aber wir sind es satt, von den Führern auf den Friedhof des .Judenthums geführt zu werden, wir wollen nicht aufgefordert werden, in den Tiefen, auf den Gräbern zu lesen: Hier liegt die jüdische Nationalität begraben, hier liegt die jüdische Literatur begraben, hier liegt die jüdische Hoffnung begraben. Es könnte noch so weit kommen, dass wir dann lesen würden: Hier liegt die -jüdische Mannesehre begraben, hier liegt die jüdische Freiheit begraben. Lud nun wendet sich das Volk iusünctiv an wen? Au uns, die wir jetzt das Herz des Judenlhums vertreten, die wir aufgestanden sind, nicht bloss für die Zukunft des Volkes zu sorgen, sondern zugleich im Leben, in der unmittelbaren Gegenwart die grossen Prinripicn unserer brüderlichen Liebe tbalkräl'lig zu beweis*-?!. (Lebhafter ReifaJI.) Res ist das eulturelle Element und die culturclle Rcdeutung, eine der culturellen Ledeutungen, eine Seite aus den mannigfaltigen FormenschliUen des Diamanten, in dem sich das Licht unseres jüdischen Geistes bricht. Wir treten nun — und das wird eine der praktischen Aufgaben unserer Thätigkeit sein — wir treten jetzt zuerst moralisch das Erbe der Alliancen an, wir werden jetzt die Vertreter des geknechteten, des verfolgten, des unterdrückten jüdischen Volkes von Europa werden. (Stürmischer Reifall und Händeklatschen.; Wir werden uns jetzt an die Völker, an die flächte, an die Führer, an die Grossen wenden, weit wir wirklich das leidende Volk vertreten, und dass dem so ist, dass die Alliancen nicht mehr das Recht haben und beanspruchen dürfen, im Namen des armen Volkes zu sprechen, haben sie doch bewiesen durch die Art, wie sie zuerst gegen unseren Zionismus aufgetreten sind. Durften so die Vertreter handeln, so diejenigen auftreten, die die Anwälte des armen Volkes waren, hatten sie einen Rechtsanspruch darauf, von uns irgendwie mit Vertrauen oder mit Rücksicht in dieser Reziehung behandelt zu werden? Was soll nun geschehen?