Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 146)
- Language
- German, English, Hebrew
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— lHi - Es gibt leider aber auch noch viele Juden, welche die Notwendigkeit des Zionismus anerkennen, sich aber nicht anschliessen, weil sie warten wollen, bis wir etwas erreicht haben. Diese Phlegmatiker des Erfolgs bedenken nicht dass kein grosses Ziel erreicht werden könnte, wenn jeder so denken wollte. Die Erreichbarkeit unseres Zieles hängt ja eben davon ab, dass das ganze Volk an demselben nutarbeitet, wer sich diesem Werke entzieht, vergisst seine PHieht, wenn dies nicht in der gegenwartigen Nothlage des jüdischen Volkes geradezu als Verrath bezeichnet werden soll. Die politischen Factoren, welche für die Erreichung unseres Zieles in Thütigkeit treten, werden vermuthlich ebenso wirksam sein, wie diejenigen, welche entgegenwirken. Der Wille unseres Volkes muss den Ausschlag geben. Wenn wir unsere friedlichen Bataillone formiert, die ("ladres für unsere Armee gebildet, welche geeignet sind, die Masse zu bilden und zu organisieren und wenn wir Vertrauen zu unserer Führung haben, welche die Etappenlinie unserer Bewegung sichern wird, werden wir mit dem ruhigen Bewusstsein des Siegers in das gelobte Land unserer Sehnsucht einziehen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Manche sagen, man könne heule eher mit uns gehen, weil wir Wasser in unseren zionistischen Wein gegossen haben. Es wundert mich, dass unsere (iegner uns eine solche Pantscherei als einen Vorzug anrechnen wollen. Wir müssen aber dieses zweifelhafte Lob überhaupt ablehnen. Wir halten an unserem ursprünglichen Programm fest und geben kein Titelchen davon auf. Wir haben jedoch im Kampfe für unsere Sache gelernt, das Princip von der Methode zu unterscheiden. Wir aeeeptieren daher heute die Mitarbeit derer, welche uns ihre Sympathien zuwenden, wenn sie auch zur Erreichung unseres Zieles, das sie als nothwendig anerkennen, einen anderen Weg einschlagen wollen. Dnser Grundsatz soll sein: -suaviter in modo fortiter in re*\ Wer uns helfen will, ist willkommen. Unser Congress sei ein Versöhnungstag des jüdischen Volkes (Lebhafter Beifall.), an dem alle, welche es ehrlich mit ihrer Hilfsbereitschaft für. unsere leidenden Stammesgenossen meinen, uns brüderlich die Hand reichen können zu gemeinschaftlichem Wirken. Wir wollen ihnen eine Brücke bauen, dass sie stets in unser Lager kommen können, wir wollen sie mit offenen Annen empfangen. Noch ein Wort vom Congress! Derselbe gehört nicht nur in die Organisation, sondern ist auch das bedeutendste Agitationsmittel. Derselbe sollte jedoch mit Rücksicht auf die colossalen Opfer, die er erfordert, nur alle zwei Jahre stattfinden. (Widerspruch,) Ich unterbreite diese Auffassung dem Gongresse. Es heisst in unserem Statute: Der Congress soll mindestens jedes zweite Jahr tagen. Ich glaube, es wird uns nicht als Schwäche ausgelegt werden können, wenn wir der Zuversicht sind, dass ein Congress