Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 106)
- Language
- German, English, Hebrew
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— .106 — Vertrauensmänner zu unterrichten, Berichte zu erstatten, damit in den verschiedenen Ländern und Abtheilungen einheitlicli vorgegangen werde. Ks soll auch — und dieser Wunsch ist mir von bulgarischer Seite geäussert worden — dafür gesorgt werden, dass die Landespresse sich mehr mit dem Zionismus belasse. Was ich für meine Person in meinem Lande thun kann, thue ich. weil mir 'zufällig eine Zeitung -zur Verfügung steht. In anderen Ländern ist das überschwer, und dass, meine Herren, die in literarischer Beziehung ziemlich hochstellende ,.Weltu als Agitationsblatt nicht recht ausreicht, ist wohl ziemlich klar. Sie ist ein schönes ()rgan mit-sehr hübsch geschriebenen Artikeln, aber in die grossen Massen hinein kann die ,,Welt" nicht dringen. Speciell in den Ländern des Ostens sollte für eine ausgiebige Jargon-Bresse gesorgt wenden. Es existiert wohl die jüdische „Welt", aber es sollten kleine Flugblätter, selbst in zwangloser Aufeinanderfolge ausgegeben werden, wenn beispielsweise ein Schritt der Hank in Aussicht steht. Dieses sollte dann auf ganz billigem Papier hergestellt und im »Jargon kostenlos in Hunderttausenden von Exemplaren unter der Menge verbreitet werden. Ich wurde auch ersucht.die Herren darauf aufmerksam zu machen, dass das Actions-Comite sich bemühe, die bereits in Entstehung begriffenen Turnvereine zu unterstützen, um die physische Ausbildung de« jüdischen Volkes auf diese Weise zu fördern und zu trachten, dass Uberall, VS«» es Zulässig jsl, derartige Turn S -erellln ili-S Leben geltllelt werden. Ebenso wurde der Wunsch geäussert, für die Ausbildung jüdischer Lehrer zu sorgen und zwar wurde die Aufmerksamkeit auf <iie Schule in Jaffa gelenkt. Das sind specielle Wünsche, die ich vorzuragen habe. Ich möchte aber nicht sch'iessen, bevor ich nicht auf die Worte des Herrn Mozkin ein wonig zurückkomme. Herr Mozkin hat hier ein freies Wort gesprochen und als freiheitlich gesinnter Mann kann ich das nur dankbar anerkennen. Er hat seine Meinurg unumwunden geäussert. Aber, meine Herren, vergessen Sie das e.ne nicht; wenn Sie heute unter die Masse hinaustreten — und ich masse mir in dieser Beziehung ebensoviel Erfahrung .an. wie Herr Mozkin — was linden Sie vor sich? Linden Sie ein na'ional oder religiös geeintes Volk vor sich? Zunächst nur ein religiös geeintes Volk. Täuschen wir uns darüber nicht! Es ist klar, dass uns hier in der Diaspora vielfach nichts anderes die Zusammengehörigkeit empfinden lässt, als unsere Xationatreligion. wenn ich sie so nennen darf. (Lebhafter Beifall.) Ich werde trotzdem nicht unter die Leute treten und ihnen sagen: ..Lesen Sie drei Capitel Tephilim oder machen Sie religiöse (Zeremonien mit!*' Aber die Erfahrung nah ich doch: Das religiös*» Gefühl der Leute darf man nirgends verletzen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen) und ich gestehe Ihnen aufrichtig — ich steh«» vielleicht diesbezüglich at feinem liberalen Standpunkt — aber so schwer es mir fällt, ich gestehe aufrichtig, gerade weil ich in der Stadt, in der ich wohne, eine etwas exponierte Stellung einnehme, hüte ich mich davor etwas zu thun. was das religiöse Gefühl der Leute verletzen könnte. (Lebhafter Beifall.) Der Zionismus will niemanden zu religiösen Lebungen zwingen, er verlangt nicht, Du mussr das oder das mitmachen, das eine darf er aber verlangen : „Tragt überhaupt keinen Zwiespalt in die jüdische Bevölkerung diesbezüglich hinein. (Lebhafter Beifall) lassen Sie jeden in dieser Beziehung nach seiner Enron selig werden, wir kommen so am allerbesten fort." Die Herren Rabnin.cn aber möchte ich bitten, und ich habe mich gefreut, in dieser Beziehung ich glaube von Herrn Rabbiner RabinowiUch ein sehr schönes Wort zu hören, die Herren Kabbinen mochte ich bitten, nicht immer und überall unnützerweise diese Eiage auf die Tribüne hinaufzuziehen. Was können Sie von uns verlangen? Dass wir nicht etwas