Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 99)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 99 — Hand, Herz zu Herz, und so wird dieser Congress grosse Lehren zurücklassen. Nur einen Wunsch möchte ich an das geehrte Actions-Comite richten, und der betrift'c die „Chowewe Zion* und die englische „Colonisation-Association*. Wir haben hier in England fortgeschrittene Organisationen dieser Gesellschaften. Die „Chowewe Zion" ist hier sehr stark. (Widerspruch.) Einige meiner englischen Freunde sind anderer Ansicht als icii; nun ich äussere nur meine Anschauung, Ich möchte nun bitten, dass das Actions-Comite seine Stellung zu diesen Gesellschaften klarlege. Persönlich bin ich der Ansicht, dass wir uns mit keiner Colunisations-Gesellschafc vereinigen können, die nicht unsere Prmcipien anerkennt. Wir sind auch für die Colonisation, vorausgesetzt aber, dass unsere Leute offen und auf gesetzlich gesicherter Basis nach Palästina kommen können. Das sind die Prägen, die ich an das Actions-Comüe richten wollte und gebe nur noch der Freude Ausdruck, im Namen der englischen Delegierten, dass der Congress in diesem Jahre in London ist und rufe ihnen allen ein herzliches Willkommen zu. (Beifall.) Del. Gissin-Moilew (spricht russisch). Vicepräs. Dr. Mandelstamm: Herr Gissin meint, dass im vorigen Jahre verschiedene Commissionen ernannt worden sind, wovon jede besondere Aufträge zu erfüllen hatte. Nun wäre zu erwarten gewesen, dass in diesem Jahre das Actions-Comite über diese Commissionen Bericht erstattet hatte. Dies habe er aber im Berichte vermisst. Berichterstatter Marmorek: Um diese Präge abzuschneiden, erlaube ich mir zu bemerken, dass der Bericht der verschiedenen Commissionen einen eigenen Punkt der Tagesordnung bildet. Dei. Motzkin: Ich wollte auf das Wort verzichten; ich habe es aber nicht gethan, weil einer derjenigen, die den Rechenschaftsbericht kritisiert haben, mich dazu zwingt. Ich bin nämlich auch der Ansicht, dass man wahrend der Kritik des Rechenschaftsberichtes ihatsächlieh das Meiste vorzubringen hat, nämlich über die Arbeit des Jahres, nicht nur seitens des Actions-Comite-;, sondern auch sonst, was speciell die Agitation und die Purin derselben berührte. Nur möchte ich mich nicht mit Vorwürfe gegen das Actions-Comite wenden, denn ich stimme dem bei. dass eigentlich die Hauptarbeit nicht dem Actions-Comiie zufällt, sondern den anderen, und dass das Actions-ConiiU' nur «las ausführende Organ bildet, dass es erst dann in der Lage ist zu arbeiten, wenn alle anderen Ueissig arbeiten. Uebrigens sehe ich auch nicht ein, wie wir imstande wären, hier solche Vorwürfe zu erheben; denn die Arbeit, welche das Actions- Comite auszuführen hat, entzieht sich noch auf diesem Congresse unserer Beurtheilung. Ks unterliegt keinem Zweifel, dass auf dem nächsten Congresse das Actions-Comite entweder uns Rechenschaft geben wird, oder dass wir diese fordern werden. Bislang aber verlangt es von uns Vertrauen und dieses müssen wir ihm in diesem Sinne ertheilen. (Beifall.) Ich hätte also überhaupt hier nicht das Wort ergriffen. Was mich aber angeregt hat, einige Worte zu sprechen, das ist die Art, wie man uns hier räth zu agitieren. Hier hat Rabbiner Landau die Präge aufgeworfen, warum die Massen nicht für uns sind, und er hat das Actions-Comite, ebenso wie die anderen beschuldigt, dass es das religiöse liefühl verletze. Also, meine Damen und Herren, Sie verletzen das religiöse Gefühl! Das braucht mau nicht zu leugnen; wenigstens der gi össte Theil der Zivilisten besteht aus solchen Kiementen. Ich verstehe aber gar nicht, was Rabbiner Landau eigentlich von uns will. Kr weiss, was der Zionismus bezweckt; er weiss auch ganz genau, dass der Zionismus an 7*