Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 93)
- Language
- German, English, Hebrew
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thum geschlagen, ungeheure Wunden, deren Opfer so viele Abfälle vom Judenthum in Deutschland sind. (Rufe: Rechenschaftsbericht!) Vicepräs. Dr. IVlandelstamm : Ich bitte, den Redner nicht zu unterbrechen. Rabbiner Landau (fortfahrend) : Das Actions-Comitc hätte diesbezüglich alles mögliche thun müssen, um eine solche Frage nicht aufzuweisen, überhaupt solche Fragen, welche geeignet sind, Argwohn in den breiten Massen der jüdischen Bevölkerung entstehen zu lassen, mit allen Kräften zu vermeiden. Noch etwas! Die Agitationsweise muss auch in der jüdischen Bevölkerung der Orthodoxie eine ganz ander*» sein, wie für die Juden, die die sogenannte westliche Cultur besitzen. Bei den westlich gebildeten Juden kann man schon mit dem Argumente -der Nationalität allein wirken. Wir belinden uns heute in einer Zeit, wo die Nationalitätenfrage derart zugespitzt ist, dass jedes Volk sich enge zusammensehliesst, und darum müssen auch die Juden nothge-drungeh sieh-als solche ansehen, wenn sie nicht eine Scheinexistenz führen-wollen. Abel* mit der Nationalitätenidee allein an das grosse jüdische Volk heranzutreten, wäre eine zu kleine Zugkraft. Abgesehen davon, dass der östliche Jude (Rufe: Zur Sache!) die grosse Nationalitätenfrage nicht genau in allen ihren Phasen und Erscheinungen kennt, sind überhaupt andere Moniente da, die für die gaiizischen Juden grössere Anziehungskraft haben, und hierher gehört vor allem anderen ahawas hoorez. die Liebe zu Palästina, die in den grossen Massen der Bevölkerung zu existieren nie aufgehört hat. Hierher gehört auch die Belebung der hebräischen Sprache, und diese beiden Momente wären, wenn man sie geeignet anwenden wollte, passende,Mittel, um die jüdischen Massen für den Zionismus zu gewinnen. Leider ist aber in diesen beiden Punkten von Seite des Actions-Comites nach meiner Ansicht nichts geschehen. (Widerspruch.) Es ist wohl möglich, das in Russland sich sogenannte hebräische Spracheurse gebildet haben, aber dies geschah nicht durch die Initiative des Actions-Comites. sondern aus einem inneren Drange der russischen Zionisten. (Beilall.) Dasselbe können wir auch von Rumänien, dem Lande, das ich hier repräsentiere, sagen. In Rumänien sind auch einige Vereine mit der Tendenz entstanden, jüdisches Wissen, jüdische Geschichte, jüdische Sprache zu lehren. Ein praktischer Erfolg wurde aber nicht erzielt, und zwar darum nicht, weil uns die Möglichkeit gefehlt hat, überhaupt etwas Praktisches zu fördern, und dies ist eine Unterlassung von Seite des Actions-Comites. Heute, wo dasselbe thatsächlich mit den grossen politischen Zielen nicht soweit gekommen ist, wie vielleicht mancher erwartet hat, — ich bin allerdings derjenige, »1er nichts anderes erwartet hat — wäre es angezeigt, wenn das Aetions-Comite in dieser Richtung sich der Aufgabe unterziehen würde, für die Erweckung, für die Förderung, für die Erzeugung der Liebe zum Lande und für die thatsächliche Verbreitung der hebräischen Sprache zu sorgen. Es ist nicht meine Absicht, hier anzuklagen. — ich will überhaupt dasjenige, was geschehehen ist, als etwas Geschehenes gelten lassen — ich appelliere nur an den verehrten Congress mit der Bitte, derselbe möge bescbliessen, dem künftigen Ac^ons-Comitc die Directive zu ertheilen, für das künftige Jahr diesen zwei Dingen mehr Aufmerksamkeit und mehr Pflege angedeihen zu lassen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Ellmann (zur thatsächlichen Berichtigung) : Meine Herren und Damen! Es gehört etwas ganz anderes als Muth dazu, um mit einer Stimme, wie die meinige, in einer solche^h