Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 88)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476262--1160-3477296- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wesend sind, wo^on verschiedener krankhafter Stollen unserer Bewegung die Bedeutung derselben nicht ganz gut beurtheilen und sie richtet die Bitte an das Actions-Comite, den politischen Zionismus den russischen Juden in Erinnerung zu bringen. Die zweite Frage, die sie stellt, ist folgende: Wenn bei dem jetzigen Stande der Dinge, falls wir noch als politisches Ganze functionieren, eine solche Katastrophe, wie die rumänische eintritt, fragt sie, ob wir berechtigt sind, aus unserer Cassa die notwendigen Geldopfer zu bringen, und wenn diese Frage mit ja beantwortet wird, ob darauf Bedacht genommen wird, dass sich die Bank damit beschäftige: ob wir überhaupt berechtigt sind, wie geäussert wurde, für die Arbeiter, die Palästina verlassen müssen, Gelder aus der Bank auszugeben. Del. Rabb. Rabinowitsch. Mein Zweck ist, einen kurzen Bericht von meiner Arbeit als Mitglied des Acrions - Comites in meinem Rayon zu geben. Ich möchte bei dieser Gelegenheit einige Worte überhaupt über den Zionismus sprechen. Wir drücken mit Vergnügen unsere Freude darüber aus, dass sich der Zionismus immer weiter verbreitet. Ich bin schon zum drittenmale auf dem Congress und nehme wahr, dass der Zionismus immer mehr prosperiert. (Beifall.) Es ist begreiflich, dass in verschiedenen liegenden auch verschiedene Parteien existieren, welche gegen den Zionismus sind. Niemand darf erwarten, dass, wenn er das alte Haus umstürzt, auf der Stelle ein neues Haus entsteht. Im alten Hause herrschte stets grosse Unordnung, aber wenn das neue Haus erbaut sein wird, wird überall hoffentlich Ordnung herrschen. Leider ist das Haus, in welchem wir uns unseren Reichthum erhalten, d. i. die Nationalität, eingefallen und die Nationalität hat keinen Bestand gehabt. Jetzt hat uns Gott die Möglichkeit gegeben, unsere Nationalität in unserem zukünftigen Hause aufzustellen und wir hoffen, dass im neuen Hause in Palästina unsere Nationalität zui Blüte gelangen wird. Warum sind die Rabbiner gegen den Zionismus? Es liegt ein Irrthum vor: Die Orthodoxen sind gegen die Cuitur. Del. Lebenhart (Prag, zur Geschäftsordnung.) Mit Rücksicht auf den Umstand, dass die Anzahl der zum Worte gemeldeten Redner eine ungewöhnlich grosse ist und dass das Material nicht erschöpft werden kann, selbst wenn alle diese Herren sprechen, beantrage ich Schluss der Debatte und glaube, dass man sich auf ein oder zwei Generalredner beschränken sollte. (Widerspruch). Del. Temkin (zur Geschäfts-Ordnung, spricht russisch). Vorsitzender Dr. Mandelstamm übersetzt: Herr Ingenieur Temkin meint, dass die Herren Rt-dner vom Thema, welches gestellt ist, zu sehr abweichen und die Reden daher nicht zur Tagesordnung gehören. Er bittet, dies fernerhin vermeiden zu wollen. Del. Oscar Maromrek {zur Geschäfts-Ordnung.) Namens des Actions- Comites möchte ich bitten, den Antrag des Herrn Lebenhart abzulehnen, dass es für uns von grösstem Interesse und Wichtigkeit ist, alle Meinungen, welche durch die verschiedenen Herren Delegierten zum Ausdrucke kommen, zu hören. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich möchte aber ebenfalls die Meinung des Herrn Ingenieur Temkin unterstützen, es mögen die Herren Redner sich streng* an die Sache halten, damit wir mit dem überaus grossen Stoffe, denn dieser Congress zu bewältigen hat, in der ihm gesteilten Frist auskommen. Del. Schlaposchnikoff (zur Geschäfts-Ordnung — spricht russisch). Del. Levy (Blackburne): Ich möchte bitten, den Antrag auf Schluss der Debatte abzulehnen, da die verschiedenen Landsmannschaften überhaupt noch nicht zum Worte gekommen sind. Del. Bernstein-Kohan: Ich "bitte das verehrte Präsidium dem Beispiele des vorigen Jahres zu folgen. Wir haben gesehen, dass solche