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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1900-01-01 · 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900 · p. Seite 63

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 63 (sequence 63)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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mit ihrer Zeit und ihren Mitteln sich ihnen so bereitwilligst zur Verfügung stellten. Aber ein gleiches Wort des Dankes schulden wir auch der grossen christlichen Bevölkerung, die durch ihre werkthätige Sympathie >o vieles beitrug, um die immerhin zutage tretenden Reibungen auf ein Minimum zu beschränken. Doch wäre es nutzlos, zu leugnen, dass bis zu einem gewissen Grade Reibungen entstanden sind. Die Umstände haben dies veranlasst, nicht die Leute, oder schlechte Absichten, und ich verschliesse meine Augen nicht der Thatsaehe, dass eine Steigerung der Einwanderung, wie eine solche durch das Unglück in Rumänien zu erwarten steh!, auch eine Verschärfung dieser Reibungen zur Folge haben wird. Glücklicherweise ist diese Reibung beschränkt geblieben auf das geschäftliche und gesellschaftliche Leben und 'wird es auch weiter bleiben Und dennoch haben wir gerade die sociale. Reibung in den Vereinigten Staaten auf das meiste zu fürchten. Ich kann mich nicht der Furcht entschlagen, dass die Juden in Amerika sowohl als in Westeuropa vor die Alternative gestellt sein werden, die vollständige Assimilation mit allen ihren Consequenzen über sich ergehen zu lassen (welche Forderung die nichtjüdische Bevölkerung an uns stellt), oder in ein geistiges und sociales Ghetto zurückzufallen, was am härtesten diejenigen treffen würde, diu bereits die Früchte der modernen (üvilisation und Cultur in so reichem Masse genossen hüben. Nicht genug andern, stehen wir noch vor einer zweiten Schwierigkeit, in einer nichtjüdischen Umgebung den jüdischen Idealen und jüdischen Gebräuchen, welche nach meiner Meinung das glorreichste Erbe unserer Vergangenheit bilden, treu zu bleiben. Wir Zionisten linden natürlich die Antwort auf alle diese Fragen im Baseler Programm. Es ist ganz selbstverständlich, dass unsere zionistischen Vereine, die sich vom atlantischen bis zum stillen Ocean, von den grossen Seen bis zum Golf von Mexico ausbreiten und die zu einem grossen Theile aus Neueingewanderten bestehen, welche die schwere Hand der Unterdrückung am eigenen Leibe verspürt haben, welche wissen, was es heisst, zu leben und zu kämpfen für ein grosses Ideal, in erster Linie berufen sind, diejenigen ihrer Brüder, die noch im Elend leben, die helfende Hand hinzuhalten. Es freut mich aber, Ihnen mittheilen zu können, dass wir während der letzten Jahre uns die Achtung aller Glassen der Juden errungen haben, auch derjenigen, die sich vorläuüg noch nicht trauen, au unserer, der Zukunft geltenden Arbeit theilzunehmcn. Der Spott und Hohn, mit dem man uns vor einigen Jahren begrüsste, ist gänzlich verflogen und die Juden der Vereinigten -Staaten, welcher Giassc und weicher Meinung sie auch angehören, haben sich über- . zeugt von der neuen Stärke des wiedererwachten alten Ideals, das die ganze Judenheil ergriffen hat. Viel von unseren Erfolgen verdanken wir in erster Linie der englischen, jüdischen und hebräi-

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