Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 4 (1900) London, 13. bis 16. August 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, English, Hebrew
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Folgerungen ziehen. Orr wäre ein schlechter Freund der hiesigen Juden sowohl wie der auswärtigen, der den Verfolgten rat heu würde, hierher zu flüchten. Unsere hiesigen Brüder könnten sich über ihre glückliehe Lage nur zitternd heuen, wenn sie eine Anlockung für unsere Verzweifelten bedeutete. Eine solche Zuwanderung wäre eine Befahr für die hier Ansässigen, aber auch für die Ankömmlinge. Denn diese würden in ihren armseligen Bündeln ahnungslos dasjenige importieren, wovor sie Hieben — ich meine den Antisemitismus. Wohl aber wird es uns gestattet sein, für einige Tage das Xomadenzeit unserer Discussionen iiier aufzuschlagen, weil wir die Lösung der Judenlrage öffentlich erörtern wollen. In der Zeit von einem Congresse zum anderen bemühen sich unsere Gegner eifrigst, unsere Absichten mit einem Geschlinge unwahrer 1 >arsteliungen zu überdecken, so dass es bei jeder Zusammenkunft unsere erste Aufgabe sein muss, mit ein paar Axthieben diese Wucherungen zu beseitigen und den Baum bloßzulegen. Wir haben dabei die Freude, zu sehen, dass unser Baum gesund ist und dass er wächst. Der Zionismus will für das jüdische Volk eine öffentlichrechtlich gesicherte Heimstätte in Baiästina! Dieses Programm haben wir vor drei Jahren aufgerichtet, für immer. Ks muss einem sehr tiefen Bedürfnisse, einer sehr alten Sehnsucht unseres Volkes entsprochen haben, sonst wäre es nicht erklärlich, dass es solche Wirkung gehabt, hat. Ich brauche diese Wirkungen heute nicht mehr aufzuzählen, .leder kennt sie, jeder sieht und hört sie. Vor vier Jahren konnte jemand fürchten, sich lächerlich zu machen, wenn er vom jüdischen Volke sprach. Heide macht sich derjenige lächerlich, der die Fxistenz des jüdischen Volkes leugnet. Bin Bück in . diesen Saal, wo unser Volk durch Delegierte aus der ganzen Welt vertreten ist, genügt für den Beweis. Diese Thatsache hat aber nicht nur für uns etwas zu bedeuten, sondern aueh für andere. Verspricht sie den einzelnen Ländern eine menschenwürdige, anständige Lösung der schweren jüdischen Frage, so enthält *de gleichzeitig auch grosse Perspectiven für den Orient. Bu*er Wiederer-chcineu im Laude unserer Vater, von der Heiligen SchrU't vorhergesagt, von Dichtern besungen, vom armen Volke ' unter Thränen ersehnt und von jämmerlichen Spöttern Verlacht — unsere Rückkehr ist aueh eine Sache von actuellstem politischen Interesse, für die Mächte, die in Asien etwas zu suchen haben. Gestalten Sie mir einige Worte aus der Eröffnungsrede des IL Congresscs zu citieren. Im Jahre 181)8 wurde in Lasel gesagt: „Das Land (Baiästina) ist nicht nur die Heimat der höchsten Ideen und des unglücklichsten Voikes, es ist auch durch seine geographische Lage von bedeutender Wichtigkeit für ganz Europa. Da wird in