Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 220)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 220 — Del. Dr. I. Marmorek: Ich kann mich mit dem Antrage des Herrn Kessler nicht einverstanden erklären. Dasselbe könnten ja auch andere Landsmannschaften verlangen. Es ist absolut nicht parlamentarischer Usus, dass der Träger einer Function, die ihm seitens einer Versammlung zugetheilt wurde, selbständig einen Vertreter nominieren kann. Dabei können — ich spreche nicht von Herrn Kessler — möglicherweise Freundschaften mitspielen, und deshalb spreche ich mich aus principiellen Gründen dagegen aus. Del. Dr. Klee: Ich halte das Bedenken für so ausserordentlich formalistischer Natur, dass es nicht in Frage kommen kann. Es ist selbstverständlich nicht in der Hand des Delegierten, einen Stellvertreter selbständig zu machen, sondern das Actions-Comite muss mit dazu seine Genehmigung und Einwilligung geben. Del. Dr. Bodenheimer: Ich glaube, wir kommen über die formalistische Frage vollkommen hinweg. Der erste Congress hat ganz bestimmt und deutlich beschlossen, dass jedes Mitglied des Actions-Comites berechtigt sein soll, einen Stellvertreter zu ernennen, und zwar war beabsichtigt ein Stellvertreter in Wien. Der Sinn, die Bedeutung dieses Beschlusses war, dass im Verhinderungsfalle ein Vertreter des Actions- Comites zugegen ist. Wenn im Principe die Möglichkeit der Stellvertretung auf diese Art vom Congresse beschlossen ist, kann diese Vertretung ohne Zweifel auch in diesem Falle ausgeübt werden, wie es von dem Herrn gewünscht wird. Vors. Dr. Herzl: Das ist etwas anderes, aber wir wollen hier keine juristische Auseinandersetzung führen. Dagegen scheint die Bemerkung des Herrn Dr. Klee das Richtige zu treffen, da dem Actions-Comite ohnehin eine gewisse Controle gesichert ist und die Cooption auch auf anderem Wege durchgeführt werden könnte. Es wäre zulässig, ich will darüber nicht entscheiden. Der Congress kann auch verfügen, dass auch diese Wahl zur nochmaligen Besprechung an den Permanenz-Ausschuss geleitet werde. Diese Frage halten wir offen. Und nun bitte ich jene, welche für den Transvaal Herrn Kessler im Actions-Comite haben wollen, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Bevor ich die Annahme verkünde, spreche ich gewiss Ihren Wunsch aus, wenn ich das Comitemitglied für Transvaal ersuche, sich möglichst dort aufzuhalten, wo es wirken soll, und falls es dauernd verhindert ist, uns eine diesbezügliche Mittheilung zu machen, damit wir in der Lage sind, etwas vorzukehren. (Nach einer Pause.) Angenommen. Berichterstatter York-Steiner : Für Frankreich: Dr. Alex. M armore k. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) A n g e n o m m e n. Für die Schweiz: Rechtsanwalt Dr. Friedmann (Basel). Angeno m m e n. Für Bulgarien: Carl Herbst aus Sofia. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Angenom m e n. Bezüglich Italiens habe ich eine Bemerkung zu machen. Unser Delegierter bisher war der hochverehrte Herr Rabbiner Dr. Sonino in Neapel. Dieses ist geographisch auf dem äussersten Posten in Italien und ist gewiss der äusserste Posten des Judenthums. Dort, wo man den Vorposten braucht, kann man aber nicht die Streitmacht haben. Es ist taktisch richtiger, mitten im Gentrum des italienischen Judenthums einen Vertreter zu haben, und bei der