Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 187)
- Language
- German, English, Hebrew
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- 187 - brüder zu verbessern, deren Dasein unerträglicher als das von Sclaven ist. Verlassen Sie deshalb niemals, ich bitte Sie, meine Herren, diese unsere unglücklichen Brüder; stehen Sie Ihnen vielmehr treu zur Seite und richten Sie dieselben nach besten Kräften auf, wissen wir doch alle sehr wohl, dass das beste Mittel, anderen zu helfen, darin besteht, sie in Stand zu setzen, sich selbst zu helfen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Lassen Sie nicht, ich bitte, meine Herren, sich von Ihrem Ziele ablenken durch die Behauptung unserer Feinde, dass der Zionismus eine tiefe Verstimmung zwischen der türkischen Regierung und ihren jüdischen Unterthanen hervorrufen könnte. Das entspricht durchaus nicht der Wahrheit, denn eine der grossen Aufgaben des Zionismus besteht darin, den Versuch zu machen, von dem Sultan auf friedlichem und diplomatischem Wege diejenigen Concessionen zu erlangen, welche das jüdische Volk in Stand zu setzen vermögen, gesetzlich geschützte Golonien in Palästina zu gründen. Golonien im grossen Stile ohne gesetzlichen Schutz sind gar nicht denkbar. (Langanclauernder, lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Was das gelobte Land zu seiner erfolgreichen Entwicklung bedarf, ist Capital und Ar b e i t. Keines von beiden aber wird man sicherlich einem Lande zuführen, in welchem eine grosse Unsicherheit herrscht. Die Verwahrlosung und nicht der Mangel an fruchtbarem Boden ist schuld an dem unbefriedigenden Zustande von Palästina, dessen natürliche Hilfsquellen so entwicklungsfähig sind, dass, wie uns Golonel Conder, die erste Autorität in dieser Frage, versichert, das Land sehr wohl eine zehnmal dichtere Bevölkerung als die jetzige ernähren könnte. Ich bin überzeugt, es muss für alle guten Zionisten eine Quelle tiefer Bekümmernis gewesen sein, dass — wie es in der That ist — ihre Bestrebungen entstellt wurden. — Wir wissen ja zur Genüge, dass alle erdenklichen Schmähungen gegen diejenigen geschleudert wurden, die den Muth hatten, das Panier des Zionismus hochzuhalten. Die gehässigsten Anschuldigungen sind namentlich gegen unsere Führer vorgebracht worden; und was dieses Vorgehen noch verschlimmert, ist der Umstand, dass eine gewisse Richtung der jüdischen Presse unsere Verleumder noch unterstützt. Mit Bezug darauf erlaube ich mir, Ihnen, hochverehrte Herren, denselben Rath zu ertheilen, den ich bereits den englischen Zionisten gegeben habe, nämlich den, alle unwürdigen Gegenbeschuldigungen zu unterlassen — und nicht nur alle Lästerungen, welche gegen uns ausgestreut werden, mit gebürlicher Verachtung zu strafen, wie es den Verfechtern einer starken und sieghaften Sache gegenüber den Vertretern einer schwächeren und verlorenen Sache geziemt. — Und schliesslich können wir uns damit trösten,