Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 182)
- Language
- German, English, Hebrew
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- 182 — schruuizigen Gedanken, alle unwürdigen Zweifel und Verdächtigungen! beschämt und in die Flucht schlägt, wTeil ich unter dem doppelten Banne der ruhigen Logik Dr. Gottheils und der beredten Begeisterung Dr. Stephan Wises versprochen hatte, es zu thun. Bei meiner Rückkehr nach Amerika werde ich angegangen werden, meinen Eindruck über den Congress und über die Zukunft des Zionismus mitzutheilen. Ueber den ersten ist hier nicht der Ort, zu sprechen. Ueber den zweiten ist etwas zu sagen in Verbindung mit einer so prosaischen Sache, wie die Buchführung eine ist. Gerade darum, weil ich Zionist bin, seit ich die Lehren meiner theuren und edlen Mutter verstehen lernte, gerade weil ich die romantische und idealistische, ja, die religiöse Kraft des zionistischen Programmes voll realisiere,.' verstehe ich auch die Gefahr, die darin liegt, die nüchternen Alltagsangelegenheiten zu vergessen, die dem poetischen Gemüthe so lästig, jedoch von solchem Gewichte sind. In Betreff dieser Angelegenheiten werde ich befragt werden, nicht von unseren Gegnern, nicht von Antizionisten — denn um diese kümmere ich mich nicht — sondern von solchen, die, wenn sie einen klaren Weg vor sich sähen, gerne mit uns gehen, zu uns gehören würden; von solchen, die uns helfen können und, ich hoffe, dies auch wollen werden; von solchen, die wie ich selbst an Israels Pflicht glauben und auf Israels künftige Glorie bauen, weil sie auf Israels Gott glauben und vertrauen. Von diesen haben sich viele von der zionistischen Organisation ferngehalten wegen der Reserve, die bis jetzt denen, deren Urtheile ich hier nicht in Frage stelle, in Bezug auf gewisse Taktikangelegenheiten und auf gewisse Rechnungsfragen nöthig geschienen hat. Ich spreche hier nur von diesen letzteren. Ich zog es vor, dies in Verbindung mit dem Thema der Organisation zu thun, anstatt in Verbindung mit dem Berichte des Comites über Rechnungsablegungen, so dass es niemandem möglich ist, Bemerkungen, die sich auf die Vorherbestimmung gewisser Geschäftsmethoden als Zukunftsgepflogenheiten beziehen, als unvortheilhaften Hinweis auf Methoden oder Angelegenheiten der Vergangenheit aufzufassen. Unsere Organisation nimmt erst jetzt Form an, und so lange sie noch bildsam ist, ist es noch Zeit, diese Form zu bestimmen. Unser geehrter und ehrenwerter Präsident hat durch seinen gestrigen Bericht einige der Ursachen behoben, die diejenigen, von denen ich sprach, bisher verhinderten, sich mit ihm und mit uns zu vereinigen; aber er hat dies freiwillig gethan, nicht geschäftsordnungsmässig. Um ihn mit einemmale der Nothwendigkeit freiwilliger Mittheilung zu überheben oder die mögliche Last, sie zurückzuhalten, von ihm zu nehmen, darum liegt es mir am Herzen, dass solche Mittheilungen eine einfache Sache der Geschäftsordnung werden sollen, frei von Geheimnis oder unnöthiger Erregung. Kein Tornado ist so destructiv wie ein „Sturm im Theetopf"; das ist manchmal richtig. Möge der Deckel unseres Theetopfes von Jahr zu Jahr gelüpft werden, und es wird nie ein Sturm darin herrschen, noch wird er verbrühender Explosion ausgesetzt sein. Dadurch, dass das üscalische Jahr am 20. Juni schliesst, wird Zeit genug geboten, vor dem Congresse eine classifieierte Bilanz aufzustellen, aus der Ein- und Ausgänge, Bilanzen, Werte und Verpflichtungen in klarer, gesehäftsmässiger Weise hervorgehen. Als Mitglied des Rechnungsverhör-Comites hatte ich Gelegenheit, die Nettigkeit der Rechnungen Hr. Reichs zu bewundern, sowie ich auch die Pflicht und das Vergnügen hatte, deren Sorgfältigkeit und Correctheit zu bezeugen; ich bin überzeugt davon, dass er leicht eine Aufstellung vorbereiten könnte, die alle nöthige Information mit Ausschluss langweiliger und unnöthiger Details enthielte. Ferner sollten den Auditoren, die von jedem Congresse dazu bestimmt werden, die Bücher und