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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 160

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 160 (sequence 160)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 160 — Del. Dr. Mandelstamm: Der Herr Bedner meint, dass, da wir weder den einen noch den anderen Herrn kennen und es gar nicht zulässig sei7 dass wir hier die Wahl eines dieser Herren vornehmen. Del. Oscar Marmorek: Ich beantrage, dass wir nur den Antrag Ussischkin annehmen und dass über den. Antrag H e r b s t zur Tagesordnung übergegangen werde, weil die Frage, die er berührt hat, eine zu weitgehende ist, um hier nur so im Vorübergehen entschieden zu werden. Vors. Dr. Herz!: Ich bringe demnach den Antrag des Herrn DeL Ussischkin zur Abstimmung. Diejenigen, welche für diesen Antragsind, wollen die Hand erheben. Del. de Haas (übersetzt englisch. — Geschieht). Vors. Dr. Herzl: Bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe geschieht.) Der Antrag Ussischkin ist angenommen, und damit entfallen alle weiteren Anträge. Der Herr Del. W e i z m a nn beantragt hierzu, dass die Resultate der Arbeiten dieser Commission drei Monate vor dem nächsten Congresse den zionistischen Organisationen bekanntgegeben werden. Ich glaube, dieser Antrag spricht so sehr für sich selbst, dass ich ihn ohne weitere Abstimmung der Commission zur Begutachtung übergeben werde. Es ist nicht zu zweifeln, dass die Commission sich darnach richten wird. Herr Prof. Belkowsky, ich bitte Sie, sämmtliche Ihre Anträge Herrn Dr. Kokesch zu übergeben zur Behandlung in dieser Commission. Ich werde jetzt, obwohl auf der Tagesordnung zunächst die Debatte über die Organisation steht, dem Cultur-Ausschusse das Wort geben, weil Herr Dr. G a s t e r morgen vielleicht nicht mehr in der Lage wäre, uns seinen Vortrag zu halten. Das Wort hat Herr Dr. Gast er. (Stürmischer, langandauernder Beifall und Händeklatschen im Saale und auf der Gallerie.) Del. Dr. Mandelstamm übernimmt den Vorsitz. Del. Dr. Gaster (stürmisch acclamiert): Meine Damen und Herren! Ich hatte eigentlich erwartet, dass unsere Frage der Cultur ein Theil der Organisation sei; denn thatsächlich handelt es sich doch darum, nicht bloss die materielle Kraft unseres Volkes zu organisieren, sondern besonders die geistige Kraft unserer Nation zu wecken und zu organisieren. Ich sehe aber, dass ich jetzt das Wort ergreife, um Ihnen mitzutheilen, w?s die Cultur-Commission Ihnen mitzutheilen hätte, eigentlich wenig und doch viel, wenig von dem, was geleistet, viel von dem, was erhofft wird. Ich komme mir eigentlich wie ein Träumer vor, und ich muss eingestehen: Ich glaubte, Ihr werdet mir zurufen, wie es in alter Zeit geschehen ist: „Da kommt der Träumer wieder, um uns von seinen Träumen zu erzählen." Und thatsächlich ist doch auch unsere Culturfrage der grosse prophetische Traum unseres Volkes, die grosse prophetische Vision, welche unser Volk durch die Jahrtausende gehegt, das grosse Ideal, welches seinem geistigen Auge zeitlebens vorgeschwebt und tief das Leben unseres Volkes beeinflusst hat. Jedes Volk und jeder Mensch ist durch das Ideal beeinttusst, welches lange vor seinem Gesichtskreise weilt. Wenn ein Volk, von der Schönheit der Natur ergriffen, schöne Kunsterzeugnisse hervorbringt und sein Auge und Gemüth stets daran labt, so wird unwillkürlich seine Seele, sein Geist denselben Motiven

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