Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 143)
- Language
- German, English, Hebrew
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selbstverständlich noch heute. Was den Abänderungsantrag des Herrn Dr. Motzkiii. die Verleihung von ^0 Gründeractien anlangend, betrifft, so erlaube ich mir hiezu Folgendes zu bemerken. Es ist das. wie schon der Herr Präsident bemerkt hat, einfach ein Act der Dankbarkeit. Aber ganz abgesehen davon, erblicke ich darin auch eine Gewähr einer grösseren Sicherheit, wenn eine solche Actie auf Lebenszeit gegeben wird, als wenn sie heute diesem, morgen jenem verliehen wird. Ich werde das gerade mit den Argumenten des Herrn Dr. Motzkin beweisen. Im vorigen Jahre waren hier Leute, die Ihnen sehr viel Begeisterung verzapft haben, die von der öffentlichen Estrade hier Ansprachen an Sie hielten, dass man darauf geschworen hätte, sie seien Zionisten mit Leib und Seele. Unter dem Eindrucke der damaligen Eeden hätte ihnen gewiss der Congress eine oder zwei Gründeractien verliehen, und ein Jahr darauf— was sehen wir? — keine Spur von Zionismus. Wenn aber das Actions-Comite nach genauer Auswahl der Personen findet, dass eine Grüncleractie an irgend jemanden verliehen werden könne, so übernimmt das Actions-Comite damit eine sehr grosse Verantwortung, und ich glaube, unter dem Drucke dieser Verantwortung wird es gewiss nur an solche Personen Gründeractien verleihen, welche die unzweifelhafte Gewähr dafür bieten, dass sie in unserem Sinne stets wirken werden. Was die Bemerkung des Herrn Dr. Motzkin anlangt, dass wohl Regierungen ein Herrenhaus brauchen, nicht wir, so mache ich darauf aufmerksam, dass gerade dieser Fürst L o b k o w i t z, oder wie er heisst, eine bessere Gewähr dafür bietet, dass er nicht demokratischen Ansichten huldigen werde, als Leute, die heute in einem liberalen Club, morgen in einem antisemitischen Club und übermorgen in irgend einem anderen wieder sitzen. Wo eine verantwortliche Person weiteren Personen die Verantwortung überträgt, ist eine sichere Gewähr vorhanden, dass in dem Sinne das Mandat ausgeübt wird, wie wir es wünschen. Ich würde bitten, auf den Vorschlag des. Herrn Dr. Motzkin nicht einzugehen. (Beifall und Zischen.) Del. Ussischkin (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüsst, spricht russisch). Dr. Kohan-Bernstein: Herr Ussischkin theilt alle Anträge für die Aenderung der Statuten in zwei Theile: in den ersten The.il komme der Punkt 1, in den anderen Theil alle übrigen. Er bezweifelt nicht, dass das Actions-Comite, wrelches das ganze Jahr gearbeitet hat, den Willen des Volkes ganz genau kenne und ganz genau diesen Punkt durchführen wird. Mit diesem Punkte sind wir zu Ende. Wir brauchen darüber nicht mehr abzustimmen. Das gilt für ihn als mit Acclamation angenommen, weil es der Wille des Volkes ist. Er glaubt auch, dass man über den ersten Punkt nicht abstimmen soll, besonders über das Amendement von Schenkin, und bittet Herrn Schenkin, dass er das Amendement zurückziehe, da es für diesen Punkt von grosser Wichtigkeit ist, dass er mit Acclamation angenommen werde. Wenn über das Amendement des Herrn Schenkin abgestimmt würde, liegt die Furcht nahe, dass die Acclamation verloren gehe. Er spricht sich auch gegen den Antrag des Herrn Dr. Motzkin aus, dass über die Nichtverleihung der Gründeractien debattiert werde. Er meint, dass dieser sowie alle übrigen Anträge der juridischen Commission unter Vorsitz des Herrn Präsidenten Herzl übergeben werden müsse und dass man warten müsse, bis sie einen Bericht erstattet Imben werde. Er spricht sich auch gegen den Antrag Dr. Herzls aus, dass man sich beeilen solle, die Actien an die Männer zu vertheilen, welche sich grosse Verdienste um die Bank erworben haben. Er glaubt, sie können auch noch ganz gut ein Jahr warten. Er glaubt, alle diese Fragen können von der