Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 124)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 124 — Lage, mitzutheilen, dass dasjenige, was von den russischen Delegierten vorgeschlagen wurde, vom Bank-Ausschusse acceptiert worden ist. Die Arbeiten desselben sind, aber noch nicht zu Ende. Vors. Dr. Herzl: Es wäre wünschenswert, wenn Sie zum Schlüsse der Sitzung die fertigen Arbeiten vorlegen könnten, da wir eine Resolution nach einmaligem Anhören nicht ohne weiteres annehmen können. Wenn der Äusschuss die Sache geprüft hat, wird der Congress imstande sein, sich darüber auszusprechen. Damit wäre dieser Punkt erledigt. Vielleicht können Sie noch, bis die eingezeichneten Redner gesprochen haben, den Rest erledigen und während der Sitzung uns vorlegen. Del. Dr. Ettingen (spricht russisch). Del. Dr. Tschlenow: Herr Ettingen macht auf Folgendes aufmerksam: In den Bankstatuten ist eine grosse Rolle den sogenannten Governors zugesprochen. Sie haben zwischen dem Aufsichtsrathe und dem Verwaltungsrathe zu vermitteln, und im Prospecte ist wenigstens gesagt worden, dass die Governors auch Männer sein können, die gar nicht Actionäre der Bank sind: Leute also, die es gar nicht nöthig finden, die Actien der Bank zu kaufen, sollen einen so grossen Einfluss auf die Bank ausüben? Ausserdem citiert Herr Ettingen einen Punkt des Prospectes, in welchem gesagt ist, dass der Verwaltungsrath aus 9—15 Mitgliedern besteht, darunter 3—5 Governors. Er beanstandet also, dass die Governort:, die dasselbe Recht haben wie die Directoren, trotzdem keine einzige Actie besitzen müssen. Vors. Dr. Herzl: Darauf ist zu antworten, dass die Governors die Vertreter des Aufsichtsrathes sind. Der vom Congresse ernannte Aufsichtsrath ist ja nicht in London, muss aber in London durch Leute vertreten sein, welche die Verbindung herstellen. Das sind also Vertrauenspersonen, die dem Aufsichtsrathe, also dem Congresse, einen Dienst leisten, und von solchen kann doch nicht verlangt werden, dass sie infolge dieser Vertrauensstellung noch zu einer Anlage veranlasst werden. Ich glaube, diese Aufklärung wird dem Herrn Dr. Ettingen genügen. Sollten Sie sich damit nicht zufrieden geben, Herr Doctor, so steht es Ihnen selbstverständlich frei, ähnlich wie es Herr Dr. Bernstein- Kolian gemacht hat, in Form einer Resolution Ihren Wunsch vorzutragen oder in der Generalversammlung, die morgen stattfindet, zur Sprache zu bringen. Del. Schenkin (spricht russisch). Del. Dr. Tschlenow: Der Herr Delegierte sagt, dass er nicht wiederholt hat, was Dr. Bernstein-Kohan gesagt hat, sondern dass er etwas neues hinzugefügt hat. Darum hat er den Wunsch, dass seine Aussage übersetzt werde. Vors. Dr. Herzl: Ich bitte das zu thun. Del. Dr. Tschlenow: Herr Schenkin macht darauf aufmerksam, dass Dr. Kohan-Bern stein vorgeschlagen hat, man soile den ersten Punkt so ändern, dass die Colonisation nur im Oriente, besonders in Syrien und Palästina, stattfinden soll, dass aber Industrie-Unternehmungen und andere Geschäfte in allen Welttheilen sollen gemacht werden dürfen. Herr Schenkiii hat die Befürchtung, dass, wenn die Bank einen grossen Theil ihrer Capitalien in Fabriks-Unternehmungen in anderen Welttheilen stecken haben wird, sie diese Capitalien nicht so leicht wieder herausbekommen werde. Er schlägt also vor, dass man diesen Punkt dahin ändern soll, dass die Bank die Colonisation und die Fabriks-Unternehmungen nur im Orient, besonders in Syrien und Palästina, vornehmen soll. Was die anderen VVelttheüe^anlangt, so soll die Bank nur solche Unternehmungen ins Leben rufen, welche die Capitalien.