Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 104)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 104 — Vors. Dr. Gaster: Meine Herren! Die fünf Minuten sind um. Gestatten Sie dem Herrn Referenten weiter zu sprechen? (Lebhafte Rufe : Natürlich!) Dann bitte ich, fortzusetzen. Berichterstatter Oscar Marmorek: Wir wünschen also nichts sehnlicher, als nach allen Kräften alle einzelnen und alle Gemeinschaften der Zionisten der ganzen Welt zu vereinigen, und keine Differenz und keine Missstimmung irgend welcher Art aufkommen zu lassen. Wenn wir manchmal den Wünsche unserer Brüder nicht entsprechen, so ist nur die Unzulänglichkeit unserer Mittel daran schuld. Wenn unser Freund Herbst aus Bulgarien uns den Vorwurf macht, dass wir für den Volksunterricht nichts thun, so hat das eben darin seinen Grund. Wir haben mit Bedauern die von ihm geschilderten Verhältnisse zur Kenntnis genommen. Wir wissen wohl, wie recht es ist, wenn der Herr Redner ausgesprochen hat, dass wir eine ganz bestimmte Bedeutung für die Chowewe Zion haben. Denn seit dem Augenblicke, wo die zionistische Bewegung existiert, haben sich die Einnahmen der Chowewe Zion bedeutend gesteigert und deshalb ist es berechtigt, wenn behauptet wird, dass es nicht angehe, dass die Chowewe Zion dem jüdischen Volke nicht Rechenschaft legen müsse über ihr Thun. Wir haben aber kein Recht, diese Rechenschaft hier zu verlangen, aber wir sind überzeugt, dass mit dem Wachsthum und dem Erstarken unserer Bewegung alle diese Mittel nicht mehr nach dem Wohlwollen und Gutdünken einzelner Menschen werden verwendet werden. Noch einen Punkt, der aufgeworfen worden ist, will ich erörtern, den Punkt, wir mögen diesen Congress im nächsten Jahre in einer anderen Stadt abhalten. Ich bitte, meine Herren, und Damen, diesen Antrag nicht anzunehmen. Wir sind lange genug der ewig wandernde Jude gewesen, und solange, bis wir das Ziel unserer Hoffnungen, Jerusalem, nicht erreicht haben werden, solange wollen wir in Basel unser Heim haben. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Dieser Stadt, die uns gästlich aufgenommen hat zu einer Zeit, wo uns alle anderen von sich gestossen haben, haben wir nicht nur eine Pflicht der Dankbarkeit entgegenzubringen (Stürmischer, anhaltender Beifall und Händeklatschen), sondern wir sind es uns selbst schuldig, hier zu bleiben, weil Basel für uns eine historische Bedeutung hat und für alle Zeiten haben wird. (Erneuerter, stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Trotzdem unser Freund Motzkin sich dagegen gewendet hat, dass Dr. Herzl in einer Versammlung in London gewisse Hoffnungen ausgesprochen habe, so wird Basel für uns immer ein Name sein, der Hoffnungen erweckt, die von hier aus in Erfüllung gehen werden. (Beifall). Indem Sie ein Resume ziehen aus all diesen Berathungen, bitte ich Sie, nachdem Sie alle Erörterungen ja gehört haben, uns die Decharge zu geben. Sprechen Sie aus, ob Sie zufrieden, waren, mit dem, was in diesem Jahre unsere Thätigkeit war, und ertheilen Sie uns das Ab- «olutorium für das, was wir in diesem Jahre geleistet haben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)