Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 84)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 84 — dürften. Was den Zionismus bei uns zulande anbetrifft, hätten wir uns nicht zu beklagen; wir thun alle unser Bestes. Unter den 131 Zionsvereinen haben wir 23 Damen- und Mädchenvereine und 25 Jugendvereine, was wohl die sicherste Gewähr für den weiteren Bestand des Zionismus bietet. All diese letzteren halten regelmässige Sitzungen mit Vorträgen und Vorlesungen über jüdische Geschichte,, manche auch über hebräische Literatur, und besitzen die meisten auch Bibliotheken zionistischen Inhaltes. Die Galatzer „Bnei-Zion-Kadimah" haben die „Autoemancipation" von Dr. Pinsker ins Rumänische übersetzt und zum Kostenpreise herausgegeben und wollen nach und nach auch andere Schriften mit zionistischer Tendenz ins Rumänische übertragen und verbreiten. Es ist dies sehr erfreulich und verdient hervorgehoben zu werden. Unter den anderen Städten in Rumänien nimmt wohl Braila in Zionsangelegenheiten den ersten Rang ein, und wir können von Herrn Ellmann sagen: ätout Seigneur, tout honneur! er verdient diese. (Beifall.) ' Wenn die grossen jüdischen Centren des Landes in demselben Masse arbeiten würden, könnte man uns beneiden. Wir hoffen, class die- Ambition dazu beitragen wird, dies zu bewerkstelligen. In den Gemeindevorständen verschiedener Städte haben wir bereits Zionisten, die sich bemühen, die anderen Herren in unser Fahrwasser zu remorquieren. (Bravo I) Soweit ist alles erfreulich. Nun kommen die Schattenseiten. Im Laufe des abgelaufenen Jahres hatten wir die Unannehmhchkeit, constatieren zu müssen, dass der „Ahavath-Zion" in Tar.now so manchen Verein in der oberen Moldau uns abtrünnig machen wollte und durch. Vorspiegelungen an sich zu reissen suchte. Um unsere Vereine nicht irreführen zu lassen, wandten wir uns an die competenteste Quelle in Paris, um zu wissen, wie wir daran sind, und erhielten zur Antwort, dass alles, was über die Colonie „Machna'im" phantasiert wird,. Po temkin'sche Bilder sind! K"QJ K^l iTH üb DTlft- Machnaim lau hoju welau niwrau, das heisst: existiert nicht als Colonie! (Hört, hört!) Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir auch zu bemerken, dass aller Liebe Müh', sei es der äusseren, sei es der inneren Störenfriedey unnütz wäre,, uns in unserem uns vorgezeichneten Wege zu hindern, und wir bitten sie, es nicht zu thun. Das Central-Comite steht so fest, dass es niemandem gelingen wird, Uneinigkeit in unser Lager zubringen, afili kol haruchos schebuolom ein mesuson aussau mimkomoh, alles Stürmen ist unnütz! Leider haben wir aber ganz andere Sorgen zu verzeichnen. Die Judennoth bei uns ist ganz verschieden von der in unseren Nachbarländern Galizien und Russland, wo doch geordnete- Gemeindezustände vorhanden, die von den respectiven Regierungen anerkannt sind. Bei uns ist dies leider nicht der Fall; wir haben keine regelmässigen Einkünfte, die von der Regierung anerkannt wären; wir haben keine Subventionen für Schulen und Spitäler, wie sie in so grossmüthiger Weise von den Baron Hirsch'schen Fonds in anderen Ländern,.