Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 76)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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I. — 76 — Del. Dr. Herzl (seine Rede fortsetzend): Zu den unrichtig aufgefassten Kleinigkeiten gehört auch das, was Herr Doctor Weizmann über das Nichtbeantworten der Briefe gesagt hat. Ich habe Ihnen die Ziffern vorgelesen. Wenn einmal einer von Ihnen oder ein hier nicht Anwesender von mir längere Zeit keine Antwort bekommt, dann bin ich nicht zuhause, denn ich habe die Gewohnheit, Briefe rasch zu erledigen. Da müssen Sie annehmen, dass ich in irgendeinem Welttheile bin, und die Resultate dieser Fahrt werden Sie schon erfahren. So war ich auch damals in Palästina. Herr Dr. Tschlenow freut sich darüber, dass wir die Publicität der Einnahmen und Ausgaben beschlossen haben. Auch das war ein Punkt, aus dem man uns viele Miseren gemacht hat. Wir waren im vorigen Jahre der Ansicht, dass es ganz nützlich ist, wenn wir unsere Rechnungslegung zwar dem vom Gongresse gewählten Vertrauensausschusse mittheilen, dass aber eine Discussion am Gongresse selbst nicht vortheilhaft wäre. (Lebhafte Zustimmung.) Ich muss Ihnen sagen, dass ich dieser Ansicht auch noch heute bin, dass ich aber nicht mehr den Muth habe, das Opfer zu bringen, welches ich im vorigen Jahre gebracht habe. Denn das war, wie Sie sich denken können, doch ein grosses Opfer für uns, wenn wir auf die Publicität der Ablegung der von uns — ich glaube es sagen zu können — ordentlich geführten Rechnungen verzichtet haben. Das ist ja das Leichteste. Wir haben uns also in diesem Jahre entschlossen, Ihnen die Einnahmen und Ausgaben vorzulegen, und ich habe gestern im Finanz-Ausschusse gebeten, die Sache mit grosser Eindringlichkeit zu behandeln, woran übrigens bei dem Charakter der Herren, welche sich dieser Aufgabe unterzogen haben, nicht zu zweifeln ist. Ich habe die Herren gebeten, auch die Belege vom vorigen Jahre zu überprüfen, welche wir conserviert haben, und wir freuen uns über die Gelegenheit, sie Ihnen heuer nachträglich vorlegen zu können. Ob man aus der Zahl der Schekelzahler die wirkliche Stärke der zionistischen Bewegung ersehen kann, das möchte ich Herrn Dr. Tschlenow gegenüber mir zu bezweifeln erlauben. (Lebhafte Zustimmung.) Der Schekel hat den Charakter eines Beitrages zu den grossen Agitationskosten und Bureauspesen und alle laufenden Ausgaben einer so grossen, über so viele Länder und durch alle Welttheile verbreiteten Bewegung. Nicht alle, die aber doch sehr gute Zionisten sind, haben die Ansicht von der Notwendigkeit einer solchen Beitragsleistung. (Sehr richtig!) Ich glaube daher, dass die zionistische Armee viel grösser ist (Lebhafte Zustimmung), als die Zahl der Familienväter oder Wirtschaftsoberhäupter, oder