Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 66)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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— 66 — namentlich ausführliche Daten über die Ausgaben und Einnahmen in den verschiedenen Ländern. Ich möchte nur den Wunsch hinzufügen, dass, falls wir das schon' erreicht haben und wir an jedem Congress die Zahl der Scliekelzahler wissen werden, der Schekelbetrag im reinen Sinne des Wortes von nun an die Bedeutung haben soll, wie sie von Anfang an projectiert war. Wir haben damit begonnen, class der Schekelbetrag darauf hindeutet, dass der Sache Sympathie entgegengebracht wird. Wir nehmen nicht von jedem den SchekeJ, sondern von dem, der gewissenhaft den Schekel zu unserer Sache gibt und unseren Zwecken Sympathie entgegenbringt. Ii; diesem Jahre erfolgten einige Ablehnungen und da die Anzahl der Scliekelzahler doch grosse Bedeutung für uns hat, möchte ich den Wunsch aussprechen, dass der Congress erkläre, dass der Schekel nur von dem genommen wird, der mit uns sympathisiert, so dass die Anzahl der Scliekelzahler auch die Zahl der Zionisten anzeigt. (Beifall). Was die Zahl der zionistischen Vereine betrifft, ist das Fehlen der Daten bereits mit Bedauern aufgenommen worden. Ich finde keinen Grund, warum man die Zahl der Vereine in den verschiedenen Ländern uns nicht mitgetheilt hat. Dies sind doch Daten, die für uns grossen Wert haben und ich möchte den Wunsch aussprechen, dass wir in den künftigen Berichten diese Daten vorfinden. Aber ausser dieser Lücke will ich noch eine andeuten, die meiner Meinung nach viel grössere Bedeutung hat. Meine Collegen in Russland haben mich immer damit zufriedengestellt, dass es gelungen ist, irgendwo eine neue zionistische Gruppe zu gründen. Dies allein halte ich aber für zu wenig. Man muss die Vereine auch lebenskräftig machen. Man muss dafür sorgen, dass sie gedeihen und nicht von so kurzer Dauer sind, wie dies leider oft vorkommt. Ich habe mich auch nicht damit zufriedengegeben, wenn mir mitgetheilt wurde, wie viel Schekel gezahlt und wieviel Actien gezeichnet werden. Ich habe immer gesucht, jedem Vereine die Seele zu geben, in ihm das richtige Interesse für die Sache zu erwecken und dazu gibt es nur ein Mittel, das ist die geistige Culturthätigkeit. Ich habe in meinem Wirkungskreise immer gesucht, bei den Leuten die Liebe zu unserer Geschichte, zu unserer Sprache, zu unserer Literatur zu erwecken. Ich habe immer getrachtet, die Röthigen Curse und Schulen etc. zu errichten, was den Vereinen Leben geben könnte. Wir haben Bibliotheken gegründet, wir veranstalten Vorlesungen, es wird in den Synagogen gelesen u. zw. am Samstag für diejenigen, die während der Woche beschäftigt sind, am Sonntag für die Studenten. Ich wiederhole nochmals, dass ich darin die einzige Garantie für das Gedeihen der Vereine erblicke. Diese Lücke im Berichte hat mich betrübt: denn man könnte daraus den Schluss ziehen, dass das, was im Berichte fehlt, auch im Leben fehlt und von meinem Standpunkte halte ich es für sehr wichtig, dass niemand von hier den Eindruck mitnimmt, dass wir den culturellen Theil des Zionismus in den Schatten gestellt haben. (Lebh. Beifall). Ich habe noch eine kleine Bemerkung zu machen und diese betrifft die Aenderung, die im Bankstatut stattgefunden hat, und da hat uns der Herr Berichterstatter Marmorek in seinem Berichte — wenigstens auf mich hat das den Eindruck gemacht — bekanntgegeben, dass die Aenderung, welche in der ganzen zionistischen Welt eine so grosse Aufregung hervorgerufen hat, der hiitiative der Engländer zuzuschreiben, sei. Ich weiss nicht, ob ich das richtig verstanden habe, möchte iiber den hochverehrten Herrn Präsidenten bitten, in seiner allgemeinen