Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 53)
- Language
- German, English, Hebrew
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Studentenkreis^n sehr viel für unsere Idee geleistet. Wir beklagen endlich den Tod des Herrn Josef Eisenstatt aus Charkow, der gleichfalls ein eifriger Propagator unserer Idee gewesen ist. Sie haben, hochverehrte Versammlung, schon durch das Erheben von den Sitzen gezeigt, wie sehr wir den Verlust dieser Mitarbeiter beklagen, und ich glaube, wir werden der Trauer um die Dahingeschiedenen im Protokolle einen entsprechenden Ausdruck geben dürfen. Ich habe nun im Anhange an die gestrigen Mittheilungen den neuen Einlauf zu verlesen. (Siehe Anhang.) Ich mache die Congressmitglieder darauf aufmerksam, dass im Zimmer hinter dem Sitzungssaale ein Reliefplan von Palästina zur Besichtigung empfohlen wird. Wir werden jetzt in die Fortsetzung der Discussion übeiden Rechenschaftsbericht eingehen. Der Cassabericht wird in kurzer Zeit hier sein und während der Sitzung unter die Herren Mitglieder vertheilt werden.' (Prof. Dr. Mandelstamm übernimmt den Vorsitz. — Lebhafter, andauernder Beifall und Händeklatschen.) Vors. Dr. Mandelstamm: Hochverehrte Versammlung! Indem ich dankend für den freundlichen Empfang das Präsidium übernehme, ertheile ich das Wort dem Herrn Dr. M e n c z e 1. Del. Dr. Menczel: Geehrte Congressmitgiieder! Ich bitte Sie zunächst, die beruhigende Versicherung entgegenzunehmen, dass ich als Generalredner aller galizischen und bukowinensischen Delegierten spreche, dass Sie daher Scenen wie im Vorjahre von unserer Seite nicht zu gewärtigen haben, und dass Sie daraus alle ersehen können, dass wir gewillt sind, mit Ihnen hier im Plenum und in den Ausschüssen fleissig mitzuarbeiten. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Geehrte Anwesende! Wenn ich diese Erklärung abgegeben habe, so will ich damit nicht sagen, dass wir gar keine Wünsche haben, oder dass wir gewillt sind, unsere Wünsche hier zurückzustellen. Im Gegentheile, wir wollen denselben recht kräftigen Ausdruck geben, weil wilder Ansicht sind, dass, wenn irgendwo ein Land rascher und ausgiebiger Hilfe bedarf, es gerade Galizien ist. Es wurde Ihnen hier von russischer und rumänischer Seite das grosse Elend jener Länder geschildert. Ich kann Ihnen aber aus eigener Wahrnehmung sagen — denn ich kenne Galizien, aber auch Russland und Rumänien — dass Russland und Rumänien ein reines Eldorado sind gegenüber dem Elende, das in diesem langgestreckten Lande im Osten herrscht. (Bewegung.) Es gibt in der ganzen Welt kein Proletariat, das so leidet, verkümmert und hinsiecht, wie das jüdische Proletariat in Galizien. Wer weiss, wie dieses Proletariat darben und leiden muss, ohne irgendwelche geistige Nahrung dahinleben muss, der müsste ein Herz von Stein haben, um nicht angesichts dieses Elendes ein bisschen Begeisterung für unsere Sache zu gewinnen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich wende mich darum an das Actions-Comite mit der dringenden Bitte, dass es uns. nicht wie im Vorjahre stiefmütterlich behandle. Ich kann dem Actions-Comite den Vorwurf nicht ersparen, dass es manches unterlassen hat, was es für Galizien hätte thun können. Ich weiss, worauf das zurückzuführen ist. Es war immer ein Zankapfel in der galizischen Bewegung, dass gewisse Unterströmungen geherrscht haben. Bas Actions-Comite hat aber auch gewusst, dass in OstgaLizien und in der Bukowina eine Reihe von begeisterten Männern ihm zur Verfügung