Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 31 — was uns nicht minder erfreulich ist, nachdem es uns um nichts anderes als die Ausbreitung unserer Idee zu thun ist. Wir sind überzeugt, dass mit dem Fortschreiten der zionistischen Propaganda die Gemeindestuben naturgemäss alle zionistisch werden müssen. Die zionistische Bewegung war auch in cultureller Hinsicht von grosser Bedeutung für unser Volk, denn die zionistischen Vereine sind zugleich Bilclungsvereine, von welchen Belehrung und Wissen ausgeht. Sie haben die Errichtung von Volksbibliotheken, die Arrangienmg von volksthümlichen Vorträgen, die Gründung von Turn- und Sportsvereinen, von Gesang- und Lesevereinen im Gefolge. Mit grösster Freude begrüssten wir es, dass die jüdischakademische Jugend sich ihrer Pflichten gegen das Volk immer mehr bewusst wird und die selbsterworbene Bildung in das Volk trägt. (Beifall.) In den jüngsten Tagen erst in Lemberg hatte die Tagung der jüdisch-nationalen Akademiker Galiziens stattgefunden, deren edlen Bestrebungen wir den besten Erfolg wünschen. (Bravo!) Mit ganz besonderer Genugthuung theilen wir ihnen die Gründung des Allgemeinen hebräischen Sprachvereines mit, dessen unermüdliches Vorstandsmitglied Dr. Leopold Kahn noch Gelegenheit nehmen wird, ihnen über die Ziele und Thätigkeit des genannten Vereines Bericht zu erstatten. (Beifall und Händeklatschen.) Ebenso verweisen wir hier in Bezug auf die Thätigkeit der vom letzten Congresse eingesetzten permanenten Commissionen für Cultur und für Colonisation auf die von diesen Commissionen dem Congresse zu erstattenden Berichte. Ein weiterer Auftrag, den das Actionscomite vom IL Congresse erhalten hat, betraf die Gründung der Jüdischen Golonialbank, und wir sind stolz, Ihnen den Vollzug dieses Auftrages melden zu können. (Lebhafter Beifall.) Ueber die geschäftliche Seite wird Ihnen der Präsident des Directoriums der Jüdischen Golonialbank, Herr Wo 1 f f s o h n, berichten. Wir glauben uns auf die moralische Seite und auf den Bericht über die Art, wie die Aufsicht des Congresses auf die Bankleitung gesichert wurde, beschränken zu sollen. Die Banksubscription war eine Kraftprobe ersten Ranges. Die Pessimisten und Cunctatoren erklärten die Subscription für verfrüht, sie verlangten mehr Vorbereitung und fürchteten vom Misslingen einen tödtlichen Rückschlag für unsere Bewegung. Sie blieben im Unrechte. Wir waren der Ansicht, dass kein Fortschritt ein Rückschritt sei und dass unsere Bewegung stagnieren würde, wenn wir nicht einen Schritt weiter zur Erreichung unseres Zieles machen. Zudem hatten wir im Verlaufe der Jahre einen so hohen Begriff von der Begeisterung unserer Gesinnungsgenossen, von dem Eifer und