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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 21

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German, English, Hebrew
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— 21 — Zionisten", — da sie es doch im Herzen zweifellos sind? (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Warum? Ich kenne den Grund und will ihn anheben, obschon mich dies schwere UeberWindung kostet; denn der Grund ist tief beschämend. Es scheint unglaublich, ist aber dennoch wahr: es gibt noch Millionen Juden, die von der ganzen zionistischen Bewegung nichts wissen. Sie sehnen sich nach dem Zionismus und haben nicht erfahren, dass ihre Sehnsucht die Form eines positiven politischen Programms angenommen hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Sie beten jeden Tag für die Rückkehr nach Jerusalem und ahnen nicht, dass wir mit dem Einsatz unserer ganzen Persönlichkeit daran arbeiten, diese Rückkehr vorzubereiten. Und da^ Tragische ist, dass sie an ihrer Unwissenheit nicht schuld sind. Unser Wort erreicht sie nicht. Sie lesen keine Zeitung. Sie gehen in keine Versammlung. Der furchtbarste Kampf ums Dasein nimmt jeden ihrer Augenblicke so vollständig in Anspruch, dass ihnen für nichts Zeit und Sinn übrig bleibt, was sich nicht auf die unmittelbare Erbeutung eines Bissens Brot bezieht. (Lauter, sich wiederholender Beifall und Händeklatschen.) Aber diese Millionen gehen in die Synagoge; die meisten von ihnen täglich, alle am Sabbath und an den Festtagen. Sie blicken zu ihren Rabbinern als zu ihren bestellten Lehrern auf. Die Rabbiner haben ihr Ohr — sie hatten die Pflicht, ihnen die frohe Botschaft des neuen Zionismus zu verkünden. Warum haben sie diese Pflicht nicht erfüllt? (Zustimmung.) Wohlverstanden: ich denke hier nicht an die sogenannten Protestrabbiner des Westens. Mit diesen sind wir fertig und hoffen, dass auch das jüdische Volk bald mit ihnen fertig sein wird. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich habe die glaubenstreuen Rabbiner des Ostens im Auge, an deren gut jüdischer Gesinnung billig niemand zweifeln wird. (Allgemeine Zustimmung.) Diese Rabbiner fragen wir: „Weshalb steht Ihr abseits? Weshalb schweigt Ihr? Weshalb führt Ihr Eure Gemeinde, die Euch folgt, nicht mit entfalteter Davidsfahne ins zionistische Heerlager?" Man sagt uns, dass Sie uns misstrauen, dass Sie von uns ich weiss nicht welchen Anschlag auf den Glauben befürchten. Wie ist das möglich? Wir haben ja wiederholt öffentlich erklärt, dass wir den Glauben nicht antasten (lebhafter Beifall und Händeklatschen), dass innerhalb des Zionismus jedem die volle Freiheit gewährleistet wird, seiner religiösen Ueberzeugung nachzuleben! Und wenn Ihnen diese Erklärung nicht genügen sollte, so bedenken S e doch dieses : Sie haben ja Ihr Schicksal in der eigenen Hand! Wir haben ja gar nicht die Möglichkeit, Ihnen unsern Willen

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