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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 16

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German, English, Hebrew
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— 16 — Gewaltthat geschädigt werden, dann können diese greisenhaften Kindsköpfe sich mit vergnügtem Händereiben und dankbarem Augenverdrehen gar nicht genug thun; dann hört man sie'mit ihrer armen meckernden Stimme jauchzen: „Gott sei Dank! Nun geht es den Juden gut! Nun hat ihre alte Noth ein Ende!" Wenn dagegen da und dort, an einem städtischen Gesittungsmittelpunkt oder in einem weltfernen Dorfe, Fensterscheiben unter Steinwürfen klirren und jüdische Gliedmassen gebrochen werden, dann ist das ein Gezeter! Dann ist das ein Händezusammenschlagen! Dann thun diese sonderbaren Geschöpfe mit den Maulwurfsaugen und den Sperlingsgehirnen (lebhafte Heiterkeit) verblüfft bis zur Fassungslosigkeit, als wäre etwas völlig Unerwartetes geschehen, worauf man unmöglich vorbereitet sein konnte. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) „Ist es denkbar 1 Eine derartige Barbarei in unserer Zeit! Das ist ja himmelschreiend!" Wir Zionisten halten es damit anders. Wir wiegen uns nicht in Hoflhungsseligkeit, wenn einmal ein ganzes Jahr lang an keiner Stelle des Erdballes Juden gehetzt, misshandelt und geplündert worden sind; wir stossen aber auch keine Schreie der Ueberraschung aus, wenn an unseren Brüdern Gewaltthaten verübt werden. Unterbleiben diese, so ist dies ein Wunder, ivofür wir von ganzem Herzen dankbar sind; denn uns geht das Leid eines jeden einzelnen Juden nahe, wenn wir unsern Schmerz auch nicht in Scene setzen. (Lebhafter Beifall.) Ereignen sich aber die Gewaltthaten, so verzeichnen wir sie mit Bitterkeit, jedoch ohne Verwunderung, als die nothwendige Folge der Lage, die wir klar erkannt und, ohne länger Selbsttäuschung zu dulden, aufgedeckt haben. Das ist ein Punkt, den ein Bericht über die allgemeine Lage des jüdischen Volkes immer wieder berühren muss. Es scheint mir deshalb geboten, ihn einmal gründlich zu beleuchten, damit in künftigen Jahren ich oder mein Nachfolger in der Berichterstattung dabei nicht mehr länger zu verweilen genöthigt seien. Sie wissen, dass die Geologie die Bildung der Erdoberfläche durch zwei entgegengesetzte Theorien zu erklären versucht hat, die man kurz als die vulkanische und die neptunische bezeichnet. Nach der vulkanischen Theorie verdanken Meere und Festländer, Gebirge und Gesteinschichten ihre Entstehung furchtbaren Umwälzungen, Erdbeben, vulkanischen Ausbrüchen, dem jähen Versinken und Auftauchen von Erdtheilen, Katastrophen, die in Abständen von Hunderttausenden oder Millionen Jahren plötzlich eintreten und mit einem Schlage das Antlitz der Erde verändern. Die neptunische Theorie dagegen nimmt an, Länder und Seen und alle ihre Einzelheiten seien das Werk dauernder Naturkräfte, die geräuschlos, doch unablässig an der Arbeit sind, ieden Augenblick

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