Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Minsk 1× ep/1000754
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— 9 — An die Gerechten aller Confessionen und Nationen ergeht unser Ruf um Beistand. Wir brauchen keine andere Hilfe von aussen, als eine moralische. Es gibt Juden genug, die innerlich mit uns eines Sinnes sind. Nur tragen manche ein Bedenken, das zu zeigen, weil sie fürchten, man würde es ihnen übel auslegen. Wer uns nun die moralische Hilfe leisten will, weil er findet, dass wir etwas Rechtschaffenes unternehmen, der möge in seinem Wirkungskreise verhüten, dass Miss Verständnisse über unsere Bewegung entstehen und dass man aus diesem Titel wieder neue falsche Beschuldigungen, wie schon so oft, gegen uns erhebe. Diese heilsame Bewegung würde sonst eingeschüchtert werden und geriethe vielleicht ins Stocken. Welcher Gerechte will das? Hier ringt ein Volk um seine Existenz, Ehre und Freiheit. Es will aus einer Stickluft hinaus in den Sonnenschein. Die jetzigen Zustände der Juden können nach drei Wegen führen. Der eine wäre das dumpfe Ertragen von Schimpf und Noth. Der andere die Auflehnung, die Feindschaft gegen eine stiefmütterliche Gesellschaft. Unser Weg ist der dritte: aufschwingen wollen wir uns zu einer höheren Stufe der Gesittung, Wohlfahrt verbreiten, dem Verkehre der Völker neue Strassen bauen,- und für die sociale Gerechtigkeit einen Durchbruch suchen. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Und gleichwie unser lieber Dichter aus seinen Schmerzen Lieder schuf, so bereiten wir aus unseren Leiden einen Fortschritt der Menschheit, der wir dienen. (Stürmischer, sich immer wieder erneuernder Beifall und Händklatschen. — Hüte- und Tücherschwenken auf den Gallerien. — R.eclner wird von allen Seiten beglückwünscht.) Der nächste Punkt der Tagesordnung ist die Wahl des Legitimations-Ausschusses. Ich bitte den Herrn Ob mann der Permanenzcommission, den Vorschlag vorzulesen. Ich bemerke dem Congresse, was übrigens die Herren aus dem Ausschusse wissen, dass sich aus den Landsmannschaften ein Permanenz- Ausschuss gebildet hat, um die Durchführung der Wahlen zu erleichtern, und dass ein Vorschlag hier auf Grund der in diesem Ausschusse vorgenommenen Nennungen erfolgen wird. Del. York-Sieiner: Im Einverständnisse mit sämmtlichen Landsmannschaften schlage ich Ihnen für den Legitim ations-Ausschuss folgende eilf Mitglieder vor: Rosenbaum aus Minsk, Ingenieur Bruck aus Ekaterinoslaw J. Stern aus Bukarest, A. Lindenberg aus Bukarest, Kurzmann aus Rzeszow, Meyer aus New-York. Seidener aus Wien, Dr. Fried em a n n aus Berlin, Wölpe aus Frankfurt, Dr. Rosenheck aus Kolomea, R i n t e 1 aus Rustschuk. Ich glaube, dass Sie diese Wahl per acclamationem vornehmen können. Vors. Dr. Herzi: Es wird beantragt, die Wahl des Legitimations- Ausschusses durch Acclamation vorzunehmen. Wenn kein Widerspruch dagegen erhoben wird (Nach einer Pause): so bringe ich die