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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1899-01-01 · 3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899 · p. Seite 8

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
3 (1899) Basel, 15 bis 18. August 1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476260--0817-3476952
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— 8 — Gründung einer Bank und setzten sich den kränkendsten Verdächtigungen aus. Es musste sein, wir haben es gethan. Heute übergeben wir das Werk dem Congresse, dem wir die vollständige Aufsicht über die redliche und den zionistischen Zwecken dienende Verwaltung der Bank gesichert haben. Der Congress wird durch seine jährlich neugewählten Vertreter über das Institut verfügen. Es braucht wohl nicht erst gesagt zu werden, dass das Actiencapital nicht zur Landerwerbung verwendet werden soll. Die Bank ist nur ein Zwischenglied. Auf Grund des erlangten Charters wird erst die eigentliche Landgesellschaft gegründet werden, und zwar selbstverständlich mit einem entsprechend grösseren Capital. Die Beschaffung gerade dieses grösseren Erfordernisses kann aber schon heute als gesichert angenommen werden (Lebhafter Beifall und Händeklatschen), und wir werden Ihnen darüber zu gelegener Zeit Mittheilungen machen, die jetzt nicht gemacht werden können. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) All dies hat scheinbar den Charakter von Vorbereitungen, von zukünftigen Andeutungen. Es ist aber thatsächlich etwas so Praktisches und Gegenwärtiges wie eine Saat, die man dem Boden anvertraut. Zuerst war es eine Saat von Gedanken, nun ist es eine Saat von Einrichtungen. Es ist heute noch kein Brot, es ist nur das Brot von morgen. Die Allzusatten mit ihrer vom Wohlleben geschwächten Einbildungskraft wollen uns freilich noch nicht verstehen. Umso besser verstehen uns die Armen und Mühseligen. (Lebhafter Beifall.) Sie haben die Phantasie der Noth. Sie wissen von heute und gestern, wie weh auch morgen der Hunger thun wird. Und in dieser Lage sind viele, viele Hunderttausende unseres Volkes. Das aber sind die Verlässlichsten unserer Genossen, die nicht einmal imstande sind, den jährlichen kleinen Beitrag für die Agitation zu leisten. Sie sind die besten Zionisten, weil bei ihnen die alte Volkstradition noch unvergessen ist, weil sie ein starkes religiöses Gefühl haben und weil sie bittere Noth leiden. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Schrecklich sind die Berichte aus vielen Gegenden. Das Judenthum ist eine Massenherberge des Elends mit Filialen in der ganzen Welt. Auch das soll man von dieser Tribüne hören, wie es die traurige Wahrheit ist. Und diese Zustände schreien nach einer Abhilfe. Aus der tiefen Noth entstehen Krankheiten und sittliche Verwahrlosung, und die verdüsterten Gemüther werden ein Nährboden für alle äussersten Umsturzgedanken. Da wollen wir bessernd eingreifen. (Lebhafter Beifall.) In der gesunden Arbeit auf einer geliebten Erde, glauben wir, ist das Heil zu finden. (Lebhafter Beifall.) Die Arbeit soll unserem Volke das morgige Brot verschaffen und auch die Ehre von morgen, die Freiheit von morgen. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen im Saale und auf den Gallerien.)

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