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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 236

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 236 (sequence 236)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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•ein Rabbiner zwei junge Leute anstellte, sagte er: Meine lieben, jungen Leute! Glaubet nicht, dass ich Euch eine Ehre erwiesen habe, ich habe Euch eine Last auferlegt. Wenn man im öffentlichen Dienste steht, legt man sich damit Opfer auf. Ich kenne Herrn Dr. S chnirer seit vielen Jahren und weiss, seine Bethätigung war ein Opfer für ihn. Ich bitte ihn aber im Interesse der Sache, das Opfer weiter zu bringen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Dr. Kokesch : Verehrter Congress! Ich danke Ihnen vielmals für die auf mich gefallene Wahl, kann Sie aber versichern, dass es nicht eine Formalität war und dass ich lange Zeit gekämpft habe. Es ist mir sehr schwer gefallen, der Theilnahme am Actionscomite zu entsagen, aber es ist dies ein Entschluss, den ich nach reiflicher Erwägung gefasst habe und ich bitte daher, von meiner Wahl abzusehen (Wider- . spruch.) Del. Gregrotzky: Entschuldigen Sie, ich bin kein Redner, aber was ich spreche, spreche ich aus vollem Herzen. Ich habe gehört, die Herren wollen entsagen. Was soll das heissen? Sind wir vielleicht eine Actiengesellsehaft, dass jemand entsagen kann? Hier geht es ja um unser Volk, um eine Idee. Herr Dr. Herzl hat uns auch gedroht. Es ist schrecklich. Ich bitte also die Herren im Namen des jüdischen Volkes, weiter zu bleiben. Del. Dr. Mintz: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die von mir früher abgegebene Erklärung ist das Ergebnis langen Nachdenkens. Ich ersuche Sie, mich meiner Pflicht zu entheben. Ohne viele Worte zu machen, danke ich Ihnen von ganzem Herzen für das Vertrauen, das Sie mir entgegenbringen. Ich wiederhole aber meine Erklärung. Vors. Dr. Herzl: Nach diesen Erklärungen kommen wir zu dem Antrage Schach: Der Congress muss mittels Stimmzetteln wählen. Del. Dr. Bodenheimer: Ich beantrage, dass der Permanenzausschuss die Liste ergänze und dass wir dann darüber en bloc abstimmen. Vors. Dr. Herzl: Ich unterbreche die Sitzung auf 10 Minuten, mache Sie aber aufmerksam, dass ich unbedingt nach 10 Minuten die Sitzung wieder eröffne und von denen abstimmen lasse, die im Saale anwesend sind. (Die Sitzung wird um 3 Uhr 15 Minuten morgens unterbrochen und um 3 Uhr 30 Minuten wieder aufgenommen.) Del, Dr. Gaster: Verehrte Damen und Herren! Als Obmann des .Permanenzausschusses habe ich die Ehre, Ihnen zu erklären, dass es uns gelungen ist, den Widerstand der Herren Dr. Schnirer und Dr. Kokesch zu überwinden. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Der Permanenzausschuss schlägt Ihnen nunmehr folgende Liste vor: Dr. Herzl, Dr. Schnirer, Dr. Kokesch, Architekt Marmorek und-Dr. Kahn. (Erneuerter lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vors. Dr. Herzl: Es ist die en bloc-Annahme beantragt. Ich. bitte jene Damen und Herren, welche dafür sind, die Hand zu erheben. (Geschieht.) In bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Die vorgeschlagene Liste ist mit allen gegen 8 Stimmen angenommen. Sie haben jetzt noch im Sinne der vormittags angenommenen ersten Resolution die Corporation zu wählen, die die Aufsicht über die vom Zionistencongress zu gründende Bank zu führen hat. Del. Dr. Bodenheimer : Ich bitte Sie, meine verehrte Versammlung, als diese Corporation einfach das Actionscomite zu bezeichnen. Wir haben mit colossaler Majorität die Herren, denen das Vertrauen des Congresses zutheil geworden ist, gewählt und diese Herren werden das zionistische Interesse im Auge haben. Ich bitte, niemand anderen zu wählen, als diese grosse Corporation, welche in erster Linie berufen ist, unsere Interessen wahrzunehmen.

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