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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 223

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 223 (sequence 223)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 2*23 — Wir haben es gestern aus dem Munde eines Mitgliedes der deutschen Landsmannschaft gehört, class einer der schwächsten Punkte unserer Bewegung leider die Agitationsfrage ist. Es ist dies vielleicht nicht so sehr dem Mangel an Mitteln, als den geringen Erfahrungen zuzuschreiben, die wir ja zumeist als eine junge Bewegung haben. Diesem Umstände ist es auch zu vei-danken, class bisher die zionistische Agitation gerade in den gesündesten, in den productivsten Theil des Proletariats, in das Arbeiterproletariat, nicht getragen wurde. Ich habe hier mehrere Anträge vorgebracht. Es sind dies die Anträge des Vereines Iwri - Achwa, des Actionscomites aus Drohobycz. Andererseits einige Anträge, die von 23 Mitgliedern dieses Congresses unterschrieben worden sind -und ich habe Gewicht darauf gelegt, class Delegierte aus verschiedenen Ländern diese Anträge unterschreiben. Denn alle waren mit mir einstimmig der Ansicht, class es nothwenclig sei, mit der zionistischen Agitation unter den meines Erachtens jedenfalls politisch reifen und intelligenten Theil des jüdischen Volkes, unter die Arbeiterschaft zu gehen, und wenn wir die Verhältnisse betrachten, so finden wir, class bisher sowohl unter den Jewish Trade Unions in England, als den Hebrewe Trade Unions in Amerika und in Amsterdam gar nicht agitiert wurde. Ich weise darauf hin, class wir in Amsterdam 6000 jüdische Diamantenschleifer haben und ich hatte selbst Gelegenheit, an Ort und Stelle mich zu überzeugen, class unter den lausenden jüdischen Arbeitern in R usslancl in keiner Weise zionistisch agitiert wurde. Ich verweise Sie insbesondere ciarauf, class in Lodz, wo in der Vorstadt der Weber 25.000 jüdische Arbeiter zuhause sind, von denen, mit denen ich gesprochen habe, kein einziger überhaupt etwas vom Zionismus gewusst hat. (Rufe: Unwahr!) Die Herren, die „Unwahr* darauf antworten (Rufe : Sind aus Lodz!), haben vielleicht bessere Erfahrungen. Ich weiss nichts davon. Ich kann den Hei Ten, wenn es sie interessiert, mittheilen .... (Rufe : Unwahr, Herr Dr. Landau!) . . . Ich spreche jetzt und ich gestatte es nicht, mich zu unterbrechen. Ich mache Niemand einen Vorwurf daraus. Gerade zu der Zeit, wo ich in Lodz war, erschien eine Broschüre von Schalem aleiclüm, betitelt: Der Baseler Congress u. clgl. Da habe ich meine Verwunderung ausgesprochen, class gerade unter den Arbeitern diese Broschüre, die in der Volkssprache geschrieben ist, so wenig verbreitet war-. Mit einem Worte: Es ist mit der zionistischen Agitation bisher in die Kreise der Arbeiter noch nicht eingedrungen worden. . Aufgabe unserer Bewegung muss es nun sein, nicht diesen Fehler — ich sehe darin keinen Fehler, es war bisher nicht möglich, unsere Bewegung in diesem grossen Masstabe ist noch jung — zu beseitigen und und unsere Agitation in dieser Richtung noch zu erweitern. Ich verweise Sie darauf, dass in verschiedenen Ländern grosse Gruppen der Arbeiterbe Völker ung bestehen, welche zum Beispiel für sociaiistische Ideen nicht empfänglich sind und welche man sehr leicht auf zionistischer Basis organisieren kann. -Ich erinnere Sie zum Beispiel daran, dass in Wien 600 bis 800 jüdische Eierpacker sind: ich glaube, es kann ein Gewicht darauf gelegt werden, dass man diese Kreise für den Zionismus gewinnt. Wenn diese Kreise für den Zionismus gewonnen werden können — und ich will es hier feststellen, class gerade gegenwärtig die Verhältnisse dafür meines Erachtens ganz entsprechende sind — so wäre das ein grosser Vortheil für den Zionismus. Es wurde hier gesprochen — und es ist möglich, dass man damit noch kommen wird, deshalb will ich es früher erklären — class ich mit meinen Anschauungen hier keinerlei Classengegensatz in die zionistische Be-

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