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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 216

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 216 (sequence 216)
Language
German, English, Hebrew
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— 216 — Del. Schach: Ich bemerke aber, dass einzelne Redner dreimal solange gesprochen haben, als es ihnen gestattet war. (Rufe : Fortsetzen!) Meine Herren! So also ist die Geselligkeit geartet! Da müssen wir eingreifen. Wir müssen jüdische Vereine schaffen, die auch wirklich jüdisch sind, die sich dessen nicht schämen, die sich nicht „Harmonia" nennen, sondern „Barkochba", „Juda". „Maccabäus". (Beifall.) Ferner kommt noch ein Gebiet, das ein sehr krankhafter Punkt bei uns ist; das ist die körperliche Degeneration. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muss ich sagen, dass dieses Ghetto, dieses Sich-tretenlassen thatsächlich degenerierend auf uns eingewirkt hat. Meine Herren! Wir müssen auch unseren Körper stählen! Dazu benöthigen wir jüdische Turnvereine. (Lebhafte]* Beifall.) Meine Herren! Die Juden werden ja quasi zugelassen zu. den allgemeinen Turnvereinen und wenn sie da sehr bescheiden sind, werden sie auch geduldet. Dass dies aber kein der Zionisten würdiger Zustand ist, versteht sich von selbst. Ich will Sie nicht länger ermüden. Das Gebiet der Cultur ist zu enge gefasst. Wir bedürfen einer Belebung des ganzen jüdischen Volkes. Wir müssen alles, was in jüdischen Geist eingreift, erneuern, nicht bloss die hebräische Sprache. Meine Herren! Wenn ich mir jetzt den Saal ansehe, muss ich denken, an die Synagoge am Jomkipur, wie alle müde waren; wie man aber zur Nile kommt, ruft man noch die letzte Kraft auf, um den Tagwürdig abzuschliessen. Das meine Herren ist die ganze Geschichte des jüdischen Volkes. Es zehrt noch immer an der alten Kraft und immer schwächer und schwächer wird es, aber am Ende zu Nile kommt noch ein Ruf, die Posaune bläst . . . und alle erwachen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen) und werden heiter und munter zu neuem Leben. Und wiederum stärkt man sich. Wir wollen vom jüdischen Gotteshause in die jüdische Familie gehen, wir wollen auch enden mit den Worten: „Die Posaune ist der Zionismus uud der Ruf erklingt: Babos Jeruscholajim. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) DeL Lichnowski: Ich beantrage Schluss der Debatte ohne Anhörung weiterer Redner. Del. Dr. Goldberg: Ich möchte den Herrn Präsidenten bitten, die Namen der Redner zu verlesen, welche noch vorgemerkt sind. Vors. Vicepräs. Dr. Nordau : Es sind noch vorgemerkt die Herren : Slouschz, Salom. Aschkenasy, Rzigrodsky, Lublinski, Dr. Schauer, Rab. Rabbino witsch Alex., Neuslein, Sonino, Dr. Lippe, Syrkin, Zelesky, Schenkin, Dr. Fischl, Dr. Mirkin, Rozowski. Diejenigen, welche für Schluss der Debatte ohne Anhörung von weiteren Rednern sind, mögen die Hand erheben. (Geschieht.) Bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Schluss der Debatte ist angenommen. DeL Syrkin: Es ist Schluss der Debatte mit Anhörung von G eneralrednern? Vors. Dr Nordau : Der Antrag lautete auf Schluss der Debatte ohne Anhörung von weiteren Rednern, also auch keiner Generalredner. Präs. Dr. Herzl (übernimmt den Vorsitz): Die Anträge der Berichterstatter kann ich als bekannt voraussehen. Sie sind wohl angenommen. Im Sinne dieser Anträge werden Kommissionen zu wählen sein. Wir unterbrechen jetzt die Sitzung auf zehn Minuten, damit sich die verschiedenen Commissionen über die Liste einigen, welche sie dem Congress zur Wahl vorschlagen. In zehn Minuten beginnt die Schlusssitzung.

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