Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 195)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 105 — ein Verbot gegen Massenansiedelungen von Juden in Palästina. Es war damals auf Veranlassung des französischen Gonsuls, der die katholischen Interessen wahrnehmend, sich an die türkische Regierung gewendet hat, mit der Bitte, die Einwanderung von Juden möglichst einstellen zu. lassen, die Ordre aus Constantinopel erlassen worden und es ist eine gewisse Schwankung. Ein Jahr ist es schlimmer, ein Jahr milder. Aber jedenfalls existiert dieses Einwanderungsverbot, auch gegenüber einzelnen Personen. So oft einzelne Personen den Versuch gemacht haben, — trotzdem im Verbot von Masseneinwanderungen die Rede ist, — hineinzukommen, ist es ihnen bis jetzt nicht gelungen. Das ist übrigens auch ein Bestreben, auf welches wir ausgehen müssen. Ich hoffe, dass es gelingen wird, dies zu regeln, insoferne man wenigstens einzelne hineinlassen soll. Denn, wenn ich auch immer wieder für das öffentlich-rechtliche System des Zionismus eintrete, so bin ich durchaus dafür, dass man zu derselben Zeit so viele Erleichterungen als möglich für "das Bestehende zu schaffen sieb bestrebe, und wenn man dies consequent verfolgt, wird man es auch durchführen können. (Beifall.) Ich muss hier noch auf etwas zurückkommen, das ist auf den principiellen Standpunkt. Es ist hier der Versuch gemacht worden zu erklären, dass an die Colonisation unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht zu denken sei, dass die früheren Massnahmen weitergeführt werden können. Ich habe nicht geleugnet, dass man im Verlaufe der weiteren Zeit eine oder zwei Golonien gründen kann. Wir als Zionistenbund sollen dies aber nicht thun, sondern uns bestreben, eine Golonisation zu bewirken, die auf rationeller Basis fusst und in aller Oeffentlichkeit geführt werden soll. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Bentwich (zur Geschäftsordnung — spricht e n g 1 i s c h). Vors. Dr. Herzl: Mr. Bentwich beantragt die en bloc-Annahme des Commissionsentwurfes, es ist aber ein Zusatzantrag gestellt worden. Zuerst hat Herr Markus das Wort zur Verlesung einer Petition, die sich auf diese Angelegenheit bezieht. Del. Markus: Sehr geehrte Versammlung! Gestatten Sie mir mit Genehmigung des hohen Präsidiums die Bitte, meine gestrige Petition nochmals genau formulieren zu dürfen : „Nachdem der Nothschrei unserer Brüder in den argentinischen Colonien des seligen Baron Hirsch zu uns dringt, dass ihre Lage unerträglich sei und die Jewish-Colonisation-Association sich durch nichts bewegen lässt, gegen die Administration auch nur eine unparteiische Untersuchung anzustellen, wolle der Zionistencongress sich mit der Regierung von Argentinien in Verbindung setzen, welche im October dieses Jahres in die Hände des strengen und gerechtigkeitslieb enden Präsidenten Dela Rosca übergehen soll. Dieselbe möge, um jede Vereitlung einer Untersuchung durch die übliche Beeinflussung subalterner Organe unmöglich zu machen, sämmtliche in Buenos-Ayres anwesenden früheren Colonisten vorladen und gleichzeitig aus jeder der 25 Colonien einen durch die Colonisten zu wählenden Vertreter berufen. Gleichzeitig 13'