Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 138)
- Language
- German, English, Hebrew
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- 138 — richtig!) Merkwürdig ist die Subscription auch dadurch, dass sie eine Volkssubscription ist, deren Einheit in allen Welttheilen aufgebracht wurde. Aus allen Welttheilen, überall, wo Juden wohnen und leben, sind Zeichnungen eingelaufen. Weit über 1000 Zuschriften hat das Bankcomite in der kurzen Zeit erhalten, die alle durchwegs von einer Begeisterung getragen sind, wTie sie wohl ein geschäftliches Unternehmen noch nie erlebt haben dürfte» (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Aus allen Ländern der Welt wurde dem Bankproject begeisterte Zustimmung. Hunderte Berichte von Vereinen und Corporationen, denen man vollständig glauben kann, besagen, dass Massenzeichnungen erfolgen werden, sobald erst eine regelrechte Subscription eingeleitet wird. Viele von Ihnen,, meine Herren, die sich mit der Subscription bemüht haben, werden dasselbe bezeugen können und werden auch wissen, dass die Subscription, die erst Mitte Juli in Fluss gekommen ist, noch lange nicht beendet ist. Täglich laufen noch Zeichenlisten ein. In den letzten Tagen sind hier in Basel 250.000 Francs Zeichnungen angemeldet worden. Der beste Beweis tür das Gelingen eines Unternehmens dürfte wohl die Popularität sein. Eine grössere Popularität,, wie unser Bankproject überall gefunden, ist kaum denkbar. Im Verhältnis zu der Bevölkerungszahl der Juden in den verschiedenen Ländern haben bis jetzt insgesammt 23.000-gezeichnet. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Von dem Gesammtbetrage sind 95 Percent in einzelnen Shares gezeichnet. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Diese Betheiligung der Kleinen aber leistet auch zugleich die beste Garantie für die Sicherheit der Bank, denn sie legt uns die höchste Verantwortung auf, mit der grössten Vorsicht und Umsicht zu Werke zu gehen. In der ganzen Natur unserer Bewegung' liegt es, dass wir mit Sturmschritt vorgehen,, und das ist gut. Hier aber, bei diesem Punkte, bei der Bank, da. müssen wir uns die grösste Reserve auferlegen. Es wird also unbedingt nöthig sein, dass Sie zuerst ein Comite einsetzen, welches die Schritte, die uns noch von der Gründung trennen, in Ruhe und mit Ueberlegung machen kann oder vorbereitet. Die Bankconferenz, die hier seit dem 25. getagt und erst soeben ihre Arbeiten beendet,, schlägt Ihnen dieses vor, und wird Ihnen Herr Dr. Bodenheimer über die Beschlüsse der Bankconferenz Bericht erstatten. Zwecklos wäre es, schon hier über die Einrichtung der Bank zu discutieren oder gar Beschlüsse zu fassen. Die Bank soll zwar ein Hauptfactor unserer Bewegung werden. Sie soll nicht ein Geldinstitut im gewöhnlichen Sinne werden, sondern vielmehr die Gesamrntinteressen des jüdischen Volkes wahrnehmen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Um das zu können, muss sie daher Geschäfte machen und zwar gute Geschäfte. Dazu aber gehören Fachleute.