Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 137)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 187 — Del. D. Wolff«@hn (mit lebhaftem Beifall begrüsst); Hochgeehrte Versammlung! Bei jedem neuen Unternehmen muss zuerst geprüft werden, ob das Unternehmen eine Notwendigkeit ist, und zweitens, ob die Möglichkeit vorhanden ist, das Unternehmen ins Leben zu rufen. Erst dann, wenn-diese beiden Fragen geprüft und gelöst sind, erst dann darf zur praktischen That geschritten werden. Auch der Oongress wird diese beiden Fragen prüfen müssen, wenn Sie dem Ihnen vorliegenden Bankprospect Ihre Zustimmung geben wollen. Die erste Frage, ob die Bank für uns nothwendig ist, ist sehr leicht zu beantworten. Es ist selbstverständlich, dass, wenn wir unser Ziel erreichen wollen, wir zu unserer grossen Organisation eine geschäftlich rein kaufmännische Verwaltung haben müssen, und die beste Form für diese Verwaltung dürfte zweifellos die einer Bank sein. Soll das, was wir hier theoretisch vorbereiten, all' unsere Hoffnung realisiert, soll unser Ziel erreicht werden, dann müssen wir auch darnach trachten, uns die nöthigen finanziellen Instrumente herzustellen, und das einzige geeignete Instrument ist die Jüdische Colonialbank. Das Actionscomite, das erst voriges Jahr nach dem ei'sten Congress seine Thätigkeit begonnen, war sich wohl fcewusst, dass auch Sie davon überzeugt sein werden. Schwieriger aber erschien es, den Beweis für die Möglichkeit zu liefern. Das Gomite konnte und durfte dem Congress keine Vorlage machen, für deren Ausführbarkeit es keinen Beweis hatte. Ein altes Sprichwort sagt: „ Probieren geht über Studieren." — Das Actionscomite ist nach •diesem Eecept vorgegangen und hat eine Probesubscription beschlossen, die uns zeigen sollte, ob die Kraft, die wir dem Zionismus zugemuthet, überschätzt wurde oder nicht. Die Vorconferenz in Wien, von der Ihnen schon berichtet worden ist, hat daher den Beschluss gefasst, ohne jede weitere Vorbereitung in eine Subscription einzutreten, und zwar mit dem Ihnen bekannten Modus, dass jeder Subscribent sogleich zehn Percent des gezeichneten Betrages anzahlen muss. Diese merkwürdige Subscription wurde gegen jede bisherige Praxis ohne Banquiers und Financiers, ja sogar ohne Programm und Statuten eingeleitet. Sie hatte ja nur den Zweck, als Kraftprobe zu dienen, und als solche hat sie sich auch glänzend bewährt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) In der kurzen Zeit der wenigen Wochen sind von unseren Anhängern fast vier Millionen Francs gezeichnet worden. Merkwürdig nannte ich diese Subscription, merkwürdig und ■einzig in ihrer Art, denn es dürfte wohl noch nie vorgekommen sein, dass für eine Bank, die weder Prospect noch Statuten bekanntgegeben, ohne weiteres vier Millionen Francs gezeichnet sind. (Sehr