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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 130

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 130 (sequence 130)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 130 — der Herr Berichterstatter so wichtige Momente vorgebracht hat, hin ich der Meinung des Herrn Bambus, dass man alle Redner anhören sollte und nicht Generalredner wählt. Wir sind von weiter Ferne hiehergekommen und wir wollen alle klaren Wein eingeschänkt haben über diese Sache. Opfern Sie noch diese paar Stunden, damit wir mit reinem Gewissen einen Beschluss fassen können. (Beifall. — Ruf: Ich beantrage Schluss der Debatte mit Anhörung der eingetragen e n R e d n e r.) Del. Dr. Schlaposchnikoff spricht in russischer Sprache. Präsident Dr. Herzl: Herr Dr. Schlaposchnikoff beantragt fünf Minuten für jeden Redner. ' " Wir werden über jeden Antrag der Reihe nach abstimmen. Diejenigen, welche für Schluss der Debatte sind ohne'Anhörung weiterer Redner, wollen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause): Ist abgel ehn t. (Lebhafter Beifall.) Diejenigen, welche für Schluss der Debatte sind mit Anhörung der bereits eingezeichneten Redner, wollen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause): Ist angenommen und damit der Schluss der Rednerliste ausgesprochen. Diejenigen, welche für eine Redezeit von 5 Minuten für jeden Redner sind, wollen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause): Der 5 Minuten-Antrag ist angenommen. (Lebhafter Beifall.) Del. Dr. Ebner: Ich beantrage, dass die Liste derart eingerichtet wird, dass auf einen Pro-Redner ein Contra-Redner folgt. (Rufe: Das ist undurchführbar!) Präsident Dr. Herzl: Gegen diesen Antrag spricht § 29 der Geschäftsordnung, welcher sagt: „Die Redner werden-in der Reihenfolge der Anmeldungen angehört." Del. Dr. Ebner : In diesem Falle ziehe ich meinen Antrag zurück. Del. H. Son spricht in französischer Sprache. Präsident Dr. Herzl: Herr Son kann in 5 Minuten seine Bemerkungen nicht vorbringen. ■ x Del. H. Son : In einer Stunde auch nicht. Del. Goldberg: Ich beantrage, in diesem Falle eine Ausnahme zu machen und dem Redner eine Redezeit von 10—15 Minuten zu gewähren. Präsident Dr. Herzl: Ich kann einen'angenommenen Antrag nicht wieder umstossen. Del. Aron Markus : Sehr geehrte Versammlung! Ich erlaube mir zunächst einen Ideinen Protest dagegen' einzulegen, dass unsere Redefreiheit hier durch die parlamentarische Disciplin auf 5 Minuten beschränkt wird. Ich glaube, wir reden hier nicht zum Vergnügen, sondern es handelt sich hier um Fragen, wo wir nicht als Marionetten figurieren wollen, sondern wo es sich um das Leben von vielen Tausenden und um deren Zukunft handelt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich niuss das geehrte Publicum bitteii, nicht ' zu applaudieren, denn der Applaus wird schliesslich' auch auf meine Rechnungkommen. Die Colonisationsfrage ist für uns das Alpha und Omega des sogenannten religiösen Zionismus. Sie zerfällt für uns m zwei Probleme, die .wir in dem Ausspruche vereint finden: ^031 Er wird sein Land und sein Volk versöhnen. Zuerst das Land, dann das Volk. Selbst diejenigen Juden, die allen Gefahren im Kampfe ums Dasein unverzagt die Stirne bieten, betrachten die Colonisation des Heimatlandes als das heiligste Werk. In zweiter Linie steht für uns die Schaffung eines

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