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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 110

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 110 (sequence 110)
Language
German, English, Hebrew
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- 110 — Die materielle Noth an der Stätte des Verfalles hat dem Jerusalemer, Juden den Muth geraubt; er lässt sich von der anderen Bevölkerung die grössten Beleidigungen gefallen. Wohl ist es auch der Duft der Heiligkeit, der sie gegenüber allen Verunglimpfungen gleichgiltig gemacht, sie gemessen das Golus der Entwürdigung mit Wnnne. Einen wirklichen Ruhepunkt bietet den dortigen Juden der Sonnabend, der sie gänzlich in die überirdische Welt versetzt. Ich muss es mir versagen, alle psychologischen Seiten des Jerusalemer jüdischen Lebens zu schildern, ich durfte sie hierauf dem Congresse nur andeuten. Und wie in Jerusalem, . so sieht es auch in allen Städten aus, in welchen Juden wohnen. Gegenwärtig gibt es in Palästina ausser den Colonien folgende Anzahl von Juden: Jerusalem........... 28.254 Hebron............ 1.429 Jaffa.............. 3.000 Gaza............. 75 Ramleh............ 16G Akka............. 130 Haifa............. 1375 Sidon . ........... 780 Tiberias............ 3200 Saffed............. G620 Noblus............ 120 Andere Ortschaften ....... 20 45.169 Die Armut soll in Saffar, Tiberias und Hebron noch grösser als in Jerusalem sein. Wohin man auch kommen mag, hört man die Klage nach Arbeit, nach Land. Als ich in Hebron mit einem Synagogendiener ein Gespräch darüber anknüpfte, ob denn Familien vorhanden, die Landarbeit treiben würden, da entwickelte der sonst nicht beredte Mann eine wahrhafte Rhetorik; ich hatte offenbar den Punkt berührt, der ihn am meisten interessiert. Dutzende von Familien seien sofort bereit, dem Rufe der Arbeit zu folgen, eine Behauptung, welche mir vom dortigen Arzte bestätigt wurde. Ich hatte oft genug die Gelegenheit, Juden aus den Städten arbeiten zu sehen, nicht nur in Jerusalem, sondern auch in verschiedenen Colonien, so in Rosch-Pina, wo etwa 70—80 Saffeder Jünglinge und Mädchen in der dortigen Seidenfabrik um wenige Piaster täglichen Lohnes arbeiten, so in der Fässerfabrik von Sichron-Jakob, wo der Tageslohn die Höhe von 2—5 Fr. erreicht, so im Keller von Rischon-Lezion, überhaupt in vielen Rothschild'schen Anlagen, in welchen indes die Pariser Anordnung, •dass nur Juden in denselben arbeiten sollen, von der Administra-

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