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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 72

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 72 (sequence 72)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476258--0622-3476756
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Dr. Nord au (liest den Antrag in französischer Sprache und fügt hinzu): Es ist überflüssig, dass ich den Antrag nochmals deutsch, lese, da er wohl von dem ganzen Congresse verstanden worden ist. (Widerspruch.) Ich werde ihn also auch deutsch verlesen. Derselbe lautet: .7In Anbetracht dessen, dass der ausschliessliche Gebrauch der deutschen Sprache in den offiziellen Publicationen und Acten des Congresses jegliche Ausbreitung des Zionismus in den Ländern, die nicht deutsch sprechen, verhindert, ganz abgesehen davon, dass dies einer ganzen Anzahl von Juden es sehr schwer macht, in wirksamer Weise an den Berathungen und Discussionen des Congresses theilzunehmen; in weiterer Würdigung dessen, class die Juden Frankreichs, Italiens. Belgiens, von Marocco, Algier, Tunis, Egypten und des ganzen Orients, welche doch eine grosse Zahl bilden, dadurch gleichsam ausserhalb jeglicher Propaganda bleiben, beantragen die Unterzeichneten, dass die französische Sprache gleichzeitig mit der deutschen in allen officiellen Publicationen und Acten des Congresses angewendet werde/"' (Folgen die Unterschriften.) Monsieur Bernard Lazare (mit stürmischem Beifall und Händeklatschen begrüsst — spricht französisch). Del. Herbert Bentwich, mit lebhaftem Beifall begrüsst, spricht in englischer Sprache, Vicepräs. Dr. Max Nordau: Herr Lazare hat sehr beredt seinen Antrag begründet. Die Gründe, die er angeführt hat, liegen eigentlich auf der Hand. Wenn ich sie auch nicht wiederhole, so können Sie sie doch errathen. Die deutsche Sprache ist kein Instrument, womit man einen grossen, einen erheblichen Theil der Judenheit erreichen kann. Lmglücklicherweise sind diejenigen Juden, welche deutsch nicht verstehen, auch nicht einmal einen deutschen Jargon, gerade diejenigen, für die der Zionismus eigentlich am meisten arbeitet, die der Befreiungsthat des Zionismus am meisten bedürftig sind. Gerade diese Juden haben es am meisten nöthig, aus ihrer unglückseligen Stumpfheit aufgerüttelt zu werden. Sie haben bis jetzt noch nichts von den gesammten Anstrengungen erfahren, die für die gesammte Judenheit und in erster Reihe für sie gemacht werden. Es wäre deshalb nothwendig, class das erlösende Wort des Zionismus auch in ihre Seele dringe, und dass als Mittel dazu die französische Sprache gebraucht werde. Mr. Bernard Laztire hat nun beantragt, dass man ihnen die Botschaft des Zionismus auch in französischer Sprache verkünde. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vicepräs. Rev. Dr. Moses Gaster: Mr. Bentwich hat hervorgehoben, dass, wenn eine Sprache oder 2 Sprachen die Berechtigung haben, dass das Protokoll darin erscheine, die englische Sprache, die eigentlich in einem Drittheile der Welt gesprochen werde, die in London gesprochen werde, wo der Sitz der zukünftigen Bank sein werde, gleichfalls diese Berechtigung habe, dass das Protokoll auch in die englische Sprache übersetzt werde, umsomehr, wo es.sich doch darum handelt, die Millionen Juden, die noch nicht gewonnen sind, für uns zu gewinnen. Es werde das gewiss von Bedeutung sein. Ich bitte das übrigens nicht als meine eigene Anschauung zu betrachten, sondern nur als eine Uebersetzung. Präs. Dr. Theodor Herzl: Zunächst bemerke ich, dass wir nicht nur in deutseher Sprache amtieren, Schriften versenden u. s. w. Wir haben erst in der letzten Zeit eine Schrift nach dem Orient geschickt, welche deutsch, französisch, hebräisch und arabisch abgefasst war und die also sehr weit verbreitet worden ist, im ganzen Orient.

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