Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 65)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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Die Finanz commission hat einstimmig beschlossen, die hier verlangten Details nicht zu geben und sie findet keine Veranlassung, von Clem von ihr eingenommenen Standpunkte abzugehen. (Beifall.) Dr. Herz!: Meine Damen und Herren! Wir haben jetzt den Rechenschaftsbericht, den Herr Di*. S chnire r vorgelesen hat, gegen Ihre Kritik zu vertreten. Die Kritik war im ganzen und grossen erträglich und ich wünsche unseren Nachfolgern im kommenden Jahre, dass sie es nicht schwerer haben sollen wie wir. Im ganzen sind einige Fragen gestellt worden, die ich eingehender behandeln will. Zunächst hat Herr Rappaport die Frage aufgeworfen, was wir unter sicherer Garantie für die Colonisation oder Ausführung unserer Pläne verstehen. Wir haben das oft erklärt und es wäre eine massige Wiederholung, namentlich dessen, was die ganze Zeit des ersten Baseler Congresses ausgefüllt hat, wenn ich dies abermals sagen sollte. Es steht in unserem Programme: Die Garantien sind diejenigen öffentlich-rechtlichen Sicherheiten, ohne die wir uns eine dauernde Lösung nicht vorstellen könnten. Es handelt sich für uns nicht um einen Momenterfolg, nicht darum, irgendeine scheinbare Thätigkeit zu entwickeln, die vielleicht darin besteht, dass man den Güter- und vielleicht auch den Menscheiltransport etwas lebhafter gestaltet, sondern uns handelt es sich, wenn wir ernste Leute sind und diese grossen Fragen so ausführen, wie es unsere Pflicht ist — uns handelt es sich darum, dauernde Zustände zu schaffen, und daran arbeiten wir jeden Tag. In welchem Augenblicke Sie das greifbar sehen werden, kann ich nicht sagen. Ich habe Ihnen auch nie versprochen, zu welcher Zeit da* Werk vollendet sein wird. Ich glaube sagen zu können: Es handelt sich vor allem darum, die Bedingungen, die nothwendig sind, auf allen Seiten herzustellen. Wenn diese Bedingungen erfüllt, wenn alle Fäden an der richtigen Stelle angelangt sind, dann werden diese verknüpft werden. Dies wird nur kurze Zeit in Anspruch nehmen; aber Sie müssen sich gedulden» Wer glaubt oder geglaubt hat, dass wir eine traumartige Arbeit in ganz kurzer Zeit machen können, hat uns von vornherein nicht verstanden oder er hat sich einer Illusion hingegeben. Gerade weil wir eine ernste Arbeit machen, ist es nicht möglich, Ihnen die Garantie von einem Augenblicke oder von einem Jahre auf das andere zu liefern. Ich bitte Sie aber zu bedenken, dass in dem Augenblicke, in dem wir oder unsere Nachfolger so glücklich sein werden, Ihnen diese Garantien als etwas Abgemachtes vorzulegen, eines der grössten weltgeschichtlichen Ereignisse vollzogen sein wird. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Dann werden Sie uns vielleicht die Jahresfristen, in denen es ans bisher vergönnt war zu arbeiten, nicht so nachrechnen. Jedenfalls haben wir, glaube ich, nach dem, was Sie bisher gesehen haben, einigen Anspruch auf Ihre Geduld, wenn Sie wollen, oder auch Ihr Vertrauen. Denn es existieren bereits Thatsachen, und eine der wicl.itigsten ist die Existenz des früher geleugneten jüdischen Volkes. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen). Das habe ich Herrn Rappaport zu sagen und Sie werden darin nichts Neues finden. Ein anderer Redner, Herr Dr. Landau, ist mit verschiedenen Anfragen an das Actionscoinite gekommen, von denen ich die erste nicht verstanden habe. Ich weiss nicht, was es heissen soll, warum das Actionscoinite eine Verlautbarung der Parteipresse noch nicht vorgenommen hat. Ich bitte mich zu unterbrechen und mir den Sinn dieser Frage zu erklären. Dr. S. R. Landau: Ich erlaube mir zu bemerken, dass ich mich auf einen vom vorigen Congress angenommenen Beschluss gestützt 5