Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 63)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476258--0613-3476747- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 63 - Sehluss der Debatte ist angenommen. (Rufe: Mit Anhörung oder ohne Anhörung von weiteren Rednern?) Meine Herren! Ich glaube mich vollständig klar ausgedrückt zu haben. Da ich erklärte, nach Sehluss der Debatte würden noch Herr Dr. Kokesch und Dr. Herzl sprechen, waren andere Redner ausgeschlossen; folglich heisst dies ohne Anhörung von weiteren Rednern. Ich will aber doch, da vielleicht ein Zweifel obwaltet, nochmals abstimmen lassen und bitte alle diejenigen, welche für Sehluss der Debatte ' M^'Hohne Änliörung weiterer Redner sind, mit Ausnahme der Herren . -Dr.'K p k es c h und Dr. Herzl, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Bitte um Gegenprobe. (Nach einer Pause): Sehluss ist angenommen. Vicepräsident Dr. Gaster: Zur Geschäftsordnung wünscht Herr Dr. KoIi an-Bernstein das Wort. Ich ertheile ihm das Wort. Del. Dr. Kohan-Bernstein : Ich glaube, dass ich, trotzdem die Liste cler Redner geschlossen ist, doch noch das Recht habe, das Wort zu ergreifen. Ich wurde in meiner früheren'-Rede als Mitglied des Actionscomites unterbrochen, mit dem Hinweise darauf, dass ich später werde sprechen können. (Zustimmung.) Ich hatte etwas wichtiges zu sagen, es wurde mir aber das Wort genommen und es wurde mir gesagt, dass ich zum Schlüsse das Wort bekomme. Nun hat man mir das Wort genommen, ich appelliere an die Gerechtigkeit des Präsidiums. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vicepräsident Dr. Gaster: Da Herr Bernstein früher unterbrochen wurde, ertheile ich ihm selbstverständlich jetzt das Wort zur Fortsetzung seiner Rede. (Lebhafter Beifall.) Del. Dr. Kohan-Bernstein: Ich danke der Versammlung dafür, dass man mein Recht vertheidigt hat. Ich bin an der Steile unter- . brochen worden, als ich gesagt habe, dass ich mit voller Achtung zu den Erfolgen und Arbeiten des Actionscomites Stellung nehme. Ich glaube, dass wir jedenfalls ohne Anhörung des Rechenschaftsberichtes sagen könnten, dass wir in allen diesen Finanzberichten genaue Ordnung haben und es war .unnütz, davon zu reden. Ich wollte nur im Interesse der Sache, welche uns alle verbindet, volLe Achtung für den Rechens chaf rsb ericht vertan gen. Was heisst volle Achtung? Nicht plaudern, nicht den Dank aussprechen! Wenn jemand eine Arbeit verrichtet, fordert er bei den Leuten, welche ihm Dank schuldig sind, dass sie aufmerksam die Arbeit untersuchen und das will ich thun. Ich habe schon zu Beginn gesagt, dass das Actionscomite bei den Verhältnissen, unter denen es arbeiten musste, nicht mehr leisten konnte. Die Kürze der Zeit ist der eine Umstand: der andere Umstand ist, dass wir die tüchtigen Leute im Actionscomite noch sehr wenig für unsere Sache ausnützten. Ich habe bereits gesagt, dass diese Leute — ich spreche da nicht von einzelnen —nicht verpflichtet sind, für uns im ganzen zu arbeiten. Alle diese Umstände wirkten hindernd und werden auch später hindern, dass mehr geleistet wird. Wir möchten also im Namen des Volkes ersuchen, dass unsere Ideen rascher vervollkommnet werden, und wenn daher der Rechenschaftsbericht uns tausendmal mehr zeigen sollte, so würden wir doch . fordern, dass die Mitglieder des Actionscomites im ganzen für uns exploitiert werden sollen. Sie sollen uns ihre ganze Zeit widmen. Wir brauchen Leute, welche für die Volksideen so arbeiten, dass sie nicht bloss einen Theil cler Zeit für uns verwenden. Bei der Organisation wäre darüber genauer zu sprechen, in welche Lage wir die Commissionsmitgliecler stellen. Der zweite Punkt, von dem ich sprechen' will, betrifft die Thätigkeit des Actionscomites. Es haben mich insbesondere jene Stellen