Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 53)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 53 — nur dann gerechtfertigt, wenn factisch nicht die Mittel vorhanden waren. Anderseits bin ich der Ueberzeugung. dass das Actionscomite durchaus seine Pflicht erfüllt hat; ich möchte aber die Decharge doch aufgeschoben wissen, bis wir den Finanzbericht gehört haben. Erst dann können wir uns ein Urtheil bilden, ob das Comite mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln richtig gearbeitet hat. Ich bin überzeugt, .dass wir nachträglich um so herzlicheren Dank demselben werden aussprechen müssen. Wenn Dr. Schnirer sagte: „Fort mit der Wohlthätigkeit", so sage ich: Fort mit der Wohlthätigkeit in Bezug auf Gslizien. "Auch in Bezug auf Galizien werden wir eine klaffende Wunde heilen, und wenn plötzlich Unglück ausbricht, Wohlthätigkeit üben. Gerade das Actionscomite machte ciarauf aufmerksam, dass in Galizien die Wohlthätigkeitsaction unterbrochen wurde und dies berechtigt wohl zu dem Wunsche, schon in Europa, wo die Juden in grossen Massen sitzen, die Mittel zu finden, um ihnen Arbeit zu geben und auf socialem Wege die Lage der Juden zu heben. Ich spreche nicht in irgend welchem jüdisch-socialen Sinne. Ich meine nur, wir sollen hier die sogenannte Wohlthätigkeitsaction in dem Sinne organisieren, dass es sich nicht darum handelt, Gelder zu sammeln für die galizischen Juden, sondern günstige Arbeitsbedingungen für dieselben zu schaffen. Ich resümiere meine Ausführungen dahin, dass ich bitte, die Beschlussfassung über die Decharge bis nach dem Finanzberichte aufzuschieben. (Beifall.) Dr. Herzl: Ich schliesse mich dem Antrage L o e w e an, wir führen eine eigenthümlich hinkende und verworrene Debatte. Es wird immer von den Mitteln gesprochen und zwar in einer ganz unverständlichen Weise von Herren, die gar noch nicht in den Finanzbericht Einsicht genommen haben. Die Herren sollten im Interesse des Gegenstandes der Debatte nicht Worte hinauswerfen, die sie nicht vollkommen "verantworten können. Ich schliesse mich dem Antrage L o e w e aus -dem Grunde an, weil immer dem Berichte des Finanzausschusses, der noch nicht vorliegen kann, vorgegriffen wird, und stelle den formellen Antrag, die Debatte über den Rechenschaftsbericht zu unterbrechen und die Discussion erst wieder aufzunehmen, bis der Finanzausschuss die Bücher und Rechnungen geprüft haben wird. Inzwischen können wir «einen anderen Punkt der Tagesordnung vornehmen oder solange eine Pause eintreten lassen, bis diese Sache erledigt ist. (Beifall.) Vorsitzender: Ich unterbreche die Sitzung auf 10 Minuten. (Die Sitzung wird um 6 Uhr unterbrochen und um 6 Uhr 15 Min. wieder aufgenommen. — Präsident Dr. Herzl übernimmt den Vorsitz.) Vors. Dr. Herzl: Es sind zum Rechenschaftsberichte des Actions- ■comites 12 Redner vorgemerkt. Da die Debatte vollständig unfruchtbar wäre, solange der Finanzausschuss die Finanzgebarung nicht vorgelegt -erhalten hat, haben wir beschlossen, die Sitzung bis 8 Uhr zu vertagen. In dieser Zeit wird der Finanzausschuss den Bericht vorgelegt erhalten. Diese Zeit kann auch von den anderen Commissionen benützt werden, um sich zu constituieren, da das vielfach noch nicht geschehen ist. Um 8 Uhr beginnt die Sitzung wieder. Wir werden dann in die Debatte über den Rechenschaftsbericht des Actionscomites eintreten. Die eingetragenen Redner behalten natürlicher Weise das Wort. Del. Dr. Boden heim er: Meine Damen und Herren! Wir sind jetzt so ermüdet und jedenfalls werden die Mitglieder der verschiedenen Commissionen nach den Commissionssitzungen noch viel mehr ermüdet sein, um dann wieder in die Sitzung eintzutreten und in eine Besprechung des Finanzberichtes einzugehen. Ich schlage daher vor, class die Sitzung