Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 51)
- Language
- German, English, Hebrew
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Vors. Dr. Gaster: Ich verstehe den Herrn Dr. Mintz, aber es ist Pflicht des jeweiligen Präsidenten, den Redner zur Sache zu rufen, wenn er glaubt, class er die Grenzen desjenigen überschritten hat, was im Zusammenhang mit dem Zionismus steht. Das ist natürlich. Ich glaube es genügt diese Auseinandersetzung. Unsere Freunde werden wissen, wie weit wir in dieser Frage gehen können und dürfen. Del. Dr. Brande : Ich beantrage Schluss der Debatte ohne Anhörung * weiterer Reden. Vors. Dr. Gaster: Worüber denn? Das war eine einfache Anregung. Del. Dr. Braude: (Jeher den Antrag Wolffsohn. Dr. HerzI: Es ist ein Missverständnis vorgekommen. Herr Wolffsohn meint, es soll nicht jeder einzelne Delegierte die Gravamina seiner Wähler vorbringen, weil alle Delegierte Gravamina vorzubringen haben. Im Uebrigen liegt eine Verwechslung von socialpolitisch und socialistisch vor. (Lebhafte Zustimmung und Beifall.) Del. Dr. Farbstein : Ich fühLe mich verpflichtet, den Worten des Herrn Wolffsohn zu widersprechen. Es kommt wohl darauf an. wie man den Zionismus versteht. Ich betrachte den Zionismus als sociale Frage . . . Vors. Dr. Gaster: W ir debattieren jetzt darüber nicht mein-, sondern gehen einfach zum Rechenschaftsbericht über. Das Wort hat Herr O. M a r m o r e k. Del. O. Marmorek: Meine Damen und Herren! Wir haben heute den Bericht des Actionscomites gehört. Dieser Bericht zeigt uns, was das Actionscomite im vergangenen Jahre geleistet hat. Es kann mit Stolz auf die Erfolge hinweisen, die in diesen Tabellen verzeichnet sind. Eine Bewegung kann doch durch nichts deutlicher als durch Ziffern ausdrücken, was sie geleistet hat, und wenn die zionistische Bewegung vom vorigen Congress bis heute auf das neunfache angewachsen ist, so ist das jedenfalls ein gut The.il dem Actionscomite zuzuschreiben, ohne •den Landescomites und Localvereinen und Juden selbst ihr Verdienst daran'zu schmälern. Aber mehr als es geleistet, hat das Actionscomite noch gewollt und vielleicht nur die Kürze an Zeit hat die Ausführungen vielleicht nicht zur That werden lassen. Ich bin überzeugt in aller Kamen zu sprechen, wenn ich beantrage, wir mögen dem Actionscomite Dank und das Absolutorium für seine allgemeine Thätigkeit aussprechen, uns vorbehaltend, nach Anhörung des financiellen Berichtes auch über diesen abzustimmen. (Lebhafter Beifall.) Dr. Friedemann: Nach meiner Ansicht können wir vorläufig über den Geschäftsbericht nicht das Absolutorium ertheilen, dies ist erst möglich, wenn der Finanzbericht vorliegt. Vorläufig können wir uns nur mit dem einverstanden erklären, was vorgelegt wurde. Vors. Dr. Gaster: Es ist selbstverständlich, dass das Actionscomite nicht das Absolutorium verlangt und auch nicht angenommen hätte, bevor der Finanzbericht genehmigt ist. Wir haben den Antrag nur in dem Sinne vorgebracht, dass er sich auf den allgemeinen Theil bezieht. Dr. Bernstein : Ich erlaube mir das Wort zu ergreifen, um Kritik über die Thätigkeit des Actionscomites zu üben. Im allgemeinen füge ich mich den Ausführungen des Herrn Marin orek und glaube, dass in dem geringen Zeiträume ohne Geld und mit Kräften, die ausserdem die meiste Zeit doch für Broterwerb benützen mussten, sehr viel geleistet worden ist. Nichtsdestoweniger ist es doch angezeigt, Kritik*" zu üben an dem Rechenschaftsberichte; denn dieser wird ja doch vorgelegt, damit wir sehen, was für Fehler, was für Mängel sich im Laufe der Arbeit eingestellt haben. 4*