Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German, English, Hebrew
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- 19 — andauernder Beifall und Händeklatschen) Björnson, (Lebhafter andauernder Beifall und Händeklatschen) Gonybeare, (Lebhafter andauernder Beifall und Händeklatschen) das sind einige der Namen, die sich in dieser tragischen Angelegenheit unvergänglichen Ruhm erworben haben. Es sind christliche Namen, arische Namen. Judennamen dagegen, die ich nicht über die Lippen bringen will, obschon sie mir wie Scheidewasser und Galle auf der Zunge brennen, Judennamen finden wir in entsetzlich grosser Zahl unter den schriftstellerischen Banditen, die Zola und seine Kampfgenossen anfielen, und ein Jude war es, der das scheussliche Wort gesprochen hat: „Dreyfus mag unschuldig oder schuldig sein, wir wollen nichts von ihm wissen, wir lassen das Wiederaufnahmeverfahren nicht zu." Da haben Sie das berühmte jüdische Zusammengehörigkeitsgefühl! Das Volk, das zuei;st in der Menschheit den Schrei: Gerechtigkeit! ausgestossen ha., dessen ewiger Ruhm in der Weltgeschichte es bleiben wird, dass es zuerst seinen Gott als einen gerechten Gott, als einen gerechten Richter begriffen und gepriesen hat,- dieses Volk hielt sich fern von einem Kampf um das Recht, einzig weil das Opfer einer Rechtsbeugung ein Jude war. Ich habe einen genügenden Glauben an meinen Stamm, um sicher zu sein, dass Zehntaasende, dass Hunderttausende von Juden in heiligem Zorn entflammt wären, geschrieben, gesprochen, gestimmt, gehandelt, Geld und Blut geopfert hätten, wenn das, was Dreyfus widerfahren ist, einem Zigeuner, Lappen, Botokuden zugefügt worden wäre. (Lebhafter andauernder Beifall und Händeklatschen.) Aber da es einem Juden zugefügt worden ist, begnügten die Juden sich damit, zu seufzen und den Kopf zu schütteln, und übeiiiessen es Christen, die Lorbeern Voltaires zu pflücken. Die Antisemiten haben von uns uneingestanden eine bessere Meinung als wir verdienen. Sie glaubten keinen Augenblick lang, dass wir wirklich dem Kampf ums Recht unthätig zusehen konnten, und da sie unter den Streitern kaum zwei oder drei Judennamen fanden, so nahmen sie ohneweiteres an, dass der jüdische Antheil an dem. Kampfe ein geheimer und darum umso wirksamerer sein müsse. So erklärt es sich, dass so viele durchaus gutgläubige Christen, nicht blos in Frankreich, sondern auch ausserhalb dieses . Landes, von dem Bestände des berühmten Syndicates fest überzeugt sind. Dieses von antisemitischen Verleumdern sehr geschickt erfundene Märchen kommt ihrem Bedürfnis entgegen, an jüdische Leidenschaft für Gerechtigkeit, an jüdische Kraft und Klugheit, an jüdisches Zusammengehörigkeitsgefühl zu glauben. Das Märchen unserer Feinde zeigt, was sogar diese bestimmt von uns erwartet haben. Wir aber sind selbst hinter den Erwartungen derjenigen, die uns am meisten hassen und verachten, weit zurückgeblieben, und so ist dieser tragische Fall 2*