Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German, English, Hebrew
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— Ii — Minuten andauernder, wiederholt sich erneuernder Beifall. Redner wird von allen Seiten beglückwünscht. Auch die Gallerie betheiligt sich an dieser Beifallskundgebung.) Der Einlauf muss erst geordnet werden, weil wir fortwährend aus der ganzen Welt telegraphische und briefliche Kundgebungen erhalten, mit deren Ausarbeitung jetzt der Herr Secretär beschäftigt ist. Ich werde sie von Tag zu Tag dem Congresse vorlegen, sowie die Einlaufe in Ordnung sind. Wir müssen nun zunächst die vom Actionscomite ausgearbeitete Geschäftsordnung dem Congresse unterbreiten. Jedem einzelnen Theilnehmer des Congresses ist die Geschäftsordnung gedruckt vorgelegt worden. Es ist nur im §4, der vom Präsidium und dem Bureau des Congresses handelt, zu ergänzen, dass es ausser dem Präsidenten, dem I. und IL Vicepräsidenten noch einen dritten Vicepräsidenten zu wählen gibt. Wünschen die Herren in eine Discussion über die Geschäftsordnung einzutreten? Es liegt mir noch ein Antrag vor, statt 4 Beisitzern 9 zu wählen. Del. Oscar Marmorek: Ich habe die Ehre, namens des Permanenz- Ausschusses den Antrag zu Stetten, diese Geschäftsordnung en bloc anzunehmen. DeL Dr. S. R. Landau: Verehrte Parteigenossen! Es ist selbstverständlich und sehr loyal vom Actionscomite, class es uns die Geschäftsordnung zur Bestätigung vorgelegt hat, nachdem ja der Congress als oberste Instanz sich lediglich selbst eine Geschäftsordnung zu geben hat. Allein, meine Herren, wenn wir die Geschäftsordnung näher prüfen, sehen wir, dass sie eine Anzahl derartiger Bestimmungen enthält, die ich für meine Person nicht als demokratisch betrachten kann. Ich finde insbesondere auszusetzen, class, soferne es sich um Interpellationen handelt, um Anträge u. dg]., die Freiheit der Meinung des einzelnen Delegierten ausserordentlich eingeschränkt wird. Ich bin mir aber andererseits auch dessen bewusst, dass wir viel zu wenig Zeit haben, um uns hier eine längere Zeit hindurch in eine Debatte über die Geschäftsordnung einzulassen. Ich werde mir daher erlauben, den Antrag zu stellen, dass eine Commission eingesetzt werde zur Besprechung und Ueberprüfung der Geschäftsordnung. Diese Commission wird tagen in der Zwischenzeit der Vor- und Nachmittagssitzung und uns Nachmittag ihre Beschlüsse vorlegen. (Widerspruch.) Meine Herren! Ich glaube, es wird mir gestattet sein, meine persönliche Meinung zum Ausdrucke zu bringen. Wenn die Majorität gegen mich ist, so habe ich doch das Recht, als demokratisch und freiheitlich gesinnter Mensch meine Meinung auszudrücken. Ich bitte also, meinen Antrag anzunehmen, den zu stellen ich mir erlaube, dahingehend, dass eine Commission, bestehend aus 7 oder 9 Mitgliedern, zur Prüfung der Geschäftsordnung einzusetzen sei. Die einzelnen Parteigenossen, resp. Delegierten, die Amandements oder Verbesserungen vorzubringen haben, mögen dieselben an die Commission richten. Ich habe geschlossen. Vors. Dr. Herzl: Es liegen zwei Anträge vor; der erste auf en bloc-Annahme der Geschäftsordnung. Ich werde diesen als den weitergehenden zuerst zur Abstimmung bringen. Diejenigen Damen und Herren, welche für die en bloc-Annahme sind, bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Bitte um die Gegenprobe. — (Nach einer Pause): Die Geschäftsordnung ist en bloc angenommen. (Lebhafter Beifan und Händeklatschen.)