Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German, English, Hebrew
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zu sprechen,, geehrte Congressmitglieder, wenn ich als eines unserer nächst eil 'Ziele die Eroberung der Gera eindeii hinstelle. (Allgemeine Zustimmung.)' Es ist dies auch der loyale und legale Weg, den zionistischen Volkswillen in die Erscheinung treten zu lassen, nicht nur in der jährlich einmaligen Berathuilg, die uns hier versammelt, sondern auch in einem Wirken aller Tage und gleichzeitig auf allen Punkten, wo Juden wohnen. Es genügt nicht,; dass wir davon wissen, in welchem Umfange der zionistische Gedanke die Judenheit ergriffen hat; die Thatsache muss auch gezeigt werden. Der Wahlzettel ist dafür das geeignete, völlig einwandfreie Mittel. Ausserhalb des Judenthums haben unsere Bestrebungen bereits viele wertvolle Sympathien, und es regen sich nur Zweifel, ob denn wir Zionisten nicht ein vereinsamtes, wunderliches Häuflein seien, dessen Versicherungen und Absichten nicht ins Gewicht fallen können. Die Eroberung der Gemeinden wird beweisen, wäs wir vermögen. Wenn wir die Sympathien der nichtjüdischen Welt für unsere Bestrebungen herbeiwünschen, herbeirufen, so findet man auch daran etwas auszusetzen. Ja, dieselben Leute, die uns den Vorwurf machen, dass der Zionismus neue Scheidegrenzen zwischen den Menschen aufrichte, mäkeln daran, dass uns die Freundschaft christlicher Zionisten willkommen ist. Uns ist es aber nicht etwa eine niedrige Sache der Nützlichkeit, wenn wir die uns so freundlich entgegengestreckten Hände drücken. Es zeigt sich darin vor allem, dass dem Zionismus eine versöhnende Kraft innewohnt. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Gedanken, rein von Hass, erstarken auf diesem Boden. Wir halten unverbrüchlich an unserem Judenthume fest (Lebhafter Beifall und Händeklatschen) und gewinnen dennoch Freunde von edelster Uneigennützigkeit. Ist das so schlimm? Wir, die angeblich neue Unterschiede schaffen, bringen durch einen milden Versuch die Menschen einander näher. Wir wenden dazu keinerlei Künste an; wir geben uns nur als das, was wir sind; wir sagen einfach die Wahrheit. (Beifall und Händeklatschen), Und die Wahrheit ist es auch, dass wir solche Freunde brauchen. Das Werk, das uns vorschwebt, wollen wir zwar aus eigener Kraft thun; aber viel Wohlwollen muss uns dabei umgeben, sonst kann es nicht gelingen. Wodurch verdienen wir uns dieses Wohlwollen? Dadurch, dass wir eine ohne unser Hinzuthun nicht lösbare Frage lösen, die auf mehreren Ländern lastet. Denn die Judenfrage sucht manche Staaten schwer heim, Sie werden bei der Besprechung der allgemeine Lage im verwichenen Jahre hören, wie zahlreich die Beweise für die Notwendigkeit des Zionismus leider auch heuer gewesen sind. Bald da und bald dort, jetzt im Süden und jetzt im Norden, springt der Judenhass auf;