Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 31 (21.12.1897)
- Date
- 1897-12-21
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 31. Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung. Seite. 7. Zusendung Ihres Werkes, deren zweiten Theil ich ebenfalls durch Kauffmaun aus Frankfurt a. M. richtig erhalten habe.! Ein öffentliches Urtheil über Ihre Compositivnen abzu- •}eBeit, muß ich mir versagen. Ich habe nie das Wort genommen, um über ein Gebiet zu ^sprechen, in welchem ich nur ein Laie, ein theilnahmsvoller und-dankbarer, aber immerhin ein-Laie bin. Es freut mich sehr, wenn Misere alten synagogalen Melodien durch so kunstverständige Cantoren, wie Sie, vor dem Untergang gewahrt, und zu neuer Vollendung und Verbreitung gebracht ■ן werden. In meinen psychologischen Studien habe ich freilich auch - Anlass' gehabt, mich ׳ in die Frage nach der Wirkung der Musik zu vertiefen; ein Urtheil aber über bestimmte Compositionen; abzngeben, liegt mir fern. Im dritten Bande meines ״Leben ׳'׳'׳'. der Seele welcher eben in der neuen dritten Austage erschienen.,..ist, habe ich ausführlich auf S. 79—99 und dann S. 237—246׳ üben Pie. psychologische. Wirkung der Musik i gehandelt. Ich bitte Sie deshalb, - den beifolgenden Band als ' ^ei.mLeichen meiner herzlichen'Anerkennung und Dankbarkeit von mir annehmen zu wollen.. Schließlich bemerke ich auf-Ihre Anfrage, dass ich durchaus, nichts dagegen habe, wenn Sie unseren Briefwechsel veröffentlichen. ׳ Mit vorzüglicher Hochachtung Lazarus. kleine Chronik. .Wien.. Die bisher cingelaugten Zustimmnngs-Kundgedungen bieten Gewähr dafür, dass der Vorstand des österr.- nngar. Cantoren-Veueines. bereits in nächster Sitzung über den Termin des cinznberufenden -Cantorentages definitiven Beschluss .־ ^.fuffcü ivirdi Die geehrten College«, i welche dem Vereine beizntreteu und an dein Cäntoreutäge theiszunehmen gedenken, werden ..: darum ersucht, sich ehestens bei' den! Vorstände des Cantoren- Vereines,. bei der/.Mc,daction dep."Cantören-Zeitung oder bei 'Herrn Professor׳ Lazarus in Budapest anzumclden. Wien. (Jüdisches Museum.) Die Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Jndcnthums, die trotz ihres noch kurzen Bestandes sehr ansehnliche Erfolge auszuwcisen in der Lage ist, veranstaltet im Laufe der nächsten Wochen im Fcstsaale des Wiener kauf- : - - männischei^ Vereines' eine Serie vonBorträgen, für welche nam- ' hästd'Persönlichkeiten auf dem Gebiete der Litteratur und Wissen- ׳schuft gewonnen ״wurden. Die Reihe der. Vorträge eröffnet am . 3. ׳Januar 1898. Herr Obcrrabbiner Dr. Moriz Güdemann mit dem Thema : ״Das Judeuthum und die bildenden Künste"; sodann folgen die Herren Dozent Dr. <I.' E h r m a n n, Architekt. ־'■ Max F'l eT sch er/ Scriptor Dr. S.< Frankfurter, Schriftsteller Heinrich G l ü ck s m a n nSchriftsteller Dr. Gustav - K a r p e l-e §- aus Berlin,. Scrjptor Dr. Bernhard Münz und Hofschauspieler Adolph R: v. Sonn ent hal. .Die Abhaltung der Vorträge wird rechtzeitig bekannt gegeben werden.״ Die Kartenausgabe zum ersten Vortrage, ,findet täglich im Bureau des Museums,. I., 'Nathhaussträßc 13, Hochparterre links, von 2 bis ^.4׳ Mr. ׳Nachmittags statt/,;,'•׳r‘•• Wien. (Oesterreichisch - Israelitische Union.) Mittwoch, den 22. d. M., halb 8 Uhr: abends, findet im Restaurant Kühner, I., Schöttenring 19, eine Plenärversammlung dieses Vereines statt. Tagesordnung: 1. Mittheilukigendes Vorstandes; 2. Vortrag des Herrn Professor Dr. Graubart: ״Das Königthum'in Israel"; 3. Anträge und Interpellationen. Damen und Gäste willkommen. TrebiFsich Sonntag, den 26. December, findet im hiesigen Israel. Tempel die Trauung des Fräulein Johanna Fischer, Tochter unseres allgemein׳ beliebten Cantors Josef Fischer״mit,Herrn Richard Adler aus Pilsen statt. Pvlzrlih, 10. December. (Gemeindeconstituirung.) Der bisherige GemeinÜerath der hiesigen politischen Jsraelitenstadt, Herr Heinrich Ellinger, wurde gestern einstimmig znm . Bürgermeister in der Gemeinde gewählt; zu Gemeinderathen . wurden die Herren Samuel Brunner und Moriz Schnabl, > Kaufmann, gewählt. .; Prag. Am 23. November ist hier der ehemalige Verlags- Händler, Herr Jakob P ascheles, im Alter von 59 Jahren plötzlich verschieden. Der Verblichene, ein Mann von allgemeiner Bildung und bedeutendem talmudischcn Wissen, war auch selbst ans jüdisch-litterarischcm Gebiete thätig. Er verfolgte bei seinem buchhändlerischcm Berufe, dem er mit rastlosem Eifer oblag, auch stets das Interesse der jüdischen Litteratur, und feiner Initiative ist es zu danken, dass der Sinn für unser Schriftthnm in weiteren Kreisen Kräftigung fand. Dem Leichenbegängnis wohnten die Prager Nabbinen, die Vorsteher der Gemeinde, zahlreiche Vertreter von verschiedenen Vereinen u. s. w. bei. Lemberg. In unserem Tempel ereignete sich an einem Sabbat vorigen Monates ein von einem Fnnctionär provocirter Scandal. Wegen einer Costümangelcgenheit von gar keiner Bedeutung wurde unser ausgezeichneter und von allen Tempel- Mitgliedern geschätzter, höchst sympathischer Obercantor von einem anderen Fnnctionär beleidigt. Wir machen die Tempelverwaltung aufmerksam, dass sich solche unliebsame Vorkommniße nicht mehr wiederholen dürfen, denn cs steht zu' befürchten, dass viele Mitglieder ans dem Tempel anslrctcn werden. Auch passen wahrlich solche Seenen nicht für ein Gotteshaus und besonders nicht für einen Fortschrittstempcl. , München. Das Budget iu Bayern pro. 1898—99 weist folgenden Posten auf: Zur Aufbesserung des Einkommens gering dvtirter Nabbinatsstetten 12.000 Mark und zur Fürsorge für dienstunfähige Rabbiner niid deren Relikten: 3000 Mark, zusammen für den israelitischen Cnltus in Bayern, 14,000 Mark. ,. , Neür-Hork. Als eine tyrannische Maßregel sondergleichen muß man die Verfügung bezeichnen, welche die Beamten des hiesigen Ei n w a nd eru ngs am t es in Bezug auf eine jüdische Frau getroffen haben. Frau Pvsner kam vor zwei- Wochen aus Wilna, ..Rußland, hier an, um bei ihren! Gatten, der bereits seit fünf Jahren im Lande ist und in Brooklyn wohnte zu, bleiben. Auch ihre Mutier׳ wohnt in Brooklyn. Der Gatte ist nicht nur willig, sie bei sich ansznnehmen, sondern liebt sie auch, wie schon daraus hervorgeht, dass er alles Mögliche versucht, ׳um hie Einwandernngsbeämten zur Aeuderuug ihres Beschlusses, zu bewegen. Dieser Beschluss geht dahin, dass die Frau nach Wilna zurück müsse, weil sie an einer Augenkrankheit leidet, die als Trachom bekannt ist und ansteckend sein soll. Die Frau, hat keinen Freund in Wilna, man will sie aber trotzdem vom Gatten und von. der Mutter reißen und dahin schicken. Auch ihr einziges Kind, eine kleine Tochter, soll mit ihr znrückgeschickt werden. Höchst sonderbar erscheint das Verfahren der Einwanderungsbeamten auch in der einen Hinsicht, dass sie Dr. D. de Waltosff dem Arzt der ״Brooklyn -Aid.Society", nicht.gestatten wollten, die Frau, die jetzt im Lang Island 'Hospital liegt, -zu sehen und zu׳ untersuchen. Dr. D. Waltoff war Arzt in der russischen Armee und hat viele Fülle von Trachom behandelt, seine Diagnose müsste daher von Interesse sein. Er wird nochmals versuchen. Zutritt zu Frau- Posner zn erlangen. Rev. Os. H o ch g l ück. Israelitische Cultusgemeinde Wien. Sonntag, den 26.December 1897, Vormittags 10 Uhr findet eine öffentliche Plenar ־ Sitzung des Vorstandes der Israel. Cultusgemeinde in Wien im Sitzungssaale, I., Seitenstettengasse 4, II. Stock, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Einlauf. 2. Bericht des Vertreter-Collegiums: ci Festsetzung der Voranschläge der Einnahmen und Ausgaben der Cultusgemeinde, sowie sämmtlicher unter der Verwaltung der Cultusgemeinde stehenden Fonde und Anstalten. (Referent Herr I. Vice- Präsident Dr. Alfred Stern); b Ernennung von Vorstehern der Chewra-Kadiseha; 3. Bericht der II. Section: a Prämien für Bibelschüler; b Conferenz der Mittelschulreligionslehrer. Wien, am 21. December 1897. Der Präsident.