Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 28 (21.11.1897)
- Date
- 1897-11-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische I Redaction n. Zldininistration Wie», 2. Nvvaragassc 27. K. k. österr. ssostsparcaffe Lheck-Lonto Nr. 835,240. Inserate werden biüiftst berechnet. Äliannscriptc werden nicht retournirl. 06nt1°Ll-0rga1l für dir Interessen der Cantoren und Lultusbeamten. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor ^soob ösusr. PrännmerationS-Preis. Fiir<Lantsren».<L»ltn»t>eamte in!?elterreiNr-Iitnnnri« Gnn^jnhrift.st. 5-— Öalbiiibrifl.fl. 2.50 FiirLantsren >».Ault»»»0«amto im Ausland Ännz.iiiyrin.lv Mrrk oder 5!>k»vet. F«r private und Nnstitnte iLnnzjiilirift . ... fl. 6.— Abonnements- 11. Nnsertionsbeträte ftnd in Wien!atzlbar. Nr. 28. Wien, 21. November 1897. 17. Jahrgang Wien, 21. November. Wenn wir im Laufe der letzten Jahre gar oft über die trübseligen Zustände in unserer Berufsgenossenschaft und die fast unbesiegbare Indolenz des größten Theiles der Cantoren verzweifeln zu müssen glaubten, so hielt uns . trotzdem immer noch die Hoffnung aufrecht, dass der allgemeine Zug der Association, der gegenwärtig fast alle Berufskreise beherrscht, endlich enunal auch in unseren Reihen zum Durchbruche gelängen müsse. Darum haben wir, unbeirrt durch momentane Mißerfolge, die Arbeit immer wieder von Neuem ausgenommen und mit jener Beharrlichkeit, welche nur die vollste Ueberzeugung von der Richtigkeit des vertretenen Standpunktes eingibt, fortwährend in diesen Blättern auf jene Mittel und Wege hingewiesen, die eine stramme Organisation des gesammten Canto.renstandes der Monarchie herbeiführen könnten. Und siehe da, der Erfolg ist nicht ausgeblieben. Es geht ein frischer Zug durch die Berufsgenossenschaft, der hoffentlich auch die Trägsten aus ihrem langjährigen Schlafe wecken wird, und die Kundgebungcn des Herrn Obercantor Professor Lazarus in Budapest, der Prager Cantoren und des Herrn Obercantor Singermann in Troppau, welche alle mit eindringlichen und beredten Worten für die Einigung des gesammten vaterländischen Cantorenstandes unter den Fittigen des österr.-ungarischen Cäntoreu-Vereines eintreten, werden gewiss ihre Wirkung nicht verfehlen. Die Bedeutsamkeit dieser Kundgebungen würdigend, hat auch der Vorstand des österr. ungarischen Cantoren- Vereines in der am 28. d., Monates stattgehabten Sitzung beschlossen, den bereits in den letzten Nummern der Cantoren- Zeitung veröffentlichten Aufrnf.der genannten Cöllegen in einem Circulare an sämmtliche Cantoren Oesterreich-Ungarns zu versenden und sie zum Anschlüsse an den österr.-ungar. Cantoren- Verein und zur Theilnahme ׳ an einem baldigst einzuberufenden Cantorentage einzuladen. Die Anmeldungen werden vom Vorstande des Cantoren-Vereines^ von der Redaction der Cautoren-Zeitung, für Ungarn außerdem noch von Herrn Obercantor Professor Lazarus in Budapest entgegengenommen und von den genannten Stellen auch alle gewünschten Auskünfte in dieser Angelegenheit ertheilt. Welch' weite Kreise übrigens die Vereiuigungsidee bereits erfasst hat, beweist auch nachfolgende Znschrrft: Sehr geehrter Herr Redacteurk Als gewesenes Mitglied des Ungarischen Cnltusbeamten- Vereines (Der Verein wurde aufgelöst, jedoch die Bestätigung der Austösung ist vom kön. ung. Ministerium des Innern noch nicht ertheilt worden) erlaube ich mir, bezugnehmend auf den Brief des Herrn Obercantor Lazarus inRr.26 der österr. Ungar. Cantyren-Zeitung anznfrageu, ob es vielleicht nicht bester wäre, den ״Oesterr.-ung. Cantoren-Verein" in einen ״Oesterr.- ung. Cultusbeamten-Verein" umzuwandeln und so jedem Cultusbeamten die Gelegenheit zu geben, dem Vereine als Mitglied beizutreten. Bei Gründung des Cultusbeamten-Vereines im Jahre 1881 wollte der gottselige Friedmann auch einen ״ungarischen Cantoren- Verein" gründen, da er aber sah, dass viele der Rabbinen, Secretäre und Beamte, darunter hervorragende, sich für den Verein interessirten, gieng er von der Idee eines Ungar. Cantoren- Vereines ab, und so enstand der Cultusbeamten-Vereiu. Der Verein wurde auch von Herrn Dr. Rafael Goldberg, Oberrabbiner in Ofen, jahrelang geleitet, jedoch die Herren Cantoren in Ungarn wollten dem Vereine nicht beitreten, theils aus Jndifferentismus, theils weil sie das ״Gute" nicht wollten, und so sah sich die Vereinsleitung veranlasst, den Verein mit einem Baarvermögen von über st. 8000 aufzulösen. Ich sage es hier unumwunden heraus, wäre ich. bei der Generalversammlung anwesend gewesen, so wäre der Verein wahrscheinlich mit dem Cantoren-Vereine in Wien verschmolzen worden, der so einige 50 Mitglieder sammt dem Vereinsvermögen bekommen hätte. Heute selbstverständlich ist dieses zu spät, wenn jedoch der österr.-ung. Cantoren-Verein seinen Titel ändern würde, glaube ich mit Bestimmtheit annehmen zu dürfen, dass viele Cultusbeamte aus Ungarn, wie Rabbiner, Cantoren, Seeretäre, rc. sich demselben als Mitglieder anschließen, und dass auch die österr. Cultusbeainten dieseNeüerung mitFreuden begrüßen würden. Ich ersuche daher, diesen meinen Antrag dem geehrten Vorstände des Cantoren-Vereines vorzulegen, und wenn derselbe acceptirt werden sollte, einem jeden in Oesterreich-Ungarn