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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-11-01 · Heft 26 (1.11.1897) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 26 (1.11.1897)
Date
1897-11-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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fit. 26. Veslerreichisch-ungarifche Lantoren-Zeitung. Seite 7. Listinguirtes Publikum eingefundcu hatte. Als Beistände fungirten der Brautvater und Neichsrathsabgeordneter Luzatto aus Triest. Den Trauungsact vollzogen Rabbiner Papo und Obercantor Bauer. Mien. Sonntag den 7. November findet im Stadttempel die Trauung des Frl. Gisela Beck, Tochter des bekannten k. k. Hoflieferanten Herman Beck, Präses des Tempelvereines im yni. Bezirk, mit Herrn I. U. Dr. Heinrich G r i m m statt. Olmnh, 27. October. Die hiesige Cult ns gemeind e beschloss gestern, sich dem, Proteste der W i e n er Cult nsgemeinde gegen die Kundgebung des Wiener Gemeinderathes in Angelegenheit der Ernennung jüdischer Richter anzuschließen. Olmütz. An dem neuerbanten israelitischen Tempel wurde tii der Nacht von Freitag auf Samstag ein Bombenattentat versucht, das in der hiesigen Bevölkerung die größte Entrüstung hervorgerufen hat. Bürgermeister Brandhuber hat an die Bevölkerung folgenden Aufruf erlassen: ״In der Nacht vom 29. ans den 30. October hat eine ruchlose Hand versucht, den monumentalen israelitischen, Tempel am Maria Theresieuplatze in Olmütz durch eine gelegte Bombe in. die Luft zu sprengen. Demjenigen, .welcher, der Sicherheitsbehörde. zur Entdeckung und Feststellung des Thäters führende Anhaltspunkte bekannt gibt, wird eine Belohnung von 100 Kronen zugesichert. — Der Gemeinderath der königlichen Hauptstadt Olmütz". In gleicher Weise wird auch die israelitische C ml t u s g e m e i n d e eine an sehnliche Belohnung ans das Zustandebringeu des Thäters aussetzen. Das Sprenggeschoss war eine Schmiedeeisenröhre und, 20 Centimeter lang, 5 Centimeter im Durchmesser und 4 Millimeter stark; au beiden Enden war dasselbe mit Zink abgeschlossen. Wie Fachleute versichern, soll der Explosivstoff nicht Pulver, sondern Dynamit gewesen sein. Seitens der Behörden werden die eifrigsten Recherchen gepflogen, um des Thäters habhaft zu werden. Pfrag, 26. October 1897. (O e st e r r e i ch i s ch e r Ra b b i n e r - V e r b a n d.) Heute hat hier unter Vorsitz unseres Oberrabbiners Dr. Ehrenfeld eine Rabbinerconfereuz stattgefnnden, welche beschlossen hat, die nöthigen Schritte zur Gründung eines Oesterreichischen Rabbiner-Verbandes einzuleiten. An der Conferenz haben theilgenommen: der Ausschuß des״B ö h m i s ch e u Nahb iner-Verb and es'', die provisorischen Ansschnßmitglieder des. im. Entstehen begriffenen ,,Verbandes der Rabbiner Mährens", ferner Dr. G ü d e m a n n ans Wien, Dr. F r i e d - m a n n aus. L i nz. Herr Oberrabbiner D r. E h r e n f e l d aus Prqg. führte den Vorsitz, leitete die Verhandlungen. Er brachte zur! Kenntnis, dass die Herren Oberrabbiner M e l l i aus Trie st. Dr. Müh.ßam ans Graz. Dr. Blü h aus Drop pan ihre Abwesenheit schriftlich entschuldigt haben. In längerer Ausführung zeichnete der Vorsitzende die Ziele und Aufgaben. des zu creirenden Oesterreichischen Rabbiner-Berbandes in zweifacher Hinsicht durch corporatives Auftreten nach A uß en und durch einträchtiges Zusammenwirken aller Berufsgenossen nach Innen, unter Hintansetzung aller trennenden Momente. Oberrabbiner D r. G ü d e 111 a n n hielt hierauf im gleichen Sinne eine Ansprache an die Conferenz-Theilnehmer, in welcher er darlegte, dass er auf Basis des von Oberrabbiner D r. E h r e n f e l d klar gezeichneten P r o g r a m 111 e s der Einladung gerne Folge geleistet, er hegt die Zuversicht auf eine segensreiche Wirksamkeit des Rabbiner-Verbandes unter den dargelegten principiellen Voraussetzungen. Hierauf wurde der Antrag, den Oesterreichischen Rabbiner-Verband ins Leben zu rufen, zum principiellen Beschluß erhoben und Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld mit den weiteren einleitenden Schritten betraut. Eine lange. Discussion entwickelte sich über die Frage, ob die einzelnen Landesverbände dem Gesammtverein corporativ oder durch Delegirte beitreten sollen. Es wurde beschlossen, die Entscheidung hierüber offen zu lassen: — Sämmtliche Theilnehmer der Conferenz sind über deren Resultat äußerst befriedigte Pilsen., Unter dem, Vorsitze des Cultusvorstehers Herrn Dr. Joses Schanzer hat der Vorstand der hiesigen Cnltusgemeinde am 20. d. M. ei11stimmig.-beschlvssen,der in der Sjtznng des Wiener. Cultusvorstapdes ^vom 70., d., M, gefassten Resolution hinsichtlich des vom zweiten Bieebürgermeister Dr. Nenmayer im Wiener Gemeiüderathe gegen die Mischen Richter und überhaupt gegen das Judenthum gerichteten Insulten dem. vollen Inhalte nach beizutreten, und hievon der israel. Cnltusgemeinde in Wien Mit-dem Ausdrucke des Dankes, für das entschiedene Auftreten ihres Vorständes gegen derartige Anwürfe Mittheilimg zu machen.. D . ' " Karlsburg. (E i ne k ö ni gliche A ns z e. i ch n u u g.) Angesichts der in Oesterreich -herrschenden betrübenden, Bürger und׳ Elaffen , entzweienden Strömnu^en. blickt man. mit Uejd- und Stolz zugleich nach, derjenigen,ReichßWfte, auf Ungarn hin, als das echte Palladium des Liberalismns, von welchem wir abermals einen vollgiltrgen Beweis aus der königlichen freien Stadt Karlsbnrg (Siebenbürgen) empfangen. Dortselbst wurde nämlich der hochverdiente Präsident der israelitischen Religionsgemeinde, Großgrundbesitzer Herr Adolf I 6 näs, mittelst allerhöchsten- Handschreibens vom 15. October d. I. ״in Anerkennung seiner um das Gemeindewohl und die öffentlicheu Angelegenheiten erworbenen Verdienste, fiir sich sowohl, als für seine Nachkommen in den erblichen ungarischen Adelsstand mit dem Beiworte ״vyn Berve" erhoben." Selten noch war man Zeuge einer solch spontanen und begeisterten Kundgebung, seitens der Bevölkerung gewesen, wie es hier der Fall war.' Alle Blätter und Kreise jenseits des ״Kiratyhagö“ geben einmüthig der Ueberzengung Ansdruck, wonach Herr von J.önäs den hohen Preis, der Huld seines erhabenen Königs und. Herrn vollauf verdiene. Einmüthig ward es betont, es seien geradezu unvergängliche Berdieufte, die sich Herr v. Jönüs um seine .Vaterstadt sowohl, als um die Religionsgemeinde erworben habe. Herr A d o l f Ed l e r von B e r v e wirkt seit seit einem Vierteljahrhündert bereits — lange schon ehe noch die liberale Aera in Siebenbürgen voll und siegreich zum Durchbruch gelangte — als eifriges hervorragendes Mitglied der Bertrctung jener Stadt, in deren Geschichte die Lichtgestalt des erleuchteten Kirchenfürsten, Ludwig Haynald, hochseligen dlngedenkens die Flammeuzcichen seiner Wirksamkeit schrieb, und entfaltet v. Jünüs seit zwölf Jahren eine wahrhaft segensreiche Wirksamkeit an der Spitze der jüdischen-Gemeinde, mit Feuereifer eintrctend für die hehren Errungenschaften..des ungar i s ch e n Judenthumes! Seiner nuentwegten Thatkrast gelang es, die im Schoße der ״von der Parteien Hass und Gunst entstellten, Cnltusgemeinde präponderirenden, crassen Gegensätze mit einander zu versöhnen und trug sie von den düsteren Niederungen wühlenden Parteihaders zur Hellen Zinne einer ״Kehilo kedosehoh.“ empor. Der unversiegbare Born seiner Wohlthätigkeit erschloss sich sonder Zaudenr allezestergiebig allen Bedrängten und Stiefkindern an des Lebens -überreichem Mahle, bei öffentlichem Elend sowohl, als auch allerorten, wo das Gespenst der Noth erschien, war es sein Herz, das väterlich sich aufgethan. Es haben anlässlich des von de.r Stadtvertretung zu Ehren: ihres allverehrteu Mitbürgers veranstalteten Festbankettes alle Vertreter der Stadt und des Bezirkes, jene der Gemeinde, der Lehr- und Geldinstitute die selten hohen Bürgertngenden dieses nach jeder Richtung hin edlen Menschen, in flammenden Worten gekennzeichnet. Bürgertugenden, welche er verdienstlich mit seiner ihm würdigen Gattin, der Frauen Trefflichste, theilt. Frau von Jonüs übt edles Wohlthun und Milde als gefeierte Präsidentin des Karls bürg er ״Frauenvereines", in Hochherzigkeit wetteifernd mit dem Gatten, dessen sonniges Charakterbild :der Schreiber dieser Zeilen schon in jenen Tagen bewunderte, als es ihm vor nahezu drei Jahrzehnten gegönnt war, als Lehrer der Söhne des Herrn Jonas — nun zu wackeren trefflichen Männern herangereift — zu wirken. Professor E. Nascher. Meinen lieben Collegen empfehle ich als Nebenverdienst Jahrz0itb!ätt8r a 80 kr. franco. Drucksorten zu fabelhaft billigen Preisen. Kautschukstempel, Massingstempei, Stahistempel etc. billigst,zum "Wiederverkauf., Adolf Turfc, Dber-Damtor, Mähr. Ostrau. Besitzer der Petrzkowitzer Buoh^ und Steindruekerei..

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