Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 20 (13.8.1897)
- Date
- 1897-08-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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0 esier?8{chiscJ1>ung arisüii 3 Mdaetion u. Adininistration .Wien, 2. Novaragasse 27. K^f. österr.r Pojlfpavcaflfe Lheck-Lonto Nr. 885,240. Inseratr werden billigst berechnet.' Manuscripte werden nicht retonrnirt. - -- - > - 7 / '.־; Central-Organ . . für die Interessen der Cantoren und Lnllusüesmten. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor iseolr 8suvr> - PrännmerationA-PreiSi -; ^siirEn1itorL1l«.Tnl1u«be>rn,t, i» Vrfierrei'^-Angar» Ganzjährig . . ... fl. 5 — Lalbjäbrig . . . . ., fl. 2.5A FiirLantoreiru.Cttltnsbeanrko n» Aikslmrr» Ganzjährig .. . . . .10 Mark oder L Rubel. > Fnr Vrivake nnv Inflitnkr GanzjähriK . « .׳.•fl. Qbunueuieuttf-üufectioii«- beträge■ fttid» in BPie«! ratzlbsr. Wie«, 13. August 1897. 17. IahrAMlA. Ameriksnifchrs Iudentljmn. U Von Reverend OsLas!Hochglück. ••!״ . :׳סDie Welt", eine Zeitschrift zur Verfechtung des Zionismus, resp. des.Judenstaates, ist die erste Frucht der Herzl-Nordauffchen Bewegung und — wie das auch ganz am Platze ist — erscheint dieses Blatt in Wien, in der Residenzstadt des Bürgermeisters Dr. Lueger und des Antisemitismus : vorzüglichster Qualität. Gehören hoch die beißen Geistesrichtungen zusammen .und. sind -sieKinder.eines-Stammes. Die-Antisemsten wofieys ׳.hi^Kldeg 1 lmstreiben,-. so. sagen sie w enigstens,""wollen sich die lästigen Concucrenten, gegen deren Solidität, Nüchternheit und Genügsamfeit sie nicht aufkommen können, vom Halse schaffen, und die ״Zionisten" von der Herzl-Nordau'schen Schule: wollen ihnen den Gefallen thun, die Bündel schnüren, den Staub der antisemitischen, Staaten von den Füßen schütteln, und. sich im Lande ansiedeln, wo, ehedem Milch und Honig floss, heute aber der gutmüthige, tolerante Türke 7 seine Bakschische sammelt. Die Chaluka, d, h. die aus aller Welt gesammelten Älmosengelder, sollen die armen Juden, die nach. Jerusalem zogen, um in geweihter Erde begraben zu werden, bis an ihr Lebensende erhalten.*). Und in Amerika wurde bereits ein ganzer Delegat schon, erwählt, um nicht etwa die Juden im Großen und Ganzen, die da Amerika, als ihre Heimat erkoren, zu.vertreten, ,sondern ein Haustein Zionisten, die - in Baltimore ihre zeitweilige Heimat haben.; ׳ : . , - In New-Iork ist die Bewegung maustodi; hier sind sogar die Zionisten vernünftig; denn Geld herzugeben und einen Delegaten nach München oder — wie es neuerdings heißt — Basel zum. Congress zu schicken, das. fällt ihnen gar nicht ein. . Als eine Schwärmerei ist derdev Zionismus gut genug; als eine. Speculation: mag die Bewegung blos für; seinwollende - Führer interessant sein.**) Uebrigens scheinen auch in.Europa den Leuten die Augen aufgegangen zu sein.- Das Alarmsignal, das Rabbiner Dr. Köhler gab, wurde zur Fanfare und. weckte die Träumer aus ihrem Dusel.- Es ׳scheint noch mehr Wirkung - 7 *)־; Diese ׳. Anschauungen .'über! die Absichten des. ״Zionismus" entsprechen.nicht den Thatsachen. 1.-.:;''^ ' .. . (Die-Red>) *^) Der Charakter der. Führer ist wol über den Vorwurf der Dpeculation erhaben. (Die Red.) hervorgerufen zu haben, als die Dr. MdemannMe Broschüre. ׳ Nun erscheinen Warnungen gegen den Zionismus von'allen Gerten. D/S. Maybaum von Berlin und Dr. H. Bogelstein vbn Stettin. Rabbiner ersten Ranges, legen geradezu einen Protest gegen die Bewegung ein und gegen >Die BNt^,׳ welche - Mr den München-Basel-Evngress Stimmung machen' fö'lk.^' Heißt es: - ׳.. E ״Was soll man dazu sagen, wenn die Herren su' naiv^ findzu glauben, dass die westeuropäischen Juden׳ ihr׳ Geld äzü^ hergeben, ״ PaKstkE׳ abMimferr׳ stM sms jüdffche Organisation zu schaffen, welche die ganze Entwicklung des Jüdenthums auf den Kopf stellt?" Ferner: ״Eine völkerrechtlich gesicherte Heimstätte wollen die Zionisten für diejenigen Juden schaffen, dieffchau ihren jetzigen Wohnorten nicht assimilieren können oder wollen. Aber wo sind denn die Juden, die sich nicht assimilieren wollen? Dass sie es in manchen Ländern noch nicht׳ können, legt uns gerade die Pflicht auf, in Gemeinschaft mit den edelsten und besten Männern aller Bekenntniße für die Aufhebung von Ausnahmegesetzen zu kämpfen. Gegen eine derartige Denunciation, sowie gegen den Schimpf, den uns die Zionisten dadurch anthun, dass sie von einer Judennoth sprechen, von welcher sie die Mächte befreien wollen, verwahren wir uns auf das Entschiedenste." Gleich entschieden gegen den Zionismus treten die Rabbiner Dr. Leindörfer in Hamburg, Dr. Adler,, der Groß-Rabbiner von England, Zadoe Khan, der Groß-Rabbiner von Frankreich, und sogar Mose Levi, der Groß-Rabbiner der Türkei, aust . Na, diese ״Welt" wird wohl nicht lange bestehen;, wahrscheinlich solange, bis das Publicum müde geworden, sogar die geistreichen Artikel der Herren Herzl und Nordau zu lesen, denn unterhaltend werden diese wohl sein. Wie bemerkt, ist der Convent — und auch dies ist ein Zeichen der Schwäche — von München nach Basel verlegt worden; vermuthlich, weil nach einem alten Sprichwort sieben Juden auf einen Baseler kommen. Die hiesigen Herzl-Schwärmer, von denen persönlich keiner bereit ist, nach Palästina zu gehen, wählen heute abends in Liberty-Hall, an Ost Houston Str. Delegaten zum Congress. Die Central-Conferenz amerikanischer Rabbiner hielt dieses Jahr ihre Versammlung am 6. Juli in Montreal, Canada, ab. Der