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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-07-15 · Heft 18 (15.7.1897) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 18 (15.7.1897)
Date
1897-07-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Redaktion u: Administration' Wien/2.Nvvaragässe 27. K. k. österr.. Postsparcaffe Lheck-Lonto Nr. 635,240. Inserate י werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Üesterpsjeki8ok-uMsMvkH Kr dir Interessen der Cantvren CulKsbeamten. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercanror iseod ksuvr. PrännmerationS-PreiS.' F»rC>,nkvre»»r.Vttltusbrin»t» m Veflrrr«i,1z-Attgnrtr Ganzjährig.fl. 5 - valbjäürig.fl. L50 Ikiir<L«»tr»ve»r 11.lSutt1Mbmm{> int Anslnnd Ganzjährig .... .10 Mark oder I Rubel. Für Private und Justititte Ganzjährig . ... fl. 6.— Qbmnuuunt«• u. Insertion«- betrüge lind in Wie» zatztbar. Wien, 14. Juli. Als vor mehr als anderthalb.Jahrzehnten in der erstens Nummer dieses Blattes die Absicht kundgegeben wurde, hie Cäntoren Oesterreichs-Ungarns zu einem gemeinschaftlichen Ver-- bände zu, vereinigen, gieng ein Freudenruf durch die gesammte Berufsgenossenschaft und die . massenhaften'. Zustimmungs-, erktänlngen vyn dies- und jenseits der Leitha ׳berechtigten zu den schönsten Hoffnüngen 'für' die Entwicklung des geplanten Bereines. Mer.-die hochgespannten Erwartungen-würden sehr bald bedeutend herabgesetzt durch ein Ereignis,- das leicht dieganze Aktion ־; hätte zum Scheitern bringen können. Die Gründer des österr.-ungar. Cantoren-Vereines hatten sich nämlich auch um die Mitwirkung des seligen- Obercantor Professor Friedmann in Budapest beworben,: der vermöge?, seiner!hervorragenden -Stellung, seiner hohen Intelligenz: und . seines großen Einflußes, auf die ungarischen Collegen:. zu ein er! führenden Rolle. für die Etablirung des Vereines auf , ungarischem - Territorium prädistinirt erschien. Allein von.-dieser. Seite kam eine Absage,, die um so mehr verstimmen׳ musste,:: als die.hierauf> vonihm! unternommenen Schritte berechtigte -Zweifel: an! die Auftichtigkeit der Absage erweckten. In einem: Zeitungsartikel,.., öer. durch seine Heftigkeit und den verletzenden Ton! allgemein' auffiel, ließ: Obercantor-, Friedmann . die.. Nothroendigkeit eines^.Vereines., überhaupt in Abrede, stellen,. aber noch war die Druckerschwärze. jenes:Artikels nicht getrocknet, als er schon in Budapest einen: ähnlichen Verein, gründete, den er ״ungar.-israel. Cultusbeamten- Verein" benannte. ־? Es liegt uns gewiss ferne, das Andenken dieses nach! vielen ^Richtungen hochverdienten Collegen zu trüben und wir: haben - trotz aller Meinungsverschiedenheiten niemals Anstand genommen, ihm persönliche Hochachtung entgegenzubringen, aber? nichtsdestoweniger müssen wir bekennen, dass er sich bei der- Gründung dieses Vereines zu einem unbedachten Schritte verleiten, ließ, der der Berufsgenossenschaft großen Schaden; brachte; und den er — wir Haben dies nach Jahren in offener, leiden-! schaftsloser,׳ Aussprache. aus seinem ,eigenen Munde gehört —: später selbst bereute. . -?! - : :!für Schritt zu verfolgen, was heute schpn aus dem Grunde,! zchecklös erscheint, weil der. weitere Verlauf der Ereigniße unb l dse später eingetretenen Thatfachen die Richtigkeit des seinerzeit!vpn uns eingenommenen Standpunktes vollauf bestätigten. Der Cultusbeamten-Berein in Budapest ist niemals zu wirklichem LAieu gehommM er führte schon, in den letzten. Lebensjahren j Hiedmann's nur ein Scheindasein, . und als mit dem Tode-. ׳! dD^s'Mannes; .daS-^mäiHtigstx Bindemittel verloren gieng,׳ war sMeMch gWW aufgelöst werden. Der' österr.-ungar. Cantorm-Berein hingegen hat allen Anfeindungen wacker standgehalten und durch seine segensreiche Wirksamkeit vielseitige Achtung und Anerkennung: gefunden. Er war jederzeit bestrebt,, die socialen Interessen der gestimmten Collegenschaft zu fördern und ohne Engherzigkeit . auch, für: Jene einzutreten, die seinem Verbände nicht angehören. Bringen, wir uns nur die eine Action in Erinnerung, die er bei dem. Jnslebentreten des neuen Cultusgesetzes in Oesterreich durchführte, so hat er sich schon dadurch ein unbestrittenes Verdienst um alle Berufsgenossen erworben. Wenn er sich auch nach dieser Richtung naturgemäß, nur auf die diesseitige! .Reichshälfte beschränken musste, so gab es für ihn in der Unter-- stützung von nothleidenden Berufsgenofsen und unglüMchen Witwen und Waisen keinen Unterschied zwischen hüben und drüben. Ein Blick auf die Chronik des Vereines belehrt uns, dass die Unterstützungen ebenso reichlich. nach Ungarn flößen,, wie nach Oesterreich, und auch heute findet der ungarischem, College in diesem Verbände dieselben Rechte und die gleichen Bortheile, wie der. österreichische.. Wozu diese Reminiscenzen? wird mancher Leser fragen. Ein Lockruf nach jenseits der Leitha? .Wir leugnen gar nicht, dass , wir es gerne sehen würden, wenn sämmtliche Collegen in Oesterreich und Ungarn zu einem gemeinschaftlichen Verbände vereinigt wären und erachten es als unsere Pflicht, dieser: Ueberzeugung freimüthig? Ausdruck zu verleihen; aber nichtsdestoweniger darf der vorstehende Rückblick auf die Entstehung' des Cantoren-Vereines nicht ׳dahin gedeutet werden, dass, wir die Werbetrommel rühren und die Cäntoren . Ungarns!nach der-.Auflösung ihres engeren? Verbandes in das Lager׳ des: österr.-ungar. Cantoren-Vereines locken wollen. Ueber? diesen .... j Es - würde zu weit führen, die heftige,Fehde-. welche sich? bei der Gründung der beiden Vereine entspongen hat, Gchritt Wien, 15. IM 1897. 17. JuhrgMW.

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