Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 14 (21.5.1897)
- Date
- 1897-05-21
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 14. Oesterreichisch-ungarische Lanwren-Ieitung. Seite < Karvlinenthal. Herr M. Zempliner, bisherCantor? im X. Bezirle Wiens, ist als Obercantor hieher berufen worden. j Gr.-Ksnixsa. Am 9. Mai wurden im Sinne der von , der hiesigen Cultusgemrinde für das Seelenheil .des großen , Wohlthäters. der Menschheit, Herrn Baron Moriz Hirsch seligen Andenkens, gegründeten Stiftung von 1000 Kronen, ein 1 Waisenknabe und ein Waisenmädchen, beide Schiller der hiesigen j israelitischen Schule, vollständig bekleidet, welche auch am s besagten Jahrzeitstage das Laäisch im Tempel gebetet. Die Gedächtniskerze stellte der Her ll?omiä-Vereiu gratis bei. —! Samstag, am 8. .Mai feierte der begabte Gymnasialschüler Josef Rothsch ild,/Sohn'des Advocaten Herrn Dr. Samuel Rothschild und Enkel des Vice-Cantors S. Goldmann, 'seine •! Bar-mizwa. Der junge Confirmand wurde als Maftir zur Thora gerufen, wo er mehrere Wohlthätigkeits-Anstalten mit namhaften Spenden bedachte und nach dem vom Oberrabbiner und Obercantor erhaltenen Segen die Haftara und die Segenssprüche grammatikalisch richtig, mit der üblichen Betonung declamatorisch gelesen. Der Feier im Tempel hatten nebst mehreren Christen, Fachgenossen und Hausfreunden, ein Gymnasial- Professor, dessen Lieblingsschüler der Bar-mizwa zu sein sich erfreut, und der hier weilende sehr verehrte Verwandte, Herr Kammervirtuose Alfred Grünseid. mit angewohnt. Dem nachmittags im Elternhause 'stattgefundenen Feste hatten zahlreiche Gratulanten mit den aufrichtigsten Glückwünschen und werthvollen Geschenken zugesprochen. Von den daselbst gehaltenen Reden verdient die des Herrn Oberrabbiners über die vorzügliche, namentlich judenthümliche Erziehung des Bar-mizwa und aus der gelungenen, vom Confirmanden selbst abgefassten Ansprache der besondere Dank an den Großvater, der ihn die heilige Sprache der Bibel gelehrt, die würdigendste Anerkennung. Sv.. Nrio-Hork, 3. Mar. ״Schma Israel!" Das Sterbegebet jedes frommen Juden. .Durch ׳ die kalte Luft schnitt es heute früh gellend und weh an den Fenstern von 7 Ludlow Str., einem fünfstöckigen Tenementhaus. Vom Dach herab sauste ein Körper durch die Tiefe, fast hundert Fuß. um zerschellt auf dem Pflaster liegen zu bleiben. Fast augenblicklich muß der Tod eingetreten sein. In seinem Sterbegewand, die Gebetriemen um den.Kopf, lag der Todte da, den Elend und Kummer getrieben hatten, sich zum Schöpfer zu flüchten. Juda Liebkopalewitsch lebte seit 6 Jahren, in diesem Lände, seit letzter Zeit im! 3. Stock des großen Tenementhauses. Kümmerlich ernährte er sich bald ,als Anstreicher, bald als Hausirer. Frau und vier .Kinderchen, die jüngsten 6 Monate alte Zwillinge, warteten auf Brot, aber dem Vater wurde es immer schwerer, Arbeit und Lohn zu finden, und er verfiel in tiefe Schwermuth, als Hunger einzog bei seinen Lieben. Heute früh um 7 Uhr küsste der Unglückliche Frau und Kinder zärtlich, er wolle ausgeheu, sagte er, um Geld zu kollektiven, das Leute ihm schuldeten. Statt dessen schlich sich der Vater und Gatte auf das Dach, dort legte er Sterbehemd und Gebetriemen an, betete zum ewigen Gott und mit dem Sterberufe ״Schma Israel" stürzte er sich kopfüber in die Tiefe. Die Leiche wurde nach der ELdridge Str.- Station gebracht. Die fast wahnsinnige Frau folgend, ihre Kinderchen hinter sich herschleppend. Frau und Kinder sind völlig mittellos zurückgelassen. 0. H. Natronaljudenthrrnr von Dr. M. Güdemann, Oberrabbiner in Wien. Vom Standpunkte Mendelssohns, dass die Träger des Judenthnms uichtals Nation, sondern als religiöse Gefammtheit zu betrachten seien, versucht cs der Verfasser, den Zionisten den Boden unter den Füßen wcgzuziehen. Es ließe sich sehr viel darüber streiten, ob das traditionelle Judenrhum es zugeben darf, dass man die Juden nicht als die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jacobs ansehen soll, worauf doch der Antizionismus schließlich hinausläüft. Aber wir wollen unsere Leser nur kurz auf diese intereffante Gegnerschaft gegen Th- Herzl Hinweisen — das Urtheil kann sich jeder selbst bilden. ,מציד בו״2ך• Dos Gebel-Llebersetzen von Dr. I. Goldschmidt, erstes Heft bei Kaufmann, Frankfurt a. M. — Durch Fragen und Antworten in hebräischer Sprache glaubt der Verfasser die hebr. Gebete den Schülern am besten einpragen zu können. Inwiefern er recht hat, mag die Erfahrung entscheiden. Aber auf einige Fehler, die in dem sonst ׳ehr ansprechenden Merkchen mit unterlaufen sind, sei hier aufmerksam gemacht. Das Subject eines passiven Verbums drückt der Hebräer durch '8 ,על ביל n. dgl. aus, nie aber durch Das einzige Beispiel dafür wäre גרושך! מאישה Lev. 21, 7, welches aber heißt: von ihrem Manne weg verstoßen. Man kann also nicht sagen ׳מזמינברא sondern D 1*2 u. dgl. Ferner ist ,.n aas6" pari., er ist gemacht worden heißt ״naaso" mit Kamez. לעתיד לבא übersetzt Verfasser in die Ewigkeit — wie kommt er dazu? Seite 8 verstehe ich nicht, was es heißen soll: ד' מחזיר הנשמה לעת פגרים מתים♦ Ebenso heißt ר2ת nicht Schöpfer (1£>. 14) und אמד nicht opfern! Jedenfalls wird der Versager gut thun, in der Zukunft solche Verstöße zu vermeiden. Biblische Geschichten von M. Plaut, erster Theil bis Moses Tod, bei Kauffmann. Frankfurt a. M. — Eine sehr gefällige, dem kindlichen Gcmüthe angepasste Darstellung, welche wohl vielen Lehrern willkommen sein dürfte. 8ekn1oI1a» arnch, Orach Chajim in deutscher Uebersetzung von PH. Lederer, cm. Rabbiner in Marienbad, bei Kauffmann. — Es ist wohl keine einfache Uebersetzung, sondern ein zweckmäßiger Auszug mit erläuternden und polemischen Zusätzen und ist Allen, die im Urtext des שלח? עדור sich nicht gut zurecht finden, bestens zu empfehlen. AapLtvaek, Schlüssel zur leichten Umrechnung jüdischer und christlicher Daten, von Dr. Max Simon und L Cohen, Berlin bei M. Poppclauer.— Ein sehr nützliches und für jüdische Beamte schier unentbehrliches Werk, und . es bedarf nur dieses Hinweises, um ihm überall Verbreitung zu verschaffen. Rabbiner Dr. I. Kahan. Geehrter Herr Redacteur! Für die Veröffentlichung des in Nr. 13 Ihres geschätzten Blattes enthaltenen Ausrufes, der wohl ohne mein Wissen und Hinzuthun von einer mir unbekannten Seite eingesendet wurde, danke ich bestens, jedoch mit der Bitte, selben gefälligst berichtigen zu wollen. Die Composition ist nur bei mir allein zu bekommen, keinesfalls aber um 1 Krone. Da ich einerseits den Ertrag wirklich für den im Aufrufe bezeichneten wohlthütigen Zweck bestimmt habe, andererseits aber meines Wissens die fiir einen Tempelchor bestellte Composition nicht der Cantor selbst, sondern die Gemeinde bezahlt, will ich den Preis nicht fest bemessen, sondern dies der Mildthätigkeit überlassen; doch könnte ich das Stück an und für sich nicht um den bezeichneten Preis verkaufen. Sombathely, 17. Mai 1897. Ihr ergebener M. Weis. ein. Cantor. Orr rrsuchen um Einsendung der Nbonnrmrnts-Brträge und Benutzung der Post-Checks. Dir Administration. Litteratnr. Preisnussichrerbung. Von Seiten eines Freundes jüdischer Poesie, der nicht genannt sein will, ist der Betrag von 500 Francs als Preis für den besten Text einer jüdischen Nationalhymne bestimmt worden. Zur Bewerbung sind Gedichte in allen Sprachen zugelassen. Für die Uebcrsetzung des Preisgekrönten Textes ins Hebräische und in andere hei Juden übliche Idiome wird gesorgt, die Musik zu dem Texte' auf ׳dem Wege'einer weiteren Preisausschreibung gewonnen werden. Das Preisrichter-Collegium ׳ wird aus hervorragenden Litteratcn bestehen, deren Namen in nächster! Nummer bekannt gegeben werden. Endtermin für den Einlauf der Ein-! sendungen: 15. Juni 1897. Adresse: Ncdaction des ״Zion", Berlin NW., i Lessingstraße 23 Die eingesandten Gedichte wolle man nicht mit dem? Namen oder Pseudonym, sondern mit einem Motto zeichnen, den Namen! aber in einem versiegelten Couvert angeben, das jenes Motto als Aufschrift trägt. * Redaction des ״Zion" © © (& liefert in schönster Ausführung zu billigen Preisen A Ignaz Gollerstepper <j> (b --TT., Sc'fr.ro.elzg-a.sse X. (») Lieferant tfer hervorragendsfen Cultusgameimfen O 0) des rnuntJ Auslandes. Specfalist in englische!» (j) 0 UerrenMstMeh und Sport-Anzügen. 0 7iv/\>V >V A A A A ^V/vA