Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-04-11 · Heft 11 (11.4.1897) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 11 (11.4.1897)
Date
1897-04-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/1304829-3453397-3453408--4811-3459312
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 11. Oesterreichisch-ungarische Lantoreu-Zeitung. ״Leite ( und Sekretär in mehreren größeren Gemeinden Mährens mit großer Anerkennung gewirkt und da er auch durch 2 Jahre aushilfsweise am Leopvldstädter Tempel Functionen ausübte, wurde ihm die Ehrezutheil, am Festtage hoch zur Thora aufgerufen zu werden, wobei von Herrn Obercantor Goldstein ein schöner Ni8011sl16r8.61r vorgetragen wurde. Nach dem Gottesdienste wurde der Jubilar von allen Seiten mit Gratulationen überhäuft. Möge es ihm gegönnt sein, noch viele Jahre in ungeschwächter Rüstigkeit zur Freude feiner 'Familie und Freunde zu leben. . . Wien; Die Gattin des Herrn Oberrabbiner Dr. Güdemann ist Sonntag den 4. d. M. von einem Knaben entbunden worden. Gottes Segen hat somit dem Hanfe Güdemann einen Stammhalter beschieden, und wir wünschen, dass er zur Freude seiner.Eltern kräftig heranwachse. Wien. Sonntag den 4. April, 1/2? Uhr Abends, fand im Tempel der israel. Cultusgemeinde, XVI, Hubergasse 8, ein Requiem für den verewigten Herrn Ignaz Edlen v. Kufsuer statt, welchem die Familie Kuffner und viele Gemeindemitglieder beiwohnten. Nach dem Mincha-Gebete wurde die Trauerfeier mit der Absingung des 49. Psalmns (schiin’11 soth.) eröffnet und hierauf wurde von Sr. Ehrwürden, Herrn Rabbiner Doctor Deutsch, das Seelenlicht angezündet und das Menucha necliona gesprochen. Zum Schluffe wurde der deutsche Trauerchor: ״Seele was betrübst du Dich?" und ״Schiwifsi" gesungen und. hierauf das . ״Maariw - Gebet" verrichtet. Die cantorale Function versah, der I. Cantor, Herr M. Schlesinger, in erhebender Weise. Wien. Samstag den 10. April feierte Herr Josef F e ld ma n n, Bassist am türkischen Tempel und Chormitglied des Carl-Theaters, sein 25-jähriges Jubiläum als Tempelsünger und gleichzeitig das Fest der silbernen Hochzeit. Herr Feldmann verfügt über eine sehr tiefe, kräftige und heute noch klangvolle Bassstimme und ist seit Einführung des Chor-Gottesdienstes in der türk. Gemeinde daselbst angestellt. Aus Anlass dH Doppelfestes erhielt der Jubilar viele Gratulationen, Ehrengefchenke vom Vorstande der türk. Gemeinde und einzelnen Mitgliedern, ebenso auch vom Beamtenkörper und Chorpersonale, bei deren Ueberreichung Herr Obercantor Bauer und Chordirigent Löwit Ansprachen hielten. Besonders geehrt fühlte sich der Jubilar dadurch, dass die beiden Präsidenten der türkischen Gemeinde, Herr Marcus Russo und Herr Licco Adutt, in. der Wohnung des Jubilars erschienen und die Glückwünsche und Geschenke persönlich übermittelten. Auch von den Mitgliedern des Carl-Theaters und mehreren College» liefen innige Gratu- Mionen ein. ] Lemberg, 6. April. (Excesse gegen die Juden.) Heit mehreren Monaten sind bei dem Baue der Eisenbahn Podwysokie-Chodorow mehrere Hundert masurische Arbeiter beschäftigt. In letzter Zeit kam es wiederholt in Chodorow zwischen diesen Arbeitern und den israelitischen Einwohnern, bei denen sie Unterkunft fänden Und' Verpflegung genossen,׳ zu verschiedenen Eonflicten, angeblich weil die Arbeiter mit der Kost und den Meisen für ihre Verpstegung unzufrieden waren. Die israelitischen Emwohner klagten wieder über die Rücksichtslosigkeit der bei ihnen einquartirteir Arbeiter. ÄM verflossenen Sonntag nachmittags entstand zwischen einem:der Arbeiter und einem.jüdischen Orangenhändler ein Wortwechsel, welcher die Einmischung der Uinstehenden.Ggffer,zurZölge'Ha'tte und in. ein Handgemenge ausärt'ete. Die. Arbeiter begannen sodann die Fenster der Judenchohnungen emzilwerfen. Dank der Intervention. der Gendarmerie und eines 'Gerichtsadjuncten giengen die excedierenden Arbeiter aneinander. Gestern vormittags.. erneuerten sich, jedoch die RuhestöWngen. Es ')witrdenFensterscheiben ג. iß,...den- Judenhausern zerDümmert, Thüren und Fenster ausgehobeih. ^EinrichtuiWstüste, zerfwrt^ Waären auf die Straße geworfen und ' vernichtet. , In Mer Todesangst verließen zahlreiche jüdische.Familien und Mt cHe,jüdischen Frauen, und Kinder dieHtadt.^ Diejenigen,jüdischen Käufleüte, wslche sich an dieser' MassenfluHt' nicht bethefligten, HAlten..sich in, Heu MellerräMen. MchoMy^, Mfttag^ Chodorow ein Mstrks^ommissar aus'MoMka-'/Ws^ÄlE'em^ :ß gelang, die erregtem und stark angehesterkeirArbester zu beruhigen und dieselben aus dem Weichbilde der Stadt hinauszuvrängen. Dieselben sammelten sich aber bald zu einem neuen Ueberfalle. Der Bezirkscommissär requirierte telegraphisch in Rohatyn eine Dragoner-Abtheilung. Nachmittags gegen 5 Uhr kam der Bezirkshanptmann aus Bobrka. In diesem Augenblicke durchbrach die Arbeitermenge den Gendarmerie-Cordon und. rannte nach dein Chohorower Ringplatze. Hier wiederholten sich die abscheulichen Sceuen vom Vormittag und dauerten mehr als zwei Stunden. Den noch zurückgebliebenen Inden wurde gedroht, man werde sie. erschlagen. Der Bezirkshauptmann und die intelligenteren Ortsbewohner wirkten beruhigend ans die Tumultuanten ein und schützten die jüdischen Kaufleute. Um 8 Uhr abends kehrte Ruhe in die Stadt ein, Es rückten dorthin eine Dragoner- Abtheilung aus Rohatyn und eine Infanterie-Compagnie aus Lemberg ab. Der in den Judenhäusern und Kaufläden angerichtete Schaden - ist sehr groß. Mehrere Juden, aber auch Arbeiter find verwundet. Arad. (40-j ü h r i g e s I u b i l ü u m.) Am 1. Peßachtage feiert, wie bereits berichtet. Herr David K o h 11, Obercantor der Araber isr. Cultusgemeinde sein vierzigjähriges Dieustes-Jubiläum in unserer Gemeinde. Ans. dieser Veranlassung nimmt auch die Gemeinde regen Antheil an diesem Jubelfeste, um ihrem geliebten Obercantor spontanen Beweis ihrer Anerkennung entgegenbringen zu können. Obercantor David-Köhn bestrickt heute noch wie ehedem mit seiner sympathischen, jugendfrischen. Stimme seine Zu- Hörer' Die im heiligen Dienste zur Verherrlichung Gottes vollbrachten 40 Jahre vermochten keine Spur einer Decadenz an seinen Vorzügen hervorzurusen, und bewunderungswürdigerweise bewährt sich an ihm der Spruch des Psalmistenr ״Stärken und beglücken werde ich. die mich verehren und besingen." Mögen sich diese Worte noch sehr lange zu seinem und zum Wohle und Glücke seiner Familie bestätigen. <3r^-g: Arad. Der Präses unserer Cultusgemeinde, Herr B i n 'g,- der 9 Jahre hindurch an der Spitze der Gemeinde stand, hat leider den Entschluss gefasst, sein Ehrenamt׳ niederzulegen. Die Kunde hievon hat in allen Kreisen lebhaftes Bedauern hervorgerufen, besonders aber bei den Angestellten der Gemeinde und den Tempelfunctionären, denen Herr Bing ein aufrichtiger Freund und Gönner war. Neuhäusel, 5. April. In einem Dorfe, unweit von hier, fasste ein junger Tischler nichtjüdischer Confession aufrichtige Liebe zu einem jüdischen Mädchen, und da deren Vater, Herr Jgn. Mahler, ein Sohn des verstorbenen Dajans der Preßburger Neologengemeinde, seine Tochter einem Nichtjuden nicht zur Frau geben wollte, so entschloss sich der junge Mann, zum jüdischen Glauben überzutreten. Vor einigen Monaten fand in Wien der Uebertritt unter den vorgeschriebenen rituellen Ceremonien statt und gestern fiihrte der Convertit die Auserwählte seines Herzens zum Traualtar. Den Trauungsact vollzog Herr Oberrabbiner Sigm. Richter, der den neuen Bar Jisroel mit den Worten des Propheten Maleachi: ״Haben wir nicht alle einenBater?" begrüßte und ihn gleichzeitig anfpornte, auf dem betretenen Wege zu verharren. Zur Trauung waren außer dem zahlreichen Publikum aus unserer Stadt sämmtliche Verwandte und Freunde des Bräutigams erschienen, und die Rede unseres ehrwürdigen Herrn Rabbiners wirkte so mächtig auf die Gemüther der Anwesenden, dass die guten Bäuerlein mit vor Freude strahlenden Gesichtern das Gotteshaus verließen und. mit Stolz zu ihrem jüdischen Verwandten aufblickten. Nachdem 8äs junge Paar Lest Segen des Seelsorgers empfangen hatte, war der Act zu Ende. Den gefanglich-litürgischen Theik der Ceremouie versah Herr Obercantor Leo Ro sen zw erg, der mit,'HM. Aangvollen Stimme und seinem schönen Vortrage die WWMdeir cntzüWv ־ Szabadka. In der am 25. März stattgehabten General- Versammlung wurde Herr Gerson L i f s ch i tz, bisher in Temesvar, einstimmig zum Obercantor gewählt. ., W tr ersuckzrn um umgehende Zusendung der AbonnemenLsbeträge per Postcheck oder Pustan- , Weisung, die wir der letzten NuMmeebeiMtegt •״ Me AdminifirMort.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.