Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 11 (11.4.1897)
- Date
- 1897-04-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarisclie Hebaction u. Administration Wien, 2. Novaragasse 27. U. k. österr. Postsparcäffe Lheck-Lonto Nr. 835,240. Inseratr »verden billigst berechnet.. Manuscripte werden nicht " retoürnirt. Central-Organ für die Interessen der Csntorrn und Cultusbeamten. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor Jacol) Bauer. Pränunicrations-PreiS. FiirCn»»tvre»ru.Gnktnsbe«nrto in Vvsterreikh-Angnrn Ganzjährig . . . . . fl^ 5.— Halbjährig .... . fl. SL» FürLantvrrir n.Äultnsbeaimte in» Anslnnd I Ganzjährig .... .»0 Mark oder 5 Rudel. Für pvitoAte uni* Institute Ganzjährig . ... fl., 8.— Abonnements- 11. Infertkonsbetrüge stnd irr Wien;AtzlbAr. Nr. 11. Wien, 11. April 1897. 17. MhrgmW. Frühlingslüfte, Allmählich, hat die Natur die Fesseln des Winters abgestreift, überall keimt und sprießt es, Wald und Fluren schmücken sich mit jungem, frischem Grün, und in tausendstimmigem Chor begrüßt das gefiederte Volk in den, Lüsten den Einzug des Frühlings. Das hohe Lied, das sie. anstimmen, klingt empor zum Schöpfer des Weltalls, es dringt aber auch tief ein in die Seele des Menschen, erhöht seine Lebenslust, regt seine Schaffensfreudigkeit an, und wer es vernimmt, fühlt sich verjüngt und von schwerer "Bürde entlastet. 'Michdas österreichische Judenthum scheint der Frühling, mit seinem Zauberstabe berührt zu haben- und wenn die Anzeichen nicht trügen, ist es endlich nach langem, bangem Winterschlafe zu neuem Leben erwacht. Vor einigen Wochen haben wir an dieser Stelle an den Vorstand der Wiener Cultusgemeinde den eindringlichen Appell gerichtet, einen Gemeindetag nach Wien einzuberufen und in ernster Berathung den Grundstein, zu legen zur Organisation des österreichischen Judenthums. Dem,Wunsche ist sehr bald die That gefolgt,f. und wenn, dies auch.nicht., einzig und allein auf unsere Anregung hin geschehen ist,-, sondern Mon,durch .längere Zeit vorbereitet :war,. so erfüllt es -uns .dennoch .mit freudiger- Genugtuung, - dass eine in.diesen Blättern-angeregte.Idee so rasche Verwirklichung gefunden.hat...-׳ .Unter dem Vorsitze des Präsidenten.der Wiener Cultusgemeinde,. Herrn., kaiserl. Rath Heinrich Kli n,g er, fand am 7. und Z. April im Sitzungssaale, der Wiener Cultusgemeinde, cine. Perathung der Delegierten der israelitischen. Großgemeinden Oesterreichs - statt, an welch ernebst den .Vertretern und- Vorstandsmitgliedern der Wiener Gemeinde nachstehende Herren, theilnqhmen.״ Brünn: Alois Mitrossky, Vorstand der- Cultusgemeinde Brünn, Dr. Joachim Oppenheim, Secretär der Cultusgemeinde. Brünn, Dr: Salomon Spitzer,..Repräsentant des - mährisch,-schlesisch?-,jüdischen Landesmaffafondes;. C z.ernowitz: David.. Tittinger, . Reichsraths-Abgeordneter, Vicepräsident dex. Czernow.itzer . Handels- und Gewerbekammer und Vorsteher der.' Cultusgemeinde ״Czernowitz; ,,Dr.-. Benno,Strauches. Reichsraths-: Abgeordneterirabr§o.ffi!^ Gra z.: Bernhard Biller, Vicepräschent der israelitischen. Euüüsgemeinde, David Stern, Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde, Ludwig Koppmann; Hohenems: Lucian B r unner, Gemeinderath der Stadt Wien; Krakau: Dr. Leon Horowitz- Präsident der israelitischen Cultusgemeinde Krakau, Hirsch Landau, Vicepräsident der israelitischen Cultusgemeinde Krakau; Lemberg: Dr.-Emil Byk, Reichsraths-Abgeordneter und Vicepräsident, Dr. Simon Schaff, Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde in Lemberg; Linz: Ignaz Hahn, Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde in Linz. Olm.ütz: Dr. Jacob Eben, Borsteher-Stellvertreter derisraelitischen Cultusgemeinde in Olmütz; Prag: Dr. Arnold Rosenbacher, Präses der israelitischen Cultusgemeinde in Prag, Dr. Ludwig Bendiener, Präses-Stellvertreter der israelitischen Cultusgemeinde in Prag, Dr. Moriz Lichtenstern, Obmann der Repräsentanz der böhmischen Landesjudenschaft; Teschen: I. PH. Glesinger, Präses der israelitischen Cultusgemeinde in Teschen, Fritz Fasset und Dr. Weinberg; Troppau: Doctor Theodor Sonnenschein, Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde in Troppau. Ueber die an beiden Tagen gepflogenen Berathungen wollen wir in nächster Nummer ausführlicher berichten und heute nur constatiren, dass die Gründung eines ״Allgemeinen iö-ft erreich.-israel. Gemeindebundes" beschlossen wurde. Dabei handle es sich, wie der Referent ausführte,, keineswegs um die Politik, sondern um die Verfechtung der Grundlagen der gesellschüftlichen Einrichtungen, vor Allem um die volle Gkeichberechti- ^gung. Auch die eigenste Domäne des Judenthums, die Armen-,!pflege, hätte der׳ Bund in würdiger und wirksamer Weise um-!zügestatten,: sowie für: die.׳.׳Zukunft der Cultusbeamten zweck-!mäßige Einrichtungen zu. schaffen. Auch die Beschaffung einer!jüdischen Statistik sei ein unentbehrliches Arsenal der Abwehr» ,desgleichen die Pflege unserer Geschichte, welche bei keinem!zweiten Volke merkwürdiger sei. Die Gründung dieses Bundes!sei auch ein erziehliches Moments und das Bewusstsein des ״Iwri;Anochi“ müsse zum. Durchbruch gelangen. . .. So. wurde nun endlich einmal der Anfang gemacht j giir Organisation und zum engen Anschlüsse der zur Verjtretung. des Judenthums berufenen Factoren, der bei den! ernsten VerhäLtnißen nach Innen und Außen unaufschiebbar! geworden ist. - . , .