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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-04-01 · Heft 10 (1.4.1897) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 10 (1.4.1897)
Date
1897-04-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 10. Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung. Seite 7 gesammte Aufwand des vorigen Jahres im Betrage von 47.008 fl. 52 kr. blieb hinter dem des Vorjahres um 1638 fl. 51 kr. zurück^ An 66 Schulsubventionen wurden verausgabt 13.860 fl. an ^47 Gemeindeunterstützungen 12.750 fl., an Personalunterstützungen 10.005 fl., für Bildungs- und Humanitätsanstalten 4040 fll Dem anlässlich des Regierungs-Jubiläums des Kaisers zu gründenden Pensionsfonde für CultusfNnctionäre wurden die 3 Procent Abzüge von den Subventionen der Gemeinden von 801 fl. 90 kr. zugeführt. Nachdem mehrere Delegine ihre Wünsche-und Anregungen bezüglich der Verwaltung vorgebracht hatten, wird der Bericht einstimmig genehmigt, und beschlossen, den Schluß-Saldo von 3950 fl. 50 kr. auf das Jahr 1897 vorzutragen. Der Revisionsbericht wird gleichfalls einhellig zur Kenntnis genommen und dem Curotorium die Entlastung ertheilt. Der Voranschlag -für das Jahr 1897 beziffert die Einnahmen auf 49.544 fl. die Ausgaben auf 49.091 fl. 20 kr. Derselbe wird in den einzelnen Posten wie in der Gesammtsumme einstimmig genehmigt. Unter der Post ״Bildnngs- und Humanitälsanstalten״ wir auf Ansuchen der israelitischen theologischen Lehranstalt in Wien beschlossen, die im Vorjahre auf 500 fl. herabgesetzte jährliche Subvention dieser Anstalt wieder auf 1000 fl. zu erhöhen, ebenso die des israelitischen Blindeninstituts in Wien von 100 fl. auf 200 fl: Es wird hierauf zur Neuwahl des Curatoriums für die X. Wahlperiode 1897—99 geschritten. Aus den sechs Gemeindegruppen wurden Jakob Groß m a n n, Josef O rn st e in, Dr. Alois Hilf, Emanuel Oppenheimer wieder-, Philipp K o h n (Nikolsburg) und Josef Singer (Proßnitz) neugewählt. Ans dem Plenum wurden gewählt: Jul. Ritter v. Gomperz, kais. Rath D. Mandl, Dr. Sal.- Spitzer. Ignaz H ö n i g, Adolf Lieblich; zu Ersatzmännern: Eduard Hamburger, Simon Roserfeld, Dr. L. Korner, Georg Fischer. Die Gewählten nehmen die Mandate an. Zu Revisoren für 1897 wurden bestellt: Georg Fische r, Max K o h n, Gustav Tandler. Nachdem die Versammlung aus den Antrag des Delegierten Bittner dem Eüratorium und dem Vorsitzenden den Dank für ihre eifrige Mühewaltung ausgesprochen hatte, wurde dieselbe vom Vorsitzenden geschloffen. Neuhaus. Anlässlich des Purimfestes fand in unserer Gemeinde ein musikalisch-declamatorischer Vortagsabend statt. Alt und Jung betheiligte sich bei diesem Feste, und was niemand erreicht hätte, das hat, man höre und staune — der Antisemitismus zu Wege gebracht. Er hat die Zusammengehörigkeit der Juden befestigt, und wenn sich auch noch hie und da ein Wankelmüthiger findet, der zwischen Himmel und Erde schwebt, so ist es besser für uns, ihn abzustreifen; denn wir können nur verlässliche, sichere und überzeuguugstrene Streiter brauchen. Eröffnet wurde der Abend mit der vierhändig gespielten Ouvertüre aus ״Romeo und Julie" von Bellini; hieraus kamen die ״Rhapsodie" von Lizst, das 9. Concert für Geige und Clavier, ein böhmisches Duett und Lieder von Gumpert zum Vorttage, wobei die Damen: Frau Fantl, eine ausgezeichnete Sängerin, die Cäntörsgattin Frau F ü r n b e r g, Frl. Anna F a n tl. Organistin im hiesigen Tempel, und Frl. Bertha Orn st ein — ferner die Herren: 69,1rä. zur. Richard Stampf und der hiesige Cantor Jul. Fürnberg sich besonders hervorthaten. Die declamatorischen Vorträge besorgten Frl. Tina Adler und die Herren Siegfried Adler und Beck, deren Leistungen mit rauschendem Beifalle seitens des zahlreichen Publikums belohnt wurden. Ein sehr animirtes Tanzkränzchen beschloss diese schöne Purimfeier. Um das Zustandekommen des geselligen Abendes haben sich Herr Cantor Jul. Fürnberg, unter dessen Leitung die Vorträge einstudiert und' executiert wurden, und Herr Siegfried Adler ein großes Verdienst erworben. Dankend sei noch, des Herrn Max Gröger gedacht, der mit vieler Umsicht seine Function als Cassier ausübte. . Gr.-Kanizsa. Im Hause unseres allverehrten Obercantors wurde jüngst ein Freudenfest gefeiert. Der Sohn des Obercantors, Herr Arnold K a r t s ch m ar o ff. Apotheker und Droguist in Budapest, hat sich mit Fräulein Flora B9.ny3.sz, Tochter des Szatmarer Großgrundbesitzers Herrn Albert B3.ny9.sz am 21. März verlobt. Breslau. Mit der Fragte, ob das rituelle Schächten an Sonntagen als eine Ueberttetung der Bestimmungen über die Heilighaltung der Sonntagsruhe zu betrachten ser, chatte׳sich das Schöffengericht in Myslowitz beschäftigt. - Der von!der Myslowitzer Synagogengemeinde angestellte Schächter Kallmann erhielt von der PolizeiverwaltungeinenStrasbefehl in derHöhe von 15 Mk., weil er. an einem Sonntage Vormittag zwischen 8 und 9 Uhr für einen österreichischen Geflügelhändler in?dem an der Modrzeower Straße in der Nähe von Wohngebäuden gelegenen Gemeindeschlachthause 40 Stück Gänse geschlachtet hat; gegen diesen Strafbefehl hatte K. Einspruch erhoben und richterliche Entscheidung beantragt. Von Seiten der Vertheidigung wurde geltend gemacht, dass die Thätigkeit des Angeklagten, nicht als Gewerbebetrieb im Sinne des Gesetzes zu betrachten sei; derselbe ist vielmehr angestellter Kultusbeamter der Synagogengemeinde, und habe auch nur als solcher die ihm.obliegenden Pflichten erfüllt. Auch sei die Schlachthalle ein vollständig umfriedeter Raum, so dass durch das rituelle Schächten jedes Geräusch nach außen vermieden werde. Diesen Ausführungen wurde von Seiten der Amtsanwaltfchaft widersprochen unter der Begründnng, dass es dahingestellt bleiben könne, ob der Schächter als Beamter das Schlachten vornehme, oder als selbstständiger Schlächtermeister; es liege immerhin ein Gewerbebetrieb vor, und zwar im vorliegenden Falle umsomehr, als die Gänse nicht für ein Mitglied der Myslowitzer Synagogengemeinde, sondern; für einen auswärtigen Händler zu seinem Gewerbebetriebe geschlachtet worden sind. Es sei auch ausgeschlossen, dass bei der Massenschlachtung von 40 Gänsen jedes Geräusch nach außen hin vermieden worden ist. da die Schlachthalle in der Nähe von Wohngebäuden und einer öffentlichen Straße gelegen ist. Aus allen diesen Gründen beantragte der Amtsanwalt, den Einspruch M verwerfen. Im Wesentlichen schloß sich das Gericht den Ausführungen der Amtsanwaltschaft an, beschloß aber zur vollständigen Klarlegung der Sachlage noch zwei Zeugen bezüglich dev Störung der äußeren Ruhe zu hören, und das Urtheil bis dahin auszusetzen. Jerusalem. Dr. Blies hat eine werthvolle Entdeckung gemacht. Als er auf der Südseite der Stadt Nachgrabungen anstellen ließ, um die Richtung der alten Stadtmauer sestzustellen, stieß er auf eine alte Steintreppe, von der bislang 34 große Stufen blosgelegt sind, und die nach einem Teiche hinunterführt. Man vermuther, dass es die imNehemias 3, 15 erwähnte Treppe ist, über welche die Königin von Saba in Erstaunen gerathen war, (Könige I. 10, 5), da sie in der Richtung gegen den königlichen Palast und den Gärten liegt. Auch eine Kirche wurde daneben aufgedeckt, aus die Antonius der Märtyrer im Y1 Jahrhundert in dem Berichte über seine Pilgerfahrt hingewiesen hatte. Vom Vorstande der israelitischen Cultusgemeinde. z. 2380 ex. 1897 Mazzot-Preise pro 1897. Der Vorstand der israel. Cnltnsgemeinde giebt hiemit den geehrten Gemeindemitgliedern bekannt, dass mit der Bereitung nnd dem Verkaufe des Osterbrodes (llazzot) die Witwe des Herrn Gabriel Friedmann betraut worden ist und stellt an jene P. T. Parteien, welche ihren Osterbedarf noch nicht angemeldet haben, das Ansuchen, dieselben wollen ihre Be- Stellungen baldmöglichst, längstens aber bis zum 10. April d. J. entweder I., Mare Anrelstrasse 4 oder 111., Mobs־• gasse 16 im Backhause machen, da spätere Anmeldungen kaum nach Wunsch berücksichtigt werden könnten. Die vom Vorstände genehmigten Preise sind: Für Mazzot 1. Sorte 77 kr., 2. Sorte 43 kr:, 3. Sorte 32 kr. per Kilo. Für Mehl, Gries I. Sorte 87 kr., 2. Sorte 48 kr. per Kilo. Zur Verhütung von Missbräuchen ist jedes Paquet mit dem Siegel der hiesigen israelitischen Cnltnsgemeinde versehen. Wien, im März 1887. Der Vorstand der israel. Musgemeinde.

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